Darjeeling-Region, Indien: Dieser Tee stammt aus der Darjeeling-Region, die im nordöstlichen Teil von Indien liegt. Die hohen Berge, fruchtbaren Böden und das besondere Klima dieser Region schaffen ideale Bedingungen für den Anbau von Teepflanzen.

Darjeeling FTGFOP Margaret's Hope: Eine Erhabene Teeerfahrung aus Darjeeling

Jens Thume · Aktualisiert:

Margaret's Hope Tea Estate: Geschichte und Charakter einer der berühmtesten Darjeeling-Plantagen

Wer sich mit Darjeeling-Tee beschäftigt, stößt früher oder später auf einen Namen immer wieder: Margaret's Hope. Die Plantage gehört zu den bekanntesten und am längsten bestehenden Teegärten der Region – mit einer Geschichte, die weit über Anbau und Ernte hinausgeht.

Lage: Das "Land der weißen Orchideen"

Margaret's Hope liegt im Norden von Kurseong, einer Subdivision des Darjeeling-Distrikts im indischen Bundesstaat Westbengalen. Die Gegend wird wegen ihrer Orchideenvielfalt auch als "Land der weißen Orchideen" bezeichnet. Die Plantage erstreckt sich über rund 585 Hektar (etwa 1.450 Acres) und liegt in Höhenlagen zwischen 950 und 1.830 Metern – ein beachtlicher Höhenunterschied allein innerhalb des Anbaugebiets. Zwei Flüsse durchqueren das Gelände, im Hintergrund erhebt sich das Panorama des Himalaya. Von einem Aussichtspunkt, dem sogenannten "Tea Deck", lässt sich die Landschaft in ihrer vollen Weite überblicken.

Diese großen Höhenunterschiede sind kein Zufall, sondern prägen den Tee direkt: Je höher gelegen, desto langsamer wachsen die Sträucher – und desto konzentrierter werden die Aromen.

Von Bara Ringtong zu Margaret's Hope

Ursprünglich hieß die Plantage Bara Ringtong. Angelegt wurde sie in den 1830er-Jahren, kommerziell etabliert ab 1864. Ihren heutigen Namen erhielt sie erst in den 1920er-Jahren – benannt nach Margaret, der Tochter des damaligen Gutsverwalters J. G. D. Cruickshank, der die Plantage von 1896 bis 1927 leitete.

Der Überlieferung nach verliebte sich Margaret bei einem Besuch so sehr in die Plantage, dass sie versprach, zurückzukehren. Auf der Schiffsreise zurück nach England erkrankte sie jedoch und starb kurz darauf. Ihr Vater soll ihr danach mehrfach auf dem Gelände begegnet sein – ihm zu Ehren wurde die Plantage in Margaret's Hope umbenannt. Diese Geschichte ist bis heute Teil der lokalen Erzähltradition rund um die Plantage.

Die heutige Fabrik auf dem Gelände wurde 1930 von John Taylor errichtet und ist bis heute in Betrieb.

Ein Kapitel Arbeitergeschichte

Margaret's Hope ist nicht nur wegen seines Tees bekannt, sondern auch wegen seiner Bedeutung für die Arbeiterbewegung in Westbengalens Teeindustrie. Im Juni 1955 versammelten sich hunderte Arbeiter:innen der Plantage, um gegen niedrige Löhne und fehlende Sozialleistungen zu protestieren. Der Protest eskalierte, mehrere Demonstrierende kamen bei einem Polizeieinsatz ums Leben. In der Folge schlossen sich Zehntausende Menschen aus der Region dem Protest an. Innerhalb weniger Tage erfüllte die Plantagenleitung die Forderungen der Arbeiter:innen – darunter erstmals in der Geschichte der Teeindustrie die Auszahlung eines Bonus, wie er gesetzlich zwar vorgesehen, bis dahin aber nirgends umgesetzt worden war.

Diese Ereignisse gelten als einer der Ausgangspunkte der organisierten Arbeiterbewegung in der westbengalischen Teeindustrie.

Die Teesträucher und die Ernten

Der überwiegende Teil der Plantage ist mit alten China-Jat-Sträuchern bepflanzt – der kleinblättrigen Varietät von Camellia sinensis, die für die feinen, blumig-fruchtigen Aromen klassischer Darjeelings verantwortlich ist. Daneben wachsen auf Teilflächen modernere Klon-Sorten wie AV2 oder Takdah, die unter anderem für einen höheren Anteil an "Tips" (goldene Blattspitzen) bekannt sind.

Wie die meisten großen Darjeeling-Gärten bringt Margaret's Hope Tee aus mehreren Erntephasen hervor:

  • First Flush (Ende Februar bis April): zart, blumig, hell in der Tasse
  • Second Flush (Mai bis Juni): kräftiger, mit der für Margaret's Hope typischen Muscatel-Note
  • Autumnal Flush (Herbst): milder, weicher im Charakter

Zur Plantage gehört außerdem der Nebengarten Edenvale/Maharani, der administrativ von Margaret's Hope aus mitverwaltet wird und ebenfalls für hochwertige Second-Flush-Tees bekannt ist.

Wer steht heute hinter der Plantage?

Margaret's Hope gehört zur Goodricke Group, die insgesamt fünf Teegärten in Darjeeling betreibt – neben Margaret's Hope auch Thurbo, Badamtam, Barnesbeg und Castleton. Goodricke wiederum ist Teil der an der Londoner Börse notierten Camellia Plc, einem der größeren internationalen Akteure im Teeanbau.

Warum Margaret's Hope bei Kennern einen so guten Ruf hat

Unter Darjeeling-Kennern gilt Margaret's Hope als eine der zuverlässigsten Adressen für klassische Second-Flush-Qualität mit ausgeprägter Muscatel-Note – jenem weinartig-fruchtigen Aroma, das viele mit Muskattrauben vergleichen. Die Kombination aus großer Höhenspanne, altem China-Jat-Bestand und langer Erfahrung der Plantage macht Margaret's Hope zu einem festen Bestandteil vieler Darjeeling-Sortimente weltweit.

Auch unser Darjeeling FTGFOP Margaret's Hope Second Flush stammt von dieser Plantage. Wer mehr über die Zubereitung und das konkrete Geschmacksprofil dieses Tees erfahren möchte, findet die Details direkt auf der Produktseite. Einen breiteren Überblick über die Darjeeling-Region insgesamt – mit ihren First-, Second- und Autumn-Flush-Ernten sowie weiteren bekannten Teegärten – gibt unser Artikel Darjeeling Tee – Eine Reise durch die Teegärten des Himalajas.


Quellen

  • Wikipedia: Margaret's Hope Tea Estate
  • Goodricke Group (Unternehmensangaben zur Plantage)
  • Fachhändler-Recherchen zu Lage, Höhenlage und Sträuchern der Plantage (u. a. Teabox, English Tea Store, Darjeeling Tea Boutique)
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