Earl Grey ist eine beliebte Teesorte, Aroma von Bergamotte, Zitrusfrucht, Charles Grey, ehemaligen britischen Premierminister

Earl Grey schwarzer Tee Information und Zubereitung

Jens Thume · Aktualisiert: · 16 Min. Lesezeit

Earl Grey Tee: Der Klassiker mit Bergamotte – Geschmack, Herkunft & perfekte Zubereitung

Earl Grey.

Schon der Name klingt ein bisschen nach englischem Herrenhaus, gutem Porzellan und jemandem, der beim Tee trinken ganz genau weiß, welchen Löffel er dafür benutzen muss. 😄

Dabei ist Earl Grey eigentlich gar nicht so kompliziert.

Im Kern ist er Schwarztee, der mit dem charakteristischen Aroma der Bergamotte verfeinert wird. Genau dieses Zusammenspiel aus kräftigem Schwarztee und frischer, zitrusartig-floraler Bergamotte macht ihn zu einem der bekanntesten aromatisierten Tees überhaupt.

Und trotzdem gibt es beim Earl Grey einiges zu entdecken.

Warum heißt er eigentlich Earl Grey?

Was hat die Bergamotte mit dem Tee zu tun?

Warum schmeckt der eine Earl Grey kräftig und der nächste wunderbar weich?

Wie viel Bergamotte ist eigentlich sinnvoll?

Und vor allem:

Wie bereitet man Earl Grey so zu, dass er wirklich richtig gut schmeckt?

Genau darum geht es hier.

Infografik TeeBohne Einbeck, die die Zusammensetzung von Earl Grey Tee anschaulich erklärt, mit Fokus auf die Kombination aus hochwertigem Schwarztee und natürlichem Bergamotte-Aroma.


☕ Ein Wort aus dem TeeBohne-Alltag

Earl Grey ist einer dieser Tees, bei denen die Geschmäcker ziemlich schnell auseinandergehen.

Die einen sagen:

„Oh ja, genau diese Bergamotte muss sein!“

Andere trinken ihren Schwarztee lieber ohne Zitrusnote.

Und dann gibt es noch die Menschen, die sagen:

„Earl Grey? Den kenne ich – aber irgendwie schmecken die doch alle gleich.“

Tun sie eben nicht. 😉

Denn Basis-Tee, Bergamotte-Aroma, Dosierung und Zubereitung können aus dem gleichen Grundprinzip ganz unterschiedliche Tassen machen.

Und genau deshalb lohnt es sich, Earl Grey nicht einfach als „Schwarztee mit Zitrus“ abzuhaken.


Was ist Earl Grey eigentlich?

Earl Grey ist kein eigener Teestrauch und auch keine eigene Teepflanze.

Die Bezeichnung steht für eine Mischung auf Basis von schwarzem Tee, die mit Bergamotte aromatisiert wird. Traditionell wird dafür Bergamotteöl beziehungsweise Bergamottearoma verwendet. Die Basis kann aus unterschiedlichen Schwarztees bestehen.

Und genau hier liegt schon ein wichtiger Punkt:

Earl Grey ist nicht gleich Earl Grey.

Denn wenn die Schwarzteebasis wechselt, verändert sich auch die Tasse.

Ein kräftiger Assam verhält sich anders als ein feiner Darjeeling.

Ein Ceylon bringt wieder einen anderen Charakter mit.

Und dann kommt die Bergamotte dazu.

Das ist ungefähr so, als würde man verschiedene Musiker denselben Song spielen lassen.

Das Lied bleibt erkennbar.

Aber es klingt jedes Mal ein bisschen anders. ☕🎶


Was ist Bergamotte?

Die Bergamotte ist eine Zitrusfrucht mit dem botanischen Namen Citrus bergamia.

Für Earl Grey ist allerdings nicht die Frucht selbst das Entscheidende, sondern vor allem das aromatische Öl aus ihrer Schale.

Dieses Öl besitzt einen charakteristischen Duft mit zitrischen, frischen und leicht floralen Eindrücken. Genau diese Note macht Earl Grey unverwechselbar.

Das Interessante:

Bergamotte schmeckt nicht einfach wie Orange.

Und auch nicht einfach wie Zitrone.

Sie bringt ihren ganz eigenen Charakter mit.

Deshalb lässt sich Earl Grey auch nicht einfach durch einen normalen Zitronentee ersetzen.

