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Grüner Tee: Perfekte Zubereitung, Lagerung und Dosierung
Jens Thume · Aktualisiert: · 13 Min. LesezeitGrüner Tee richtig lagern, dosieren und zubereiten
So bleibt Grüntee möglichst lange frisch und aromatisch
Grüner Tee ist ein bisschen eigen.
Er mag es frisch, trocken und dunkel.
Er mag keine Hitze.
Er mag keine Feuchtigkeit.
Und mit Sauerstoff geht er auch nicht unbedingt gerne eine langfristige Freundschaft ein. 😄
Das klingt zunächst vielleicht nach ziemlich viel Aufwand.
Ist es aber gar nicht.
Wenn man ein paar einfache Grundregeln kennt, lässt sich Grüntee zu Hause sehr gut lagern und zubereiten.
Und genau darum geht es hier:
Wie viel Tee nehme ich?
Wie heiß sollte das Wasser sein?
Wie lange sollte Grüntee ziehen?
Und vor allem:
Wie lagere ich ihn so, dass er auch Wochen oder Monate später noch nach Grüntee schmeckt – und nicht nach „irgendwas aus dem Küchenschrank“?
Das Wichtigste zuerst
Wenn du dir nur fünf Dinge merken möchtest, dann diese:
🍃 Grüntee trocken lagern.
☀️ Licht vermeiden.
🔥 Hitze vermeiden.
💨 Möglichst wenig Sauerstoff an den Tee lassen.
👃 Starke Gerüche fernhalten.
Und bei der Zubereitung:
Nicht automatisch kochendes Wasser verwenden.
Denn Grüntee ist kein Schwarztee.
Und genau da passieren die meisten Fehler.

Warum Grüntee bei der Lagerung empfindlicher ist
Grüntee wird im Gegensatz zu Schwarztee nicht vollständig oxidiert. Bei der Herstellung werden die frischen Blätter erhitzt, um enzymatische Veränderungen und Oxidation weitgehend zu stoppen.
Dadurch bleiben viele typische frische Eigenschaften des Tees erhalten.
Das ist einer der Gründe, warum guter Grüntee so frisch, grün, pflanzlich, floral oder umami-reich wirken kann.
Aber diese Frische ist gleichzeitig seine Schwachstelle.
Denn nach der Verarbeitung ist der Tee nicht plötzlich unveränderlich.
Während der Lagerung laufen weiterhin chemische Veränderungen ab.
Temperatur, Sauerstoff und Feuchtigkeit können dabei die Qualität beeinflussen. Untersuchungen zur Lagerung von Grüntee zeigen beispielsweise deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Lagerbedingungen; höhere Temperaturen beschleunigten in einer aktuellen Untersuchung die Qualitäts- und Catechinveränderungen, während niedrige Sauerstoffbedingungen die Erhaltung unterstützten.
Das bedeutet ganz einfach:
Je besser du deinen Grüntee lagerst, desto länger bleibt sein ursprünglicher Charakter erhalten.
Die vier größten Feinde von Grüntee
Ich merke mir das tatsächlich ganz einfach:
☀️ Licht
Licht kann Aroma und Inhaltsstoffe beeinflussen.
Untersuchungen an Grüntee-Infusionen zeigen beispielsweise, dass Lichtschutz die Stabilität von EGCG gegenüber licht-exponierter Lagerung verbessern kann und dass auch sensorisch Unterschiede wahrgenommen werden können.
Deshalb:
Nicht ins offene Regal direkt neben das Fenster stellen.
Auch wenn das Glas mit den schönen grünen Blättern dort natürlich besonders hübsch aussieht.
Für die Küche ist das dekorativ.
Für den Tee eher nicht. 😄
🔥 Wärme
Wärme beschleunigt viele chemische Reaktionen.
Das gilt auch bei der Lagerung von Tee.
Eine Untersuchung mit Huangshan Maofeng zeigte beispielsweise, dass bei höherer Lagertemperatur die sensorische Frische schneller verloren ging; bei niedrigen Temperaturen blieb die Qualität länger erhalten.
Deshalb gehört Grüntee nicht:
- neben den Herd
- auf die Fensterbank
- neben die Heizung
- in einen warmen Küchenschrank
- ins Auto
- oder auf den Dachboden
Ein normaler, eher kühler Küchenschrank ist wesentlich besser.
💧 Feuchtigkeit
Das ist ein ganz wichtiger Punkt.
