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Ist koffeinfreier Kaffee wirklich koffeinfrei?
Jens Thume · Aktualisiert: · 8 Min. LesezeitIst koffeinfreier Kaffee wirklich koffeinfrei? Und was steckt dahinter?
Es gibt diese Momente: Man möchte abends noch gemütlich eine Tasse Kaffee trinken, aber der Kopf sagt schon: „Koffein? Lieber nicht.“ ☕
Genau für solche Situationen gibt es entkoffeinierten Kaffee.
Aber ist der wirklich komplett koffeinfrei? Wie wird das Koffein überhaupt aus der Bohne entfernt? Schmeckt entkoffeinierter Kaffee noch nach richtigem Kaffee? Und ist er automatisch gesünder?
Bei diesen Fragen lohnt sich ein genauerer Blick. Denn rund um entkoffeinierten Kaffee kursieren einige Geschichten, die sich ziemlich hartnäckig halten.
Also: Tasse hinstellen, Kaffee einschenken – und wir schauen uns das Ganze einmal ganz in Ruhe an.
☕ Entkoffeinierter Kaffee ist nicht komplett koffeinfrei
Fangen wir direkt mit dem wichtigsten Punkt an:
Entkoffeinierter Kaffee enthält noch Koffein.
Das Wort „koffeinfrei“ klingt zwar danach, als wäre überhaupt kein Koffein mehr vorhanden. Tatsächlich wird beim Entkoffeinieren aber der größte Teil des Koffeins entfernt.
In der Europäischen Union darf Röstkaffee als entkoffeiniert bezeichnet werden, wenn sein Koffeingehalt höchstens 0,1 Prozent beträgt.
Das ist ein ziemlich großer Unterschied zu normalem Kaffee – aber eben nicht dasselbe wie 0,000 Koffein.
Wenn du also aus medizinischen Gründen wirklich vollständig auf Koffein verzichten musst, solltest du nicht einfach davon ausgehen, dass eine Tasse entkoffeinierter Kaffee absolut koffeinfrei ist.
Für alle anderen kann entkoffeinierter Kaffee aber eine interessante Möglichkeit sein, den Kaffeegenuss deutlich koffeinärmer zu gestalten.
Und genau darum geht es eigentlich.
🌱 Wie wird Kaffee überhaupt entkoffeiniert?
Bevor aus der Kaffeebohne dein morgendlicher Kaffee wird, kann das Koffein bereits beim Rohkaffee entfernt werden.
Dafür gibt es verschiedene Verfahren.
Grundsätzlich wird der Rohkaffee zunächst so behandelt, dass das Koffein aus der Bohne herausgelöst werden kann. Anschließend wird der Kaffee wieder getrocknet und für die spätere Röstung vorbereitet.
Dabei kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz.
Wasserbasierte Verfahren
Hier wird mit Wasser gearbeitet, um das Koffein aus den Bohnen zu lösen. Über Filter beziehungsweise spezielle Extrakte lässt sich das Koffein anschließend abtrennen.
Ethylacetat
Auch Ethylacetat wird zur Entkoffeinierung eingesetzt. Dieser Stoff kommt beispielsweise natürlicherweise in verschiedenen Früchten und Gemüsesorten vor.
Kohlendioxid
Beim CO₂-Verfahren wird unter hohem Druck gearbeitet. Das Kohlendioxid kann dabei gezielt Koffein aus dem Rohkaffee lösen.
Der Vorteil: Es kommt kein klassisches organisches Lösungsmittel zum Einsatz.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass verschiedene Verfahren zur Entkoffeinierung existieren und dass bei bestimmten Verfahren gesetzlich geregelte Grenzwerte für mögliche Rückstände gelten.
Das klingt komplizierter, als es beim späteren Kaffeetrinken tatsächlich ist.
Denn am Ende soll vor allem eines in deiner Tasse landen:
Kaffee, der nach Kaffee schmeckt. ☕
🧪 Was passiert mit dem Geschmack?
Das ist wahrscheinlich die spannendere Frage für echte Kaffeetrinker.
Denn Koffein ist schließlich nicht der einzige Bestandteil einer Kaffeebohne.
Beim Entkoffeinieren soll möglichst viel von dem erhalten bleiben, was später für Aroma und Geschmack wichtig ist. Trotzdem können sich durch die Verarbeitung Eigenschaften des Rohkaffees verändern.
Deshalb schmeckt ein entkoffeinierter Kaffee nicht zwangsläufig exakt genauso wie die koffeinhaltige Variante derselben Bohne.
Und das ist auch völlig logisch.
Die Bohne hat vor der Röstung einen zusätzlichen Verarbeitungsschritt hinter sich.
Für mich ist deshalb nicht die Frage:
„Schmeckt entkoffeinierter Kaffee genauso wie normaler Kaffee?“
Sondern eher:
„Schmeckt mir dieser entkoffeinierte Kaffee?“
Das ist nämlich die viel wichtigere Frage.
Denn wenn die Tasse gut schmeckt, interessiert es mich persönlich herzlich wenig, ob die Bohne vorher noch einen zusätzlichen Verarbeitungsschritt durchlaufen hat. 😉
🌙 Warum trinken Menschen überhaupt entkoffeinierten Kaffee?