Zitrone ist Zitrone. Bergamotte ist Bergamotte.

Und wer Earl Grey wirklich mag, erkennt den Unterschied ziemlich schnell.


Warum schmeckt Earl Grey so besonders?

Hier treffen zwei ziemlich unterschiedliche Charaktere aufeinander.

Auf der einen Seite:

Schwarzer Tee

kräftig, herb, aromatisch und je nach Basis mehr oder weniger malzig oder würzig.

Auf der anderen Seite:

Bergamotte

frisch, zitrisch und leicht floral.

Zusammen entsteht daraus ein Tee, der gleichzeitig kräftig und frisch wirken kann.

Genau das macht seinen Reiz aus.

Die Bergamotte soll den Schwarztee schließlich nicht einfach erschlagen.

Sie soll ihn ergänzen.

Und hier trennt sich für mich auch ein guter Earl Grey von einem sehr aufdringlich aromatisierten.

Bei einem harmonischen Earl Grey denkst du nach dem ersten Schluck nicht:

„Bergamotte! Bergamotte! BERGAMOTTE!“

Sondern eher:

„Oh, das passt.“ 😄


Wie ist Earl Grey entstanden?

Um Earl Grey ranken sich einige Geschichten.

Der Tee wurde nach Charles Grey, dem 2. Earl Grey und früheren britischen Premierminister, benannt. Um die Entstehung des Tees gibt es allerdings verschiedene Legenden. Eine bekannte Geschichte erzählt von einer Reise, einem Teelieferanten und der Idee, den Geschmack des Wassers mit Bergamotte zu beeinflussen.

Historisch ist diese berühmte Geschichte allerdings nicht eindeutig belegt. Auch die Vorstellung, Charles Grey habe den Earl Grey persönlich erfunden, gilt als Legende. Belegte Hinweise auf die Bezeichnung „Earl Grey“ tauchen erst deutlich später auf.

Und genau deshalb würde ich bei solchen Teegeschichten immer ein kleines Fragezeichen stehen lassen.

Denn:

Eine schöne Geschichte ist nicht automatisch eine belegte Geschichte.

Das macht sie aber nicht weniger interessant. 😉


Earl Grey und Charles Grey – was stimmt wirklich?

Der Name ist tatsächlich mit Charles Grey verbunden.

Der heutige Earl-Grey-Tee lässt sich aber nicht einfach auf einen einzigen Erfinder zurückführen.

Historische Hinweise zeigen, dass sich die Bezeichnung Earl Grey erst im 19. Jahrhundert im Teehandel etablierte. Die bekannte Geschichte vom chinesischen Teehändler und der Rettung einer Teelieferung gehört eher in die Kategorie „schöne Entstehungsgeschichte“ als in die Abteilung „zweifelsfrei bewiesen“.

Das finde ich eigentlich viel spannender.

Denn Tee hat ohnehin eine Geschichte voller Geschichten, Legenden und Überlieferungen.

Und Earl Grey macht da keine Ausnahme.


Welche Schwarztees werden für Earl Grey verwendet?

Hier wird es für Teefans richtig interessant.

Denn Earl Grey ist keine festgelegte Sorte eines einzigen Schwarztees.

Als Basis können unterschiedliche Schwarztees dienen.

Je nach Mischung kommen beispielsweise Ceylon, Assam, chinesische Schwarztees oder andere Schwarzteequalitäten zum Einsatz.

Und das merkt man.

Earl Grey mit kräftiger Basis

Eine kräftigere Schwarzteebasis kann einen volleren, würzigeren Tee ergeben.

Earl Grey mit feinerer Basis

Eine feinere Teebasis lässt dagegen häufig mehr Raum für die Bergamotte.

Earl Grey mit Darjeeling

Hier kann die Mischung besonders elegant und feiner wirken.

Und genau deshalb lohnt es sich, bei Earl Grey nicht nur auf den Namen zu schauen.

Die Frage ist nicht nur: „Ist es Earl Grey?“

Sondern:

„Welche Basis steckt darunter?“


Earl Grey ist nicht gleich Earl Grey

Das ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Erkenntnisse dieses Artikels.

Zwei Tees können beide Earl Grey heißen und trotzdem ziemlich unterschiedlich schmecken.