Tee ist ein getrocknetes Lebensmittel.
Er nimmt Feuchtigkeit aus seiner Umgebung auf.
Und genau das wollen wir möglichst verhindern.
Deshalb sollte die Verpackung nach der Entnahme wieder gut verschlossen werden.
Nicht:
Tüte auf – Tee nehmen – Tüte irgendwie umknicken – fertig.
Sondern:
so wenig Luft und Feuchtigkeit wie praktisch möglich hineinlassen.
💨 Sauerstoff
Auch Sauerstoff spielt eine Rolle.
Bei Grüntee können oxidative Veränderungen während der Lagerung Aroma und Zusammensetzung beeinflussen. Untersuchungen zeigen, dass geringerer Sauerstoffkontakt die Stabilität bestimmter Inhaltsstoffe verbessern kann.
Deshalb sind luftdichte Verpackungen sinnvoll.
Aber Achtung:
Luftdicht heißt nicht automatisch „Vakuum muss sein“.
Für den normalen Haushalt reicht eine gut schließende, geeignete Teeverpackung völlig aus.
Wenn du regelmäßig Tee trinkst und die Packung innerhalb überschaubarer Zeit verbrauchst, musst du aus deinem Küchenschrank kein Labor machen.
👃 Und Gerüche?
Dieser Punkt wird gerne vergessen.
Tee nimmt Fremdgerüche an.
Und zwar ziemlich zuverlässig.
Deshalb sollte Grüntee nicht direkt neben Dingen stehen wie:
- Kaffee
- Gewürzen
- Knoblauch
- Zwiebeln
- stark aromatischen Kräutern
- Wasch- oder Reinigungsmitteln
Denn wenn dein feiner Sencha plötzlich ein bisschen nach Knoblauch riecht, haben wir ein Problem.
Und nein:
Das ist dann kein neuer japanischer Trend. 😂
Wie sollte Grüntee idealerweise verpackt sein?
Für die Lagerung sind Verpackungen sinnvoll, die den Tee möglichst gut vor:
Licht + Feuchtigkeit + Sauerstoff + Fremdgerüchen
schützen.
Besonders hochwertige Grüntees werden deshalb häufig in Verpackungen mit guten Barriereeigenschaften angeboten.
Mehrschichtige Verbundverpackungen oder lichtgeschützte Beutel können hier Vorteile haben.
Eine wissenschaftliche Untersuchung zu Grüntee-Infusionen zeigte beispielsweise, dass Verpackung und Lichtschutz die Stabilität von EGCG beeinflussen können.
Für den normalen Teeschrank lautet die praktische Übersetzung:
Dunkel, trocken, gut verschlossen und nicht neben stark riechenden Lebensmitteln.
Mehr muss es im Alltag oft gar nicht sein.
Kühlschrank – ja oder nein?
Jetzt wird es interessant.
Denn man findet dazu im Internet zwei ziemlich unterschiedliche Meinungen.
Die einen sagen:
„Grüntee unbedingt in den Kühlschrank!“
Die anderen sagen:
„Auf keinen Fall!“
Die Wahrheit ist etwas differenzierter.
Für den normalen täglichen Teevorrat ist der Kühlschrank nicht zwingend notwendig.
Ein guter, trockener, dunkler und möglichst kühler Schrank reicht normalerweise völlig aus.
Warum?
Weil ein Kühlschrank gleichzeitig ein Problem mitbringt:
Kondensation und Fremdgerüche.
Wenn du eine kalte Teepackung aus dem Kühlschrank holst und sofort öffnest, kann sich durch Temperaturunterschiede Feuchtigkeit bilden.
Und Feuchtigkeit ist genau das, was wir vermeiden wollen.
Kann man Grüntee trotzdem kühlen oder einfrieren?
Ja.
Und hier wird es fachlich interessant.
Untersuchungen zeigen, dass sehr niedrige Lagertemperaturen die Qualität von Grüntee deutlich besser erhalten können als Raumtemperatur. In einer Studie blieb Huangshan Maofeng bei −20 °C beziehungsweise −80 °C über den Untersuchungszeitraum frischer als bei 4 °C oder Raumtemperatur.
Das heißt aber nicht:
„Alle Teepackungen jetzt ab in die Gefriertruhe.“
Für den normalen Haushalt ist das meist unnötig.
Interessant kann Tiefkühllagerung eher sein, wenn man größere Mengen eines besonders hochwertigen Tees langfristig aufbewahren möchte.
