Löslicher Kaffee: Geschichte, Herstellung & Instantkaffee erklärt

Löslicher Kaffee: Geschichte, Herstellung & Instantkaffee erklärt

Jens Thume · Aktualisiert: · 7 Min. Lesezeit

Löslicher Kaffee – Geschichte, Herstellung und was wirklich dahintersteckt

Eine Tasse Kaffee in zwei Minuten?

Kein Problem.

Löffel nehmen, Pulver in die Tasse, heißes Wasser dazu, umrühren – fertig. ☕😄

Löslicher Kaffee, Instantkaffee oder Löskaffee ist wahrscheinlich eine der unkompliziertesten Arten, Kaffee zuzubereiten.

Und trotzdem steckt hinter diesen kleinen Kaffeekristallen deutlich mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Denn Instantkaffee ist nicht einfach „Kaffeepulver, das sich auflöst“.

Es handelt sich um getrockneten Kaffeeextrakt. Der Kaffee wird also zunächst ganz normal aus gerösteten Kaffeebohnen gewonnen. Erst danach wird ihm das Wasser wieder entzogen.

Und genau dieser Weg vom gerösteten Kaffee bis zum kleinen Instant-Kristall ist eigentlich ziemlich spannend.

☕ Was ist löslicher Kaffee überhaupt?

Löslicher Kaffee wird aus gerösteten Kaffeebohnen hergestellt.

Die Bohnen werden zunächst geröstet und gemahlen. Anschließend wird daraus unter industriellen Bedingungen ein konzentrierter Kaffeeextrakt hergestellt.

Dieser Extrakt enthält die löslichen Bestandteile des Kaffees.

Danach kommt der entscheidende Schritt:

Das Wasser wird wieder entfernt.

Übrig bleibt ein trockener Kaffeeextrakt, der sich bei der Zubereitung mit heißem Wasser wieder löst.

Das bedeutet:

Instantkaffee ist bereits aufgebrühter Kaffee – nur in getrockneter Form.

Das erklärt auch, warum man keine Kaffeemaschine, keinen Filter und keine French Press benötigt.

Wasser dazu – und los geht's.

📜 Eine ziemlich lange Geschichte

Die Geschichte des löslichen Kaffees reicht deutlich weiter zurück, als viele vermuten.

Bereits im 19. Jahrhundert wurden verschiedene Verfahren entwickelt, um Kaffee haltbarer und einfacher zuzubereiten.

Bei der Frage, wer den ersten löslichen Kaffee erfunden hat, wird es allerdings etwas kompliziert.

Der Franzose Alphonse Allais wird in historischen Quellen mit einem frühen Patent aus dem Jahr 1881 in Verbindung gebracht. 1890 erhielt außerdem David Strang aus Invercargill in Neuseeland ein Patent für ein Verfahren zur Herstellung von löslichem Kaffee.

Später entwickelte auch der japanische Chemiker Satori Kato in Chicago ein Verfahren für löslichen Kaffee. Sein Produkt wurde 1901 auf der Pan-American Exposition in Buffalo vorgestellt.

Deshalb findet man in älteren Artikeln ganz unterschiedliche Angaben darüber, wer nun tatsächlich als „Erfinder“ des Instantkaffees gilt.

Eigentlich ist die Geschichte viel interessanter:

Mehrere Menschen arbeiteten unabhängig voneinander daran, Kaffee haltbar, transportierbar und schnell zubereitbar zu machen.

Der große Durchbruch für die industrielle Verbreitung kam schließlich in den 1930er-Jahren.

1938 brachte Nestlé mit Nescafé einen Instantkaffee auf den Markt, der das Produkt weltweit bekannt machte.

Und damit begann der Siegeszug des löslichen Kaffees.

🏭 Wie wird Instantkaffee hergestellt?

Jetzt wird es interessant.

Denn bevor aus Kaffee ein Pulver oder kleine Kristalle werden, muss zunächst ganz normal Kaffee daraus gewonnen werden.

1. Die Kaffeebohnen werden vorbereitet

Wie bei anderem Kaffee werden zunächst geröstete Kaffeebohnen verwendet.

Die Bohnen werden gereinigt, kontrolliert und für die weitere Verarbeitung vorbereitet.

Je nach Produkt können unterschiedliche Kaffeesorten und Herkünfte miteinander kombiniert werden.

2. Die Bohnen werden geröstet und gemahlen

Die Röstung beeinflusst natürlich auch beim Instantkaffee den späteren Geschmack.

Anschließend werden die gerösteten Bohnen gemahlen.

Bis hierhin klingt alles noch ziemlich nach klassischer Kaffeezubereitung.