Dafür gibt es mehrere Gründe:

Die Schwarzteebasis

Die Qualität der Blätter

Das Bergamotteöl bzw. Bergamottearoma

Die Intensität der Aromatisierung

Weitere Zutaten

Ziehzeit

Wassertemperatur

Und natürlich:

dein eigener Geschmack.

Deshalb lohnt es sich, einmal verschiedene Earl-Grey-Varianten zu probieren.


Welche Varianten von Earl Grey gibt es?

Der klassische Earl Grey ist schon vielseitig.

Aber inzwischen gibt es zahlreiche Varianten.

Lady Grey

Lady Grey wird häufig als mildere und fruchtigere Variante beschrieben und kann zusätzliche Zitrusnoten beziehungsweise weitere Aromen enthalten.

Earl Grey mit Jasmin

Hier kommt neben der Bergamotte noch eine florale Komponente dazu.

Earl Grey mit weiteren Zitrusnoten

Orange oder Zitrone können den Zitruscharakter verstärken.

Earl Grey auf Darjeeling-Basis

Eine interessante Variante für alle, die es etwas feiner mögen.

Entkoffeinierter Earl Grey

Auch für Menschen, die ihren Tee gerne später am Tag trinken, gibt es passende Varianten.

Das Grundprinzip bleibt aber:

Schwarztee + Bergamotte = Earl Grey.

Alles Weitere ist die individuelle Interpretation.


Wie viel Koffein hat Earl Grey?

Earl Grey basiert in der Regel auf schwarzem Tee und enthält deshalb Koffein.

Wie viel tatsächlich in deiner Tasse landet, hängt aber von mehreren Faktoren ab:

Teemenge

Blattgrad

Ziehzeit

Wassertemperatur

und natürlich der verwendeten Teemischung.

Deshalb kann man nicht seriös sagen:

„Eine Tasse Earl Grey enthält immer exakt X Milligramm Koffein.“

So funktioniert Tee leider nicht.

Wenn du genau wissen möchtest, wie sich Koffein beim Aufguss verändert, lohnt sich auch unser Beitrag über Koffein und Tee.

Und für den späten Abend gibt es natürlich entkoffeinierte Varianten.

Infografik TeeBohne Einbeck, die eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur perfekten Zubereitung von losem Earl-Grey-Tee bietet, inklusive Tipps zu Dosierung, Wassertemperatur und Ziehzeit


Earl Grey richtig zubereiten

Jetzt kommen wir zum wichtigsten Teil.

Denn ein guter Earl Grey kann durch die falsche Zubereitung ziemlich schnell von:

„Mmmh, lecker.“

zu:

„Warum schmeckt mein Tee gerade wie ein schlecht gelaunter Aschenbecher?“

werden. 😄

Dabei ist die Zubereitung gar nicht schwierig.


☕ Die richtige Menge Earl Grey

Als Ausgangspunkt kannst du etwa 2–3 Gramm losen Tee pro Tasse verwenden.

Das entspricht ungefähr einem Teelöffel, abhängig vom Blattgrad.

Wenn du deinen Tee kräftiger möchtest, kannst du die Menge leicht erhöhen.

Ich würde aber nicht sofort die Ziehzeit massiv verlängern.

Denn:

Mehr Intensität erreicht man nicht immer am besten durch längeres Ziehen.


💧 Welche Wassertemperatur ist richtig?

Für schwarzen Earl Grey ist sehr heißes Wasser sinnvoll.

Als praktische Orientierung kannst du dich an etwa 90–100 °C orientieren, wobei viele Zubereitungsempfehlungen für Schwarztee mit frisch aufgekochtem Wasser arbeiten.

Der TeeBohne-Artikel nennt 90–95 °C als Ausgangspunkt.

Und genau deshalb würde ich beim Wasser nicht unnötig kompliziert werden:

Frisches Wasser verwenden, gut erhitzen und nicht ewig im Wasserkocher vor sich hin kochen lassen.


⏱️ Wie lange muss Earl Grey ziehen?

Als Ausgangspunkt sind ungefähr 3–5 Minuten sinnvoll.

Hier darfst du aber deinen Geschmack entscheiden lassen.

Etwa 3 Minuten

Oft etwas leichter und frischer.

Etwa 4 Minuten

Kräftiger, aber meist noch schön ausgewogen.

Etwa 5 Minuten

Deutlich kräftiger und herber.