Die Gründe sind ziemlich unterschiedlich.
Manche möchten am Nachmittag oder Abend Kaffee trinken, ohne dabei noch eine größere Menge Koffein aufzunehmen.
Andere reagieren empfindlich auf Koffein und möchten ihren Konsum reduzieren.
Und wieder andere lieben einfach den Geschmack von Kaffee – möchten aber nicht bei jeder Tasse den Koffeinanteil mitnehmen.
Gerade für diese Menschen kann entkoffeinierter Kaffee eine schöne Alternative sein.
Denn manchmal möchte man eben einfach Kaffee trinken.
Nicht unbedingt einen Wachmacher.
Nicht unbedingt einen Energieschub.
Einfach Kaffee.
☕ Entkoffeinierter Kaffee und Schlaf
Hier lohnt sich ein kleiner Realitätscheck.
Entkoffeinierter Kaffee enthält zwar deutlich weniger Koffein, aber eben nicht zwangsläufig gar keines.
Wenn du besonders empfindlich auf Koffein reagierst, solltest du deshalb auch bei entkoffeiniertem Kaffee ein bisschen darauf achten, wie viel du davon trinkst.
Für viele Menschen dürfte eine Tasse am Abend wesentlich weniger problematisch sein als normaler Kaffee.
Aber jeder Mensch reagiert anders.
Und genau deshalb gilt auch hier:
Nicht irgendeine Tabelle entscheidet darüber, wie dein Körper reagiert – sondern deine persönliche Erfahrung.
❤️ Ist entkoffeinierter Kaffee gesünder?
Hier würde ich mit großen Versprechen vorsichtig sein.
Entkoffeinierter Kaffee ist nicht automatisch „gesünder“ als normaler Kaffee.
Er hat vor allem einen ganz bestimmten Vorteil:
Er enthält deutlich weniger Koffein.
Und genau das kann für Menschen interessant sein, die ihren Koffeinkonsum reduzieren möchten.
Ob Kaffee insgesamt zu den eigenen Ernährungsgewohnheiten passt, hängt von vielen Faktoren ab. Deshalb würde ich aus „entkoffeiniert“ keine Gesundheitswerbung machen.
Bei TeeBohne geht es schließlich in erster Linie um etwas ganz Einfaches:
Guten Kaffee trinken und dabei wissen, was in der Tasse steckt.
🔬 Wie viel Koffein steckt noch drin?
Der genaue Restgehalt kann je nach Kaffee und Herstellungsverfahren unterschiedlich sein.
Entkoffeinierter Kaffee enthält aber nur einen kleinen Bruchteil des Koffeins von normalem Kaffee. Untersuchungen des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zeigen, dass bei entkoffeiniertem Kaffee der überwiegende Teil des ursprünglichen Koffeins entfernt wird.
Das bedeutet:
Eine normale Tasse Kaffee und eine Tasse entkoffeinierter Kaffee sind beim Koffeingehalt nicht miteinander vergleichbar.
Aber:
Entkoffeiniert bedeutet nicht absolut koffeinfrei.
Diesen kleinen Unterschied sollte man sich einfach merken.
🏭 Welche Verfahren gibt es?
Wer sich etwas genauer mit Kaffee beschäftigt, stößt schnell auf Begriffe wie:
-
Wasserverfahren
-
Ethylacetat-Verfahren
-
Dichlormethan-Verfahren
-
CO₂-Verfahren
Alle haben dasselbe Ziel:
Das Koffein soll möglichst weit aus dem Rohkaffee entfernt werden, ohne den späteren Kaffeegenuss unnötig zu beeinträchtigen.
Welches Verfahren verwendet wurde, ist für Verbraucher allerdings nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Auch die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass das verwendete Verfahren auf Verpackungen nicht immer angegeben wird.
☕ Und wie sieht es bei TeeBohne aus?
Bei TeeBohne geht es uns nicht darum, aus jedem Kaffee ein Gesundheitsprodukt zu machen.
Wir mögen Kaffee.
Und wir mögen die Vielfalt, die Kaffee bietet.
Manchmal darf es ein kräftiger Espresso sein.
Manchmal eine schöne Tasse Filterkaffee.
Und manchmal eben ein Kaffee, bei dem man bewusst auf einen großen Teil des Koffeins verzichten möchte.
Für genau diesen Fall kann entkoffeinierter Kaffee interessant sein.
Wenn du beispielsweise am Nachmittag noch Lust auf aromatisierten Kaffee hast, findest du bei TeeBohne auch eine Auswahl an aromatisiertem entkoffeiniertem Kaffee.
So bleibt der Genuss erhalten – nur der Koffeinanteil fällt deutlich geringer aus.
🧭 Für wen kann entkoffeinierter Kaffee interessant sein?
Ganz einfach gesagt:
Für Menschen, die Kaffee mögen, aber weniger Koffein möchten.
Das können beispielsweise Menschen sein, die:
-
Kaffee gerne am Nachmittag oder Abend trinken,
-
empfindlich auf Koffein reagieren,
-
ihren täglichen Koffeinkonsum reduzieren möchten,
-
den Geschmack von Kaffee lieben, aber keinen starken Wachmacher suchen.