3. Der Kaffee wird extrahiert

Jetzt wird aus dem gemahlenen Kaffee ein konzentrierter Kaffeeextrakt gewonnen.

Dafür wird heißes Wasser eingesetzt, das die löslichen Bestandteile aus dem Kaffee herauslöst.

Das Ergebnis ist zunächst kein Pulver, sondern:

flüssiger, konzentrierter Kaffee.

Und genau daraus entsteht später der Instantkaffee.

4. Das Wasser muss wieder heraus

Nun kommt der entscheidende Schritt.

Der Kaffeeextrakt wird konzentriert und anschließend getrocknet.

Dafür werden vor allem zwei Verfahren eingesetzt:

Sprühtrocknung und Gefriertrocknung.


🌬️ Sprühtrocknung – schnell und effizient

Bei der Sprühtrocknung wird der Kaffeeextrakt fein zerstäubt.

Dabei trifft er auf warme, trockene Luft.

Das Wasser verdampft und zurück bleibt trockener Kaffeeextrakt.

So entsteht ein feines lösliches Kaffeepulver, das sich schnell in Wasser auflösen lässt.

Das Verfahren ist technisch vergleichsweise effizient und wird deshalb in der Industrie häufig eingesetzt.

❄️ Gefriertrocknung – Kaffee wird erst einmal tiefgekühlt

Bei der Gefriertrocknung läuft der Prozess etwas anders.

Der konzentrierte Kaffeeextrakt wird zunächst tiefgefroren.

Anschließend wird ihm unter Vakuum das Wasser entzogen.

Dabei geht das Wasser direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über – es wird also nicht einfach auf herkömmliche Weise „weggekocht“.

Zurück bleiben die typischen größeren Kaffee-Kristalle.

Dieses Verfahren ist aufwendiger, kann aber dabei helfen, bestimmte Aromaeigenschaften besser zu erhalten.

Und genau deshalb wird gefriergetrockneter Kaffee häufig als aromatischer wahrgenommen.

🤔 Warum schmeckt Instantkaffee anders als frisch gebrühter Kaffee?

Das ist eigentlich logisch.

Beim klassischen Kaffee wird das Wasser direkt durch frisch gemahlenen Kaffee geführt.

Beim Instantkaffee wurde der Kaffee bereits extrahiert, konzentriert und anschließend getrocknet.

Bei diesen Verarbeitungsschritten verändern sich die aromatischen Eigenschaften.

Vor allem flüchtige Aromastoffe können während der Verarbeitung verloren gehen.

Deshalb schmeckt Instantkaffee häufig anders als Kaffee, der gerade frisch aus der Bohne gebrüht wurde.

Das bedeutet aber nicht automatisch:

Instantkaffee = schlechter Kaffee.

Das wäre viel zu einfach.

Es ist schlicht eine andere Art der Kaffeezubereitung.

Und wer morgens schnell eine Tasse möchte, kann genau das ziemlich praktisch finden.

☕ Wie viel Koffein steckt in löslichem Kaffee?

Auch Instantkaffee enthält Koffein.

Wie viel genau in einer Tasse steckt, hängt unter anderem vom Produkt und von der verwendeten Menge ab.

Deshalb sollte man nicht einfach behaupten, dass jede Tasse Instantkaffee gleich viel Koffein enthält.

Interessant ist allerdings, dass löslicher Kaffee im Vergleich zu klassischem Bohnenkaffee häufig weniger Koffein pro Tasse liefert – entscheidend sind aber immer Produkt, Dosierung und Zubereitungsmenge.

Wer seinen Koffeinkonsum im Blick behalten möchte, sollte deshalb nicht nur auf die Bezeichnung „Instantkaffee“ schauen, sondern auch auf die konkrete Portionsgröße.

🥄 Wie bereitet man löslichen Kaffee richtig zu?

Eigentlich ist es ganz einfach.

Für eine normale Tasse:

  1. Wasser erhitzen.

  2. Etwa einen bis zwei Teelöffel Instantkaffee in die Tasse geben.

  3. Mit heißem Wasser aufgießen.

  4. Gut umrühren.

  5. Nach Geschmack Milch oder Zucker dazugeben.

Fertig.

Und genau darin liegt wahrscheinlich die größte Stärke von Instantkaffee:

Er ist unkompliziert.

Keine Kaffeemühle.

Kein Filter.

Keine Maschine.

Kein Warten.

Und auch danach muss man nichts auseinanderbauen und reinigen. 😂

🧊 Instantkaffee kann übrigens auch kalt

Löslicher Kaffee eignet sich nicht nur für eine klassische heiße Tasse.