Und dann gibt es natürlich Menschen, die sagen:

„Vier Minuten? Ich lasse den Tee fünf Minuten vierzig Sekunden ziehen.“

Kann man machen. 😄

Aber ich würde zunächst mit einem vernünftigen Ausgangspunkt beginnen und anschließend nur eine Stellschraube verändern.


Das Wichtigste bei der Zubereitung: Nicht alles gleichzeitig ändern

Das ist ein kleiner TeeBohne-Tipp.

Wenn dein Earl Grey zu schwach ist, ändere nicht gleichzeitig:

Menge + Temperatur + Ziehzeit + Wasser.

Dann weißt du am Ende nämlich überhaupt nicht, was geholfen hat.

Besser:

Erst die Teemenge verändern.

Dann probieren.

Danach eventuell:

Ziehzeit verändern.

So lernst du deinen Tee und deine persönliche Lieblingszubereitung kennen.


Loser Earl Grey oder Teebeutel?

Beides funktioniert.

Aber loser Tee hat einen entscheidenden Vorteil:

Die Blätter haben mehr Platz.

Gerade bei größerem Blatt können sich die Teeblätter beim Aufgießen deutlich ausdehnen.

Ein ausreichend großer Filter oder ein geräumiges Teesieb ist deshalb meist sinnvoller als ein winziges Tee-Ei, in dem die Blätter aussehen, als hätten sie gerade eine Einzimmerwohnung bekommen. 😄

Wer mehr über Teefilter und Teeeier wissen möchte, für den werden wir genau dieses Thema auch noch ausführlicher aufbereiten.


Darf Earl Grey Milch?

Ja.

Und jetzt beginnt natürlich die Glaubensfrage des Tages. 😄

Viele trinken Earl Grey pur. Andere mögen ihn mit Milch.

Beides ist völlig legitim.

Eine kräftigere Schwarzteebasis kann mit etwas Milch wunderbar funktionieren. Bei einer sehr feinen Earl-Grey-Mischung würde ich dagegen zuerst einmal pur probieren.

Denn Milch verändert das Mundgefühl und kann feine Zitrusaromen etwas zurücknehmen.


Earl Grey mit Zitrone?

Auch das geht.

Allerdings würde ich auch hier zuerst einmal pur probieren. Denn die Bergamotte bringt bereits eine deutliche Zitrusnote mit.

Wenn dann noch Zitrone dazukommt, kann die Mischung schnell ziemlich zitronig werden.

Wer genau das mag:

Nur zu.

Tee ist schließlich kein Mathematikunterricht.


Earl Grey mit Zucker?

Natürlich kannst du Earl Grey süßen.

Aber probier ihn zuerst einmal ohne. Gerade eine gute Bergamotte-Note kann zusammen mit einem passenden Schwarztee eine schöne Balance aus Herbheit, Frische und Aroma entwickeln.

Wenn dir das zu kräftig ist, kann etwas Zucker oder eine andere Süßung die Tasse abrunden.

Aber auch hier:

Erst probieren. Dann verändern.


Was passt zu Earl Grey?

Jetzt wird es gemütlich.

Earl Grey funktioniert wunderbar zu:

  • Kuchen
  • Gebäck
  • Zitronenkuchen
  • Schokolade
  • Frühstück
  • Scones

und natürlich zum klassischen Afternoon Tea.

Die frische Bergamottenote macht den Tee gerade zu süßeren Speisen interessant.

Ein Stück Kuchen und eine Tasse Earl Grey?

Da sage ich persönlich:

Schlechter Plan? Eher nicht. 😄

Artikel dazu: So kombinierst du Tee passend zu Speisen


Earl Grey als Eistee

Earl Grey muss übrigens nicht immer heiß in der Tasse landen.

Er eignet sich auch als Basis für Eistee.

Dabei ist die Zubereitung etwas anders als bei einem klassischen heißen Aufguss, weil wir den Tee später abkühlen und häufig mit Eis, Zitrusfrüchten oder weiteren Zutaten kombinieren.

Besonders schön ist Earl Grey beispielsweise mit:

  • Zitrone
  • Orange
  • Minze
  • Eiswürfeln

und etwas Süße nach Geschmack.

So wird aus dem britischen Klassiker plötzlich ein ziemlich erfrischendes Sommergetränk.

