Grüner Tee in einer Tasse mit Teeblättern – Inhaltsstoffe und mögliche Wirkungen im Überblick

Grüner Tee – für was ist er gut? Was wirklich dahintersteckt

Jens Thume · Aktualisiert: · 16 Min. Lesezeit

🍵 Grüner Tee – für was ist er gut? 

Grüner Tee für was gut? Diese Frage wird häufig gesucht – und im Internet findet man darauf jede Menge Antworten. Aber was davon ist wissenschaftlich untersucht und was ist einfach nur gut klingendes Tee-Blabla?

🍵 Kurz gesagt: Grüner Tee enthält unter anderem Catechine, EGCG und Koffein. Viele gesundheitliche Wirkungen werden erforscht, aber aus einem interessanten Inhaltsstoff wird nicht automatisch ein belegter gesundheitlicher Nutzen. Genau deshalb schauen wir hier einmal genauer hin – ohne Wundertee-Versprechen.

Wenn man „Grüner Tee für was ist gut“ bei Google eingibt, könnte man manchmal meinen, ein kleines Tässchen Grüntee wäre beinahe eine komplette Hausapotheke. 😄

Da liest man dann etwas von Abnehmen, Entgiftung, Immunsystem, Herz, Cholesterin, Krebs und natürlich von den berühmten Antioxidantien.

Und genau hier wird es interessant.

Denn grüner Tee ist tatsächlich wissenschaftlich sehr gut untersucht. Er enthält eine ganze Reihe interessanter Pflanzenstoffe. Aber zwischen „wird untersucht“, „zeigt in einer Studie einen Effekt“ und „hilft nachweislich gegen etwas“ liegen manchmal ziemlich viele Kilometer Teeplantage.

Ich habe mir deshalb die Frage einmal etwas genauer vorgenommen:

Was steckt wirklich im grünen Tee?

Welche Eigenschaften sind wissenschaftlich interessant? Was lässt sich über Koffein, Catechine und EGCG sagen? Und bei welchen beliebten Gesundheitsversprechen sollten wir lieber einen Gang zurückschalten?

📖 Inhaltsverzeichnis

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🍃 Was ist grüner Tee überhaupt?

Fangen wir ganz vorne an. Grüner Tee stammt wie schwarzer, weißer und Oolong-Tee von derselben Pflanze: Camellia sinensis.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Verarbeitung. Bei grünem Tee werden die frisch geernteten Blätter so verarbeitet, dass die enzymatische Oxidation weitgehend verhindert wird. Dadurch bleiben bestimmte Pflanzenstoffe in anderer Form erhalten als beispielsweise beim schwarzen Tee.

Und genau deshalb ist grüner Tee wissenschaftlich interessant.

Denn im Blatt steckt deutlich mehr als nur das, was später nach „grünem Tee“ schmeckt.

Zu den Bestandteilen gehören unter anderem Polyphenole, Catechine, Koffein, Aminosäuren und verschiedene Mineralstoffe. Die genaue Zusammensetzung hängt wiederum von Sorte, Anbaugebiet, Erntezeitpunkt und Verarbeitung ab.

Das bedeutet übrigens auch: Grüner Tee ist nicht gleich grüner Tee.

Ein japanischer Sencha, ein chinesischer Gunpowder und ein japanischer Matcha können sich geschmacklich und in ihrer Zusammensetzung durchaus unterscheiden.

Infografik zu grünem Tee mit Catechinen, EGCG und Koffein sowie wissenschaftlichen Fakten zu Abnehmen, Cholesterin, Krebs und Grüntee-Extrakten

🔬 Was steckt im grünen Tee?

Wenn wir über die möglichen Eigenschaften von grünem Tee sprechen, landen wir ziemlich schnell bei seinen Inhaltsstoffen.

Besonders häufig tauchen dabei diese Begriffe auf:

Inhaltsstoff Was ist interessant daran?
Catechine Eine Gruppe von Polyphenolen, die natürlicherweise in grünem Tee vorkommt.
EGCG Ein besonders bekanntes Catechin aus grünem Tee und Gegenstand zahlreicher Forschungsarbeiten.
Koffein Ein natürlicher Bestandteil der Teepflanze, der anregend wirken kann.
L-Theanin Eine Aminosäure, die natürlicherweise in Teeblättern vorkommt.
Weitere Pflanzenstoffe Unter anderem verschiedene Polyphenole, Aromastoffe und Mineralstoffe.

Wichtig ist dabei eine kleine, aber entscheidende sprachliche Unterscheidung:

🔎 „Enthält“ bedeutet nicht automatisch „heilt“.

Wenn ein Tee einen bestimmten Pflanzenstoff enthält, ist das zunächst einmal eine Aussage über seine Zusammensetzung. Daraus folgt nicht automatisch, dass das Getränk eine Krankheit verhindert oder behandelt.

🧪 Catechine und EGCG – was ist das eigentlich?

Catechine gehören zu den Polyphenolen und kommen natürlicherweise in grünen Teeblättern vor. Eines der bekanntesten ist Epigallocatechingallat, kurz EGCG.

Und EGCG ist einer der Gründe, warum grüner Tee in der Forschung so häufig auftaucht.

Wissenschaftler untersuchen unter anderem, wie diese Pflanzenstoffe im menschlichen Körper aufgenommen und verarbeitet werden und welche biologischen Eigenschaften sie besitzen.