Ein bekanntes Beispiel ist Café Frappé.

Dafür wird Instantkaffee mit Wasser, Eis und je nach Geschmack Zucker oder Milch kombiniert.

Gerade im Sommer kann daraus ein ziemlich erfrischendes Kaffeegetränk werden.

Und natürlich eignet sich Instantkaffee auch zum Backen.

In Tiramisu, Kuchen, Cremes oder Desserts kann löslicher Kaffee praktisch sein, weil man kein zusätzliches Kaffeearoma aufbrühen muss.

Ein kleiner Löffel – und schon ist ordentlich Kaffeegeschmack im Rezept.

🇩🇪 Was ist mit der Kaffeesteuer?

Ja, auch löslicher Kaffee wird in Deutschland besteuert.

Nach Angaben des Bundesportals beträgt die Kaffeesteuer für löslichen Kaffee derzeit 4,78 Euro pro Kilogramm. Für Röstkaffee liegt der Satz bei 2,19 Euro pro Kilogramm.

Das ist ein interessantes Detail, das man bei einem Artikel über Instantkaffee durchaus erwähnen kann.

Aber eben als sachliche Information und nicht als halbe Steuerberatung.

Denn Steuersätze und gesetzliche Regelungen können sich ändern.

☕ Instantkaffee oder frisch gemahlener Kaffee?

Hier gibt es keinen Grund, einen Glaubenskrieg daraus zu machen.

Beide Varianten haben ihre Vorteile.

Löslicher Kaffee Kaffee aus ganzen Bohnen
Sehr schnell zubereitet Frischere Aromawahrnehmung
Keine Maschine notwendig Viele Zubereitungsmöglichkeiten
Einfach zu dosieren Mahlgrad kann angepasst werden
Lange haltbar Bohnen können sehr unterschiedliche Aromen zeigen
Praktisch unterwegs Besonders interessant für Kaffeeliebhaber

Wer morgens nur schnell eine Tasse möchte, kann mit Instantkaffee glücklich werden.

Wer gerne mit Bohne, Mahlgrad, Wassertemperatur und Zubereitung experimentiert, wird dagegen wahrscheinlich mehr Freude an frisch gemahlenem Kaffee haben.

Und genau da beginnt für uns bei TeeBohne der interessante Teil.

❤️ Unser TeeBohne-Blick auf Instantkaffee

Wir beschäftigen uns bei TeeBohne vor allem mit Kaffeebohnen, Röstungen und verschiedenen Zubereitungsarten.

Deshalb ist Instantkaffee für uns eher ein spannender Blick auf die andere Seite der Kaffeewelt.

Denn Kaffee muss nicht immer kompliziert sein.

Manchmal möchte man morgens eine richtig gute Bohne mahlen, die Maschine einstellen und sich ein paar Minuten Zeit nehmen.

Und manchmal möchte man einfach nur:

Tasse raus. Kaffee rein. Wasser drauf. Fertig. 😄

Das darf auch sein.

Denn am Ende soll Kaffee vor allem eines:

schmecken und zum eigenen Alltag passen.

☕ Fazit: Mehr Technik, als man in der Tasse vermutet

Löslicher Kaffee sieht auf den ersten Blick ziemlich unspektakulär aus.

Ein bisschen Pulver.

Heißes Wasser.

Fertig.

Aber dahinter steckt ein aufwendiger Herstellungsprozess.

Aus gerösteten Kaffeebohnen wird zunächst Kaffeeextrakt. Dieser wird konzentriert und anschließend entweder sprüh- oder gefriergetrocknet.

So entsteht ein Produkt, das lange haltbar ist und sich innerhalb weniger Sekunden wieder in eine Tasse Kaffee verwandeln lässt.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Geschichte des Instantkaffees:

Nicht jeder möchte morgens eine Wissenschaft aus seiner Tasse machen.

Manchmal reicht Kaffee.

Und manchmal darf es eben auch schnell gehen. ☕❤️

Noch mehr Kaffee-Wissen von TeeBohne

Wenn dich interessiert, warum Kaffee manchmal bitter schmeckt, welche Bohne zu deinem Vollautomaten passt oder was verschiedene Röstungen eigentlich ausmacht, lohnt sich auch ein Blick in unseren Kaffee-Blog.

Denn dort geht es genau um die Fragen, die beim täglichen Kaffeetrinken irgendwann auftauchen.

Und meistens lautet die wichtigste Frage sowieso:

„Warum schmeckt mein Kaffee heute anders als gestern?“ 😄

Jens von TeeBohne

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