Wie mache ich Eistee selbst, ein kleiner Ratgeber von mir.


Earl Grey zum Frühstück oder am Nachmittag?

Eigentlich beides.

Zum Frühstück passt er wunderbar zu Brot, Marmelade, Gebäck oder einem klassischen Frühstück.

Am Nachmittag wird daraus schnell eine kleine Auszeit.

Und genau da liegt für mich eine der großen Stärken von Earl Grey:

Er kann morgens ordentlich Charakter haben und gleichzeitig am Nachmittag elegant wirken.

Je nachdem, wie du ihn zubereitest.


Warum kann Earl Grey bitter werden?

Das ist eine der häufigsten Fragen.

Und meistens liegt es nicht daran, dass Earl Grey „schlecht“ ist.

Häufig spielen Teemenge und Ziehzeit eine Rolle.

Wenn der Tee für deinen Geschmack zu lange zieht, können die herben und bitteren Eindrücke stärker werden.

Auch eine sehr hohe Extraktion kann das Geschmacksbild verändern.

Deshalb gilt:

Wenn dein Earl Grey zu bitter ist, probiere zunächst eine kürzere Ziehzeit oder etwas weniger Tee.

Nicht sofort:

„Mehr Zucker!“

Denn damit versteckst du manchmal nur das eigentliche Problem. 😄


Warum schmeckt Earl Grey manchmal zu künstlich?

Das kann verschiedene Gründe haben.

Nicht jeder Earl Grey verwendet dieselbe Art der Aromatisierung.

Bei handelsüblichen Earl-Grey-Tees kommen sowohl Bergamotteöl als auch andere Formen der Aromatisierung zum Einsatz. Die Bezeichnung und Zutaten können sich deshalb von Produkt zu Produkt unterscheiden.

Wenn dir ein Earl Grey zu künstlich vorkommt, lohnt sich ein Blick auf:

Zutatenliste

Aromabezeichnung

Bergamotte-Anteil beziehungsweise Aromaintensität

Schwarzteebasis

Denn manchmal ist nicht die Bergamotte das Problem.

Sondern einfach:

zu viel davon.


Warum riecht Earl Grey manchmal stärker als er schmeckt?

Das ist gar nicht ungewöhnlich.

Bergamotte besitzt ein sehr charakteristisches und intensives Aroma.

Beim Öffnen der Packung kann der Duft deshalb wesentlich stärker wirken als später im Aufguss.

Das kann sogar ein Zeichen dafür sein, dass das Aroma sehr flüchtig und deutlich wahrnehmbar ist.

Beim Aufgießen verbindet es sich dann mit dem Schwarztee.

Und genau dieses Zusammenspiel ist letztlich entscheidend.


Wie lagere ich Earl Grey richtig?

Hier gilt im Grunde dasselbe wie bei anderem losem Tee:

trocken

kühl

lichtgeschützt

und möglichst luftdicht.

Gerade aromatisierte Tees sollten außerdem nicht neben sehr stark riechenden Lebensmitteln gelagert werden.

Denn Tee kann Aromen aus seiner Umgebung aufnehmen.

Und ganz ehrlich:

Earl Grey mit einer leichten Note von Kümmel aus dem Gewürzschrank wäre zwar eine spannende Neuentwicklung.

Aber wahrscheinlich keine gute. 😄


Warum ist Earl Grey einer der bekanntesten aromatisierten Tees?

Weil die Kombination einfach funktioniert.

Schwarztee bringt Struktur.

Bergamotte bringt Frische.

Und zusammen entsteht ein Geschmacksprofil, das gleichzeitig vertraut und unverwechselbar ist.

Earl Grey ist deshalb nicht nur ein schwarzer Tee mit „irgendwelchem Aroma“.

Er hat eine eigene sensorische Identität entwickelt.

Und genau deshalb gehört er bis heute zu den bekanntesten aromatisierten Schwarztees.


Earl Grey kaufen – worauf solltest du achten?

Wenn du Earl Grey kaufst, würde ich auf ein paar Dinge schauen.

Welche Schwarzteebasis steckt darin?

Ceylon?

Darjeeling?

Assam?

China?

Oder eine Mischung?

Wie wird aromatisiert?

Steht Bergamotteöl in der Zutatenliste?

Oder allgemein Aroma?

Wie intensiv soll die Bergamotte sein?