Dabei gilt natürlich weiterhin: Wer aus gesundheitlichen Gründen Koffein konsequent meiden soll, sollte sich individuell ärztlich beraten lassen.
☕ Mein Tipp aus dem TeeBohne-Alltag
Ich würde das Ganze gar nicht unnötig kompliziert machen.
Wenn du merkst:
„Normaler Kaffee ist mir manchmal einfach zu viel.“
Dann probier entkoffeinierten Kaffee aus.
Nicht mit der Erwartung, dass er exakt genauso schmecken muss wie deine bisherige Lieblingsbohne.
Sondern mit einer offenen Frage:
„Schmeckt mir diese Tasse?“
Wenn die Antwort nach dem ersten Schluck „Ja!“ lautet, ist doch schon ziemlich viel gewonnen. 😉
Denn Kaffee muss nicht immer dafür sorgen, dass man senkrecht aus dem Bett springt.
Manchmal darf Kaffee einfach Kaffee sein.
Eine gemütliche Tasse am Nachmittag.
Ein kleiner Genuss nach dem Essen.
Oder eine Tasse am Abend, wenn man eigentlich nur noch gemütlich auf dem Sofa sitzen möchte.
Und genau dafür gibt es entkoffeinierten Kaffee.
❓ Häufige Fragen zu entkoffeiniertem Kaffee
Ist koffeinfreier Kaffee wirklich komplett koffeinfrei?
Nein. Entkoffeinierter Kaffee enthält noch geringe Restmengen Koffein. In der EU darf Röstkaffee als entkoffeiniert bezeichnet werden, wenn der Koffeingehalt höchstens 0,1 Prozent beträgt.
Wie wird Kaffee entkoffeiniert?
Es gibt mehrere Verfahren. Dazu gehören unter anderem wasserbasierte Verfahren, Ethylacetat, Dichlormethan und Kohlendioxid. Die Verfahren unterscheiden sich darin, wie das Koffein aus dem Rohkaffee gelöst und anschließend entfernt wird.
Ist entkoffeinierter Kaffee gesünder?
„Gesünder“ lässt sich nicht pauschal sagen. Der wichtigste Unterschied ist der deutlich geringere Koffeingehalt. Dadurch kann entkoffeinierter Kaffee für Menschen interessant sein, die weniger Koffein konsumieren möchten.
Schmeckt entkoffeinierter Kaffee anders?
Das kann sein. Die Bohnen werden vor der Röstung verarbeitet, wodurch sich Eigenschaften des Rohkaffees verändern können. Wie stark sich das geschmacklich bemerkbar macht, hängt unter anderem vom Kaffee und vom verwendeten Verfahren ab.
Kann man entkoffeinierten Kaffee abends trinken?
Viele Menschen nutzen entkoffeinierten Kaffee gerade am Nachmittag oder Abend. Trotzdem enthält er noch geringe Mengen Koffein. Wer besonders empfindlich reagiert, sollte auch hier auf die eigene Reaktion achten.
Enthält entkoffeinierter Kaffee noch Antioxidantien?
Durch die Entkoffeinierung verändert sich die Zusammensetzung des Kaffees, aber der Kaffee wird dadurch nicht automatisch zu einem gesundheitlich wertlosen Getränk. Aussagen über konkrete gesundheitliche Wirkungen sollten jedoch nicht pauschal auf jede Tasse übertragen werden.
Ist Kaffee mit CO₂ entkoffeiniert?
CO₂ kann tatsächlich für die Entkoffeinierung eingesetzt werden. Dabei wird unter hohem Druck gearbeitet, sodass das Koffein aus dem Rohkaffee herausgelöst werden kann.
Ist entkoffeinierter Kaffee für Menschen geeignet, die Koffein vermeiden möchten?
Er kann eine deutlich koffeinärmere Alternative sein. Wer Koffein aus medizinischen Gründen vollständig vermeiden muss, sollte jedoch beachten, dass „entkoffeiniert“ nicht mit „absolut koffeinfrei“ gleichzusetzen ist.
☕ Fazit: Weniger Koffein, aber weiterhin Kaffee
Entkoffeinierter Kaffee ist kein Kaffee ohne Geschichte.
Hinter jeder Bohne steckt ein zusätzlicher Verarbeitungsschritt, bei dem möglichst viel Koffein entfernt wird und gleichzeitig möglichst viel vom Charakter des Kaffees erhalten bleiben soll.
Komplett koffeinfrei ist er normalerweise nicht.
Aber deutlich koffeinärmer.
Und genau darin liegt sein Vorteil.
Wenn du Kaffee liebst, aber beim Koffein etwas kürzertreten möchtest, kann entkoffeinierter Kaffee deshalb eine ziemlich gute Lösung sein.
Nicht weil er automatisch „gesünder“ wäre.
Sondern weil du damit weiterhin das genießen kannst, was eigentlich zählt:
Eine gute Tasse Kaffee. ☕
Jens von TeeBohne