Dann muss die Verpackung allerdings wirklich sehr gut gegen Feuchtigkeit und Sauerstoff geschützt sein.
Und vor allem:
Nicht ständig rein und raus.
Denn jedes Öffnen und Wiederaufwärmen kann Kondensation begünstigen.
Wie lange hält Grüntee?
Hier würde ich bewusst keine pauschale Zahl wie „Grüntee hält exakt zwei Jahre“ nennen.
Denn das hängt von mehreren Faktoren ab:
- Sorte
- Qualität
- Verarbeitung
- Verpackung
- Lagerbedingungen
- Öffnungshäufigkeit
- ursprünglicher Frische
Und vor allem:
„Noch genießbar“ ist nicht dasselbe wie „noch auf seinem geschmacklichen Höhepunkt“.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Grüntee kann lange Zeit trinkbar bleiben und trotzdem deutlich an Frische und Aroma verloren haben.
Deshalb würde ich Grüntee lieber in überschaubaren Mengen kaufen und regelmäßig verbrauchen, statt einen riesigen Vorrat anzulegen.
Wie erkenne ich alten Grüntee?
Die Nase ist hier ein ziemlich guter Freund.
Frischer Grüntee kann je nach Sorte beispielsweise wirken:
- frisch
- pflanzlich
- grasig
- floral
- nussig
- süßlich
- umami-reich
Alter oder ungünstig gelagerter Tee kann dagegen flacher wirken.
Aromen können verschwinden.
Der Tee kann dumpfer oder papieren wirken.
Oder schlicht:
„Irgendwie schmeckt der nicht mehr so wie früher.“
Genau das ist häufig der Punkt.

Jetzt zur Dosierung
Kommen wir zu dem zweiten großen Thema dieses Artikels.
Wie viel Grüntee brauche ich?
Als praktischen Ausgangspunkt kannst du für viele Grüntees etwa
2–3 g auf 200–250 ml Wasser
verwenden.
Das ist keine Naturkonstante.
Aber eine sehr brauchbare Ausgangsbasis.
Danach wird angepasst.
Mehr Tee = besserer Tee?
Nein.
Mehr Tee bedeutet zunächst einmal:
mehr Extraktion beziehungsweise höhere Konzentration.
Das kann gewünscht sein.
Aber irgendwann wird der Aufguss zu kräftig.
Deshalb würde ich nicht einfach sagen:
„Der Tee schmeckt zu schwach? Dann doppelte Menge.“
Besser:
kleine Schritte.
Zum Beispiel:
2 g → 2,5 g → 3 g.
So merkst du, wo dein persönlicher Sweet Spot liegt.
Dosierung nach Teesorte
Und wieder gilt:
Der Tee entscheidet mit.
Ein feiner Gyokuro wird anders dosiert als ein Bancha.
Ein luftiger großblättriger chinesischer Grüntee anders als sehr feines japanisches Blattgut.
Das Volumen kann deshalb täuschen.
Ein Teelöffel ist nicht automatisch immer dieselbe Menge in Gramm.
Deshalb ist eine kleine Küchenwaage für Teefreunde tatsächlich ein ziemlich praktisches Werkzeug.
Nicht zwingend.
Aber praktisch.
Die einfache Dosierungsformel
Wenn du einen neuen Grüntee bekommst, würde ich so anfangen:
200–250 ml Wasser
2–3 g Tee
passende Temperatur
kurze bis mittlere Ziehzeit
Dann probieren.
Zu schwach?
→ etwas mehr Tee oder etwas länger ziehen.
Zu stark?
→ etwas weniger Tee oder kürzer ziehen.
Nicht gleich alles gleichzeitig verändern.
Das ist der einfachste Weg, einen Tee kennenzulernen.
Und jetzt zur Zubereitung
Hier müssen wir gar nicht mehr alles von vorne erzählen.
Denn dafür haben wir bereits unseren ausführlichen Zubereitungsartikel.
Wenn du wirklich tief in Temperatur, Ziehzeit, Wasser und Aufgüsse einsteigen möchtest:
👉 Die Kunst der Grüntee-Zubereitung – unser ausführlicher Leitfaden
Für die schnelle Praxis reicht aber folgende Übersicht:
| Grüntee | Temperatur als Ausgangspunkt | Ziehzeit als Ausgangspunkt |
|---|---|---|
| Gyokuro | ca. 50–60 °C | ca. 90–150 Sek. |
| Sencha | ca. 60–70 °C | ca. 60–90 Sek. |
| Bancha | ca. 70–80 °C | ca. 60–90 Sek. |
| viele chinesische Grüntees | ca. 70–80 °C | ca. 60–120 Sek. |
Das sind Orientierungswerte, keine unumstößlichen Regeln.