Magst du es kräftig-zitrisch?

Oder lieber dezent?

Lose Blätter oder Beutel?

Wenn du gern mit Teemenge und Ziehzeit spielst, ist loser Tee interessant.

Was möchtest du damit machen?

Pur?

Mit Milch?

Mit Zitrone?

Als Eistee?

Denn auch das beeinflusst die Wahl.


Ein kleiner Geschmackskompass

Du magst … Dann könnte dir gefallen
kräftigen Schwarztee Earl Grey mit kräftiger Schwarzteebasis
feine Aromen Earl Grey mit feinerer Schwarzteebasis
deutliche Zitrusnoten intensiver aromatisierter Earl Grey
sanftere Zitrusnoten zurückhaltend aromatisierte Variante
florale Noten Earl Grey mit Jasmin oder floralen Ergänzungen
mehr Frische Earl Grey mit zusätzlichen Zitrusnoten
weniger Koffein entkoffeinierte Earl-Grey-Variante

Earl Grey ist mehr als nur „Tee mit Bergamotte“

Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis.

Earl Grey lebt vom Zusammenspiel.

Die Schwarzteebasis ist wichtig.

Die Bergamotte ist wichtig.

Die Dosierung ist wichtig.

Und die Zubereitung ist wichtig.

Das heißt:

Ein Earl Grey kann kräftig, weich, blumig, zitrisch, würzig oder elegant wirken.

Und deshalb lohnt es sich, verschiedene Varianten auszuprobieren.

Denn vielleicht hast du bisher nur einen Earl Grey getrunken, der einfach nicht dein Earl Grey war.


Mein TeeBohne-Tipp für die perfekte Tasse

Wenn du einen neuen Earl Grey ausprobierst, mach es ganz einfach.

1. Frisches Wasser verwenden.

2. Mit etwa 2–3 g Tee pro Tasse starten.

3. Sehr heiß aufgießen.

4. Etwa 3–5 Minuten ziehen lassen.

5. Erst einmal pur probieren.

Und erst danach entscheiden:

Milch?

Zitrone?

Zucker?

Oder einfach so lassen?

Denn bevor du einen Tee veränderst, solltest du ihm wenigstens einmal die Chance geben, sich selbst vorzustellen. 😉


Earl Grey – mein Fazit

Earl Grey ist ein Klassiker.

Aber ein Klassiker muss nicht langweilig sein.

Ganz im Gegenteil.

Hinter der bekannten Kombination aus Schwarztee und Bergamotte steckt erstaunlich viel Spielraum.

Je nach Teebasis, Aromatisierung und Zubereitung kann Earl Grey ganz unterschiedlich schmecken.

Mal kräftig.

Mal elegant.

Mal deutlich zitrisch.

Mal eher dezent.

Und genau das macht ihn so interessant.

Für mich ist Earl Grey deshalb ein schöner Tee für Menschen, die schwarzen Tee mögen, aber gleichzeitig Lust auf etwas Frische und Besonderheit haben.

Oder anders gesagt:

Schwarztee kann auch mal Zitrus tragen. Und Earl Grey macht das ziemlich gut. ☕🍋

Und wenn du bisher dachtest:

„Earl Grey kenne ich.“

Dann sage ich:

Vielleicht kennst du einen Earl Grey.

Die Welt des Earl Grey ist ein bisschen größer. 😄


Häufige Fragen zu Earl Grey

Was ist Earl Grey Tee?

Earl Grey ist ein aromatisierter Schwarztee, der charakteristisch mit Bergamotte verfeinert wird. Die Schwarzteebasis kann aus unterschiedlichen Tees bestehen, weshalb verschiedene Earl-Grey-Mischungen geschmacklich deutlich voneinander abweichen können.

Warum heißt der Tee Earl Grey?

Der Tee wurde nach Charles Grey, dem 2. Earl Grey, benannt. Die genaue Entstehungsgeschichte des Tees ist jedoch nicht eindeutig belegt. Die häufig erzählte Geschichte eines chinesischen Teelieferanten gehört eher zu den historischen Legenden rund um den Tee.

Was gibt Earl Grey seinen typischen Geschmack?

Für den charakteristischen Geschmack sorgt vor allem die Bergamotte. Ihr zitrisches, frisches und leicht florales Aroma verbindet sich mit dem Geschmack des schwarzen Tees.

Ist Earl Grey immer schwarzer Tee?

Der klassische Earl Grey basiert auf schwarzem Tee. Es gibt inzwischen aber auch moderne Varianten auf anderen Teebasen, weshalb die genaue Zutatenliste beziehungsweise Produktbeschreibung beim Kauf hilfreich ist.

Wie viel Koffein enthält Earl Grey?

Da Earl Grey normalerweise auf schwarzem Tee basiert, enthält er Koffein. Die tatsächliche Menge kann je nach Teemischung, Teemenge und Zubereitung unterschiedlich sein.

Wie heiß sollte Earl Grey aufgegossen werden?

Für Earl Grey auf Schwarzteebasis kannst du mit sehr heißem Wasser arbeiten. Der bisherige TeeBohne-Artikel nennt etwa 90–95 °C; allgemein werden für Schwarztee auch Aufgüsse mit frisch gekochtem Wasser verwendet.

Wie lange sollte Earl Grey ziehen?

Als guter Ausgangspunkt gelten ungefähr 3–5 Minuten. Je länger der Tee zieht, desto kräftiger und häufig auch herber wird er.

Kann man Earl Grey mit Milch trinken?

Ja. Vor allem kräftigere Schwarzteebasen können gut mit Milch harmonieren. Bei feineren Earl-Grey-Mischungen lohnt es sich, den Tee zunächst pur zu probieren.

Kann man Earl Grey mit Zitrone trinken?

Ja. Zitrone kann die vorhandene Zitrusnote der Bergamotte zusätzlich betonen. Wer einen eher klaren Earl-Grey-Geschmack kennenlernen möchte, sollte ihn zunächst ohne Zitrone probieren.

Kann man Earl Grey süßen?

Natürlich. Zucker oder andere Süßungsmittel können verwendet werden. Gerade bei einer aromatisch ausgewogenen Mischung lohnt es sich allerdings, den Tee zunächst pur zu probieren.

Ist Earl Grey bitter?

Earl Grey muss nicht bitter sein. Ein zu kräftiger oder bitterer Aufguss kann unter anderem durch eine zu lange Ziehzeit oder eine für den persönlichen Geschmack zu hohe Teemenge entstehen.

Warum schmeckt Earl Grey manchmal künstlich?

Das hängt unter anderem von der Art und Intensität der Aromatisierung ab. Nicht jede Earl-Grey-Mischung verwendet dieselbe Form der Bergamotte-Aromatisierung. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste.

Gibt es Earl Grey auch entkoffeiniert?

Ja. Es gibt entkoffeinierte Earl-Grey-Mischungen. Das kann besonders interessant sein, wenn du den charakteristischen Bergamotte-Geschmack auch zu späterer Stunde genießen möchtest.

Welche Speisen passen zu Earl Grey?

Earl Grey harmoniert besonders gut mit Kuchen, Gebäck, Scones, Zitronenkuchen, Schokolade und vielen Frühstücksspeisen. Die frische Bergamottenote kann einen schönen Kontrast zu süßen Speisen bilden.

Kann man Earl Grey als Eistee verwenden?

Ja. Earl Grey eignet sich sehr gut als Grundlage für selbst gemachten Eistee. Besonders gut passen Zitrone, Orange, Minze und Eiswürfel.

Wie sollte Earl Grey gelagert werden?

Trocken, möglichst luftdicht, lichtgeschützt und fern von starken Gerüchen. Gerade aromatisierte Tees sollten nicht neben stark riechenden Gewürzen oder Lebensmitteln gelagert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Earl Grey und Lady Grey?

Lady Grey wird häufig als Variante des Earl Grey mit zusätzlicher Zitrus- beziehungsweise floraler Aromatik beschrieben. Die genaue Zusammensetzung hängt vom jeweiligen Produkt ab.


Noch ein Tee?

Wenn dich die Welt des Earl Grey jetzt neugierig gemacht hat, lohnt sich auch ein Blick auf unseren Schwarztee-Ratgeber.

Und wer besonders auf die richtige Zubereitung von Tee achten möchte, findet bei TeeBohne natürlich auch passendes Teezubehör.

Denn am Ende gilt auch beim Earl Grey:

Guter Tee braucht keine große Show.
Er braucht gutes Wasser, ein bisschen Zeit und jemanden, der ihn genießen kann.
☕❤️



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