Das japanische Landwirtschaftsministerium betont ebenfalls, dass Temperatur und Ziehzeit an die jeweilige Teesorte angepasst werden sollten.
Warum Grüntee manchmal bitter wird
Das ist eine der häufigsten Fragen.
Und meistens liegt es an einer Kombination aus:
zu heiß + zu lange + zu viel Tee.
Besonders bei empfindlichen Grüntees kann kochendes Wasser den Aufguss deutlich verändern.
Das japanische Landwirtschaftsministerium erklärt, dass unterschiedliche Inhaltsstoffe temperaturabhängig unterschiedlich stark extrahiert werden. Aminosäuren wie Theanin gelangen bereits bei niedrigeren Temperaturen in den Aufguss, während bitterer und adstringierender wahrgenommene Komponenten bei höheren Temperaturen stärker extrahiert werden können.
Das erklärt übrigens ziemlich gut, warum ein Grüntee bei niedrigerer Temperatur plötzlich viel weicher wirken kann.
Wasser – auch hier entscheidet die Qualität
Eine Tasse Tee besteht zum größten Teil aus Wasser.
Eigentlich logisch.
Trotzdem wird es bei der Teezubereitung erstaunlich oft vergessen.
Für japanischen Grüntee wird eher weiches Wasser empfohlen. Das japanische Landwirtschaftsministerium weist außerdem darauf hin, dass bei gekauftem Wasser die Härte beachtet werden sollte.
Wenn dein Leitungswasser gut schmeckt:
probier es einfach aus.
Wenn es sehr hart oder stark mineralisch ist, kann ein Vergleich mit einem geeigneten weicheren Wasser interessant sein.
Mehrere Aufgüsse – viel zu schade für nur eine Tasse
Hochwertiger Grüntee kann häufig mehrmals aufgegossen werden.
Und genau hier zeigt sich oft die Qualität eines Tees.
Der erste Aufguss kann sehr aromatisch sein.
Der zweite verändert sich.
Der dritte wieder.
Das japanische Landwirtschaftsministerium beschreibt bei Sencha beispielsweise unterschiedliche Geschmackseindrücke über mehrere Aufgüsse hinweg.
Deshalb:
Teeblätter nicht nach dem ersten Aufguss sofort wegwerfen.
Einfach ausprobieren.
Ein kleiner TeeBohne-Trick
Wenn du einen neuen Grüntee bekommst, mach dir einmal eine Mini-Notiz:
Tee:
Sencha XY
Menge:
3 g
Wasser:
250 ml
Temperatur:
70 °C
Ziehzeit:
60 Sekunden
Ergebnis:
zu kräftig / genau richtig / zu schwach
Beim nächsten Mal veränderst du nur eine Sache.
Das klingt vielleicht etwas nerdig.
Aber nach drei oder vier Versuchen weißt du ziemlich genau, wie dein Tee am besten schmeckt.
Und dann brauchst du irgendwann keine Notiz mehr.
Dann machst du es einfach.
Grüntee im Sommer: Cold Brew
Eine schöne Alternative zur klassischen heißen Tasse ist kalt aufgegossener Grüntee.
Dabei wird der Tee mit kaltem Wasser angesetzt und über längere Zeit extrahiert.
Das Ergebnis kann deutlich weicher und weniger herb wirken.
Das japanische Landwirtschaftsministerium hat hierzu Untersuchungen veröffentlicht: Bei kaltem Wasser wurden bestimmte geschmacksrelevante Aminosäuren vergleichbar extrahiert, während die Extraktion von Koffein und EGCG deutlich geringer ausfallen konnte als beim heißen Aufguss.
Das ist also nicht nur:
„Tee kalt machen.“
Es ist tatsächlich eine andere Extraktionsmethode.
Meine einfache Grüntee-Routine
Wenn ich einen neuen Grüntee ausprobieren würde, wäre mein Vorgehen ungefähr so:
1. Erst einmal anschauen
Wie sehen die Blätter aus?
Groß?
Fein?
Nadelförmig?
Gerollt?
Zerbrochen?
2. Riechen
Was kommt aus der Packung?
Frisch?
Grün?
Blumig?
Nussig?
3. Normal aufgießen
Nicht sofort irgendwelche Experimente.
4. Probieren
Wie wirkt der Tee?
5. Eine Stellschraube ändern
Temperatur oder Ziehzeit oder Dosierung.
6. Noch einmal probieren.
Und genau da wird Tee interessant.
Denn irgendwann merkst du:
Der Tee erzählt dir selbst, was er braucht.
Sencha, Bancha oder Gyokuro?
Wenn du dich jetzt fragst, welcher Tee für dich interessant sein könnte, haben wir dafür unsere ausführlicheren Artikel.
Sencha
Frisch, pflanzlich, lebendig und sehr typisch für die japanische Grüntee-Kultur.
👉 Japan Sencha – ein Grüner Tee mit Charakter
Bancha
Milder und unkomplizierter – für viele ein sehr angenehmer Alltagstee.
👉 Bancha – sanfter Grüner Tee aus Japan
Gyokuro
Intensiv, weich und stark vom Umami geprägt.
👉 [Gyokuro – der edle Grüntee aus Japan](https://teebohne-einbeck.de/blogs/tee-blog/gyokuro-der-edle Grüntee aus Japan)
Die wichtigsten Lagerungsregeln auf einen Blick
Wenn du jetzt gerade denkst:
„Jensi, mach es mir einfach.“
Mach ich. 😄
Grüntee gehört:
✔ trocken
✔ dunkel
✔ möglichst kühl
✔ luftgeschützt
✔ geruchsneutral
Grüntee gehört nicht:
✘ in die Sonne
✘ neben den Herd
✘ neben Gewürze
✘ offen in eine Schale
✘ in eine feuchte Umgebung
Und für den normalen Hausgebrauch gilt:
Lieber kleinere Mengen frisch kaufen als einen riesigen Vorrat zehn Jahre lagern.
Mein TeeBohne-Fazit
Grüntee richtig zu behandeln ist eigentlich gar nicht kompliziert.
Man muss nur verstehen, dass dieser Tee etwas empfindlicher auf seine Umgebung reagiert als mancher kräftige Schwarztee.
Licht, Wärme, Feuchtigkeit, Sauerstoff und Fremdgerüche können ihm mit der Zeit seinen Charakter nehmen. Forschung zu Lagerbedingungen bestätigt, dass Temperatur und Sauerstoff wesentliche Faktoren für die Erhaltung von Grünteequalität sind; auch Licht kann sensorische und chemische Veränderungen begünstigen.
Bei der Zubereitung gilt wiederum:
Nicht nach einer einzigen Zahl suchen.
70 °C ist keine heilige Grüntee-Temperatur.
2 Gramm sind kein Naturgesetz.
60 Sekunden sind keine Prüfung.
Das sind Ausgangspunkte.
Der beste Aufguss ist am Ende der, der dir schmeckt.
Und genau deshalb würde ich jedem empfehlen, nicht nur Tabellen auswendig zu lernen.
Probieren.
Ein bisschen verändern.
Noch einmal probieren.
Denn Tee wird nicht dadurch besser, dass man möglichst viele Regeln kennt.
Er wird besser, wenn man irgendwann weiß, was man mit diesen Regeln anfangen kann.
Und dann sitzt man da mit seiner Tasse Grüntee, schaut auf die dampfenden Blätter und denkt:
„So. Genau so sollte der schmecken.“
Das ist dann der Moment, wo aus Tee ein kleines Stück Alltag wird.
Und mehr muss guter Tee eigentlich gar nicht können. 🍵
FAQ
Wie sollte man Grüntee am besten lagern?
Grüntee sollte möglichst trocken, dunkel, kühl und gut verschlossen aufbewahrt werden. Zusätzlich sollte er vor Sauerstoff und starken Fremdgerüchen geschützt werden. Licht, Wärme und Sauerstoff können die Qualität und bestimmte Inhaltsstoffe von Grüntee beeinträchtigen.
Sollte Grüntee im Kühlschrank gelagert werden?
Für den normalen täglichen Vorrat ist ein kühler, trockener und dunkler Schrank meistens ausreichend. Eine gekühlte oder tiefgekühlte Lagerung kann die Qualität unter geeigneten Bedingungen länger erhalten, erfordert aber eine sehr gute, feuchtigkeitsdichte Verpackung. Häufiges Öffnen und Wiedererwärmen sollte vermieden werden.
Kann man Grüntee einfrieren?
Ja, unter geeigneten Bedingungen kann eine Tiefkühllagerung die Frische länger bewahren. Studien zeigen Vorteile sehr niedriger Lagertemperaturen gegenüber Raumtemperatur. Wichtig sind eine sehr gute Verpackung und der Schutz vor Feuchtigkeit und Kondensation.
Wie lange bleibt Grüntee frisch?
Das hängt stark von Sorte, Verpackung und Lagerbedingungen ab. Entscheidend ist nicht nur, ob der Tee noch genießbar ist, sondern ob er seinen ursprünglichen Geschmack und seine Frische bewahrt hat. Gute Lagerbedingungen verlangsamen den Qualitätsverlust.
Wie viel Grüntee brauche ich für eine Tasse?
Als Ausgangspunkt sind etwa 2 bis 3 Gramm auf 200 bis 250 Milliliter Wasser für viele Grüntees geeignet. Je nach Sorte und persönlichem Geschmack kann die Dosierung angepasst werden.
Warum wird mein Grüntee bitter?
Häufig liegt es an einer zu hohen Wassertemperatur, einer zu langen Ziehzeit oder einer zu hohen Dosierung. Besonders empfindliche Grüntees können bei sehr heißem Wasser schnell herb oder bitter werden.
Welche Temperatur ist für Grüntee geeignet?
Das hängt von der Sorte ab. Gyokuro wird häufig bei etwa 50–60 °C zubereitet, Sencha bei etwa 60–70 °C und Bancha häufig bei etwa 70–80 °C. Chinesische Grüntees können je nach Sorte ebenfalls ungefähr im Bereich von 70–80 °C liegen.
Kann man Grüntee mehrfach aufgießen?
Ja. Viele hochwertige Grüntees eignen sich für mehrere Aufgüsse. Dabei verändert sich der Geschmack von Aufguss zu Aufguss. Besonders japanische Grüntees wie Sencha können mehrere interessante Aufgüsse liefern.
Welches Wasser ist für Grüntee am besten?
Für viele Grüntees eignet sich eher weiches, geschmacksneutrales Wasser. Sehr hartes Wasser kann den Geschmack beeinflussen. Das japanische Landwirtschaftsministerium empfiehlt für japanischen Grüntee weiches Wasser.
Kann man Grüntee kalt aufgießen?
Ja. Beim Cold Brew wird der Tee über längere Zeit mit kaltem Wasser extrahiert. Dadurch kann ein weicherer, weniger herber Geschmack entstehen. Untersuchungen des japanischen Landwirtschaftsministeriums zeigen außerdem Unterschiede bei der Extraktion verschiedener Inhaltsstoffe gegenüber heißem Wasser.
Warum sollte Grüntee nicht neben Kaffee oder Gewürzen stehen?
Getrocknete Teeblätter können Fremdgerüche aufnehmen. Deshalb sollte Grüntee möglichst geruchsneutral gelagert werden. Besonders intensive Lebensmittel wie Kaffee, Gewürze, Knoblauch oder Zwiebeln sollten nicht direkt daneben aufbewahrt werden.
Ist eine luftdichte Verpackung sinnvoll?
Ja. Eine möglichst gute Barriere gegen Sauerstoff und Feuchtigkeit hilft, die Qualität länger zu erhalten. Besonders empfindliche Grüntees profitieren von gut geschützten Verpackungen.
Ist teurer Grüntee empfindlicher?
Nicht automatisch. Viele besonders frische und aromatisch komplexe Grüntees profitieren jedoch besonders von guter Lagerung, weil ihre feinen Aromaeigenschaften leichter verloren gehen können.
Wie erkenne ich schlecht gelagerten Grüntee?
Achte vor allem auf das Aroma. Wenn ein Tee deutlich flacher, dumpfer oder fremdartig riecht und seine ursprüngliche Frische verloren hat, kann das auf Qualitätsverlust durch Lagerung hindeuten.
Sollte ich Grüntee in großen Mengen kaufen?
Wenn du ihn regelmäßig trinkst, sind überschaubare Mengen meistens sinnvoller. So bleibt der Tee nach dem Öffnen kürzer mit Sauerstoff in Kontakt und du kannst ihn frischer genießen.