Das klingt erst einmal ziemlich beeindruckend.

Aber jetzt kommt der wichtige Teil:

Eine interessante biologische Eigenschaft ist noch kein Nachweis für eine konkrete gesundheitliche Wirkung beim Menschen.

Das amerikanische National Center for Complementary and Integrative Health, kurz NCCIH, fasst die Forschung ebenfalls vorsichtig zusammen: Obwohl es zahlreiche Studien zu grünem Tee und Grüntee-Extrakten gibt, lassen sich für viele der beworbenen Anwendungen keine eindeutigen Schlussfolgerungen ziehen.

Und genau diese nüchterne Betrachtung gefällt mir bei solchen Themen eigentlich ganz gut.

Man muss einen Tee nicht zum Wundergetränk erklären, damit seine Inhaltsstoffe interessant sind.

⬇️ Zu den Quellen und weiterführenden Informationen

🛡️ Antioxidantien – was bedeutet das eigentlich?

„Antioxidantien“ ist wahrscheinlich eines der beliebtesten Wörter im gesamten Grüntee-Marketing.

Und ja: Grüntee enthält Polyphenole und Catechine mit antioxidativen Eigenschaften.

Aber was bedeutet das eigentlich?

Vereinfacht gesagt beschäftigen sich antioxidative Prozesse mit Reaktionen, bei denen sogenannte reaktive Sauerstoffverbindungen eine Rolle spielen. Verschiedene Stoffe können dabei chemisch miteinander reagieren und freie Radikale beziehungsweise andere reaktive Verbindungen beeinflussen.

Das Problem beginnt erst dann, wenn aus dieser chemischen Eigenschaft ein großer gesundheitlicher Satz gebaut wird.

Also beispielsweise:

„Antioxidantien schützen deine Zellen und verhindern Krankheiten.“

So einfach ist die Sache nicht.

Die wissenschaftliche Bewertung von grünem Tee unterscheidet deshalb ebenfalls zwischen den Eigenschaften seiner Inhaltsstoffe und tatsächlich nachgewiesenen gesundheitlichen Wirkungen beim Menschen.

☕ Mein Übersetzungs-Blabla:

Wenn auf einer Packung steht „enthält antioxidative Pflanzenstoffe“, ist das etwas anderes als „schützt dich vor Krankheit X“.

Der erste Satz beschreibt den Tee. Der zweite macht daraus eine konkrete Gesundheitsbehauptung. Und da sollten wir genauer hinschauen.

⚡ Grüner Tee und Koffein – hier wird es ganz unkompliziert

Bei Koffein müssen wir gar nicht lange um den heißen Tee herumreden.

Grüner Tee enthält Koffein.

Wie viel davon in deiner Tasse landet, hängt unter anderem von Tee, Menge, Wassertemperatur und Ziehzeit ab.

Deshalb kann man auch nicht sinnvoll sagen: „Eine Tasse grüner Tee enthält immer genau X Milligramm Koffein.“

Für viele Menschen ist genau das im Alltag interessant: Grüner Tee kann eine Alternative zu Kaffee sein, wenn man etwas Koffein möchte, aber geschmacklich lieber in Richtung Tee geht.

Und natürlich gibt es auch die andere Seite:

Wer empfindlich auf Koffein reagiert, sollte grünen Tee nicht automatisch als ideales Abendgetränk betrachten.

Die EFSA weist darauf hin, dass bereits einzelne Koffeinmengen von 100 mg bei manchen Erwachsenen, insbesondere kurz vor dem Schlafengehen, Schlafdauer und Schlafmuster beeinflussen können. Der tatsächliche Koffeingehalt von Tee schwankt jedoch je nach Sorte und Zubereitung.

⬇️ Koffein-Quelle: EFSA

🤰 Grüner Tee in Schwangerschaft und Stillzeit

Dieser Punkt gehört meiner Meinung nach in einen Artikel, der sich so ausführlich mit Koffein beschäftigt.

Grüner Tee enthält Koffein – und Koffein kommt nicht nur aus Tee. Auch Kaffee, Cola, Kakao, Schokolade und andere Lebensmittel und Getränke können zur täglichen Aufnahme beitragen.

Die EFSA nennt für Schwangere eine Gesamtaufnahme von bis zu 200 mg Koffein pro Tag aus allen Quellen als Menge, bei der nach ihrer Bewertung keine Sicherheitsbedenken für den Fötus bestehen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt ebenfalls 200 mg pro Tag als Richtwert.

Das bedeutet natürlich nicht, dass jede Tasse grüner Tee gleich viel Koffein enthält. Sorte, Teemenge, Wassertemperatur und Ziehzeit beeinflussen den tatsächlichen Gehalt.

⚠️ Wichtig: Bei Schwangerschaft und Stillzeit lohnt es sich, die gesamte Koffeinaufnahme über den Tag im Blick zu behalten. Bei individuellen medizinischen Fragen oder Unsicherheiten sollte die persönliche Situation mit Ärztin, Arzt oder Hebamme besprochen werden.

Und auch hier gilt: Wir reden über Koffein. Das ist etwas anderes als eine pauschale Aussage darüber, ob grüner Tee „gesund“ oder „ungesund“ ist.

⬇️ Mehr dazu: EFSA und Deutsche Gesellschaft für Ernährung

⚖️ Hilft grüner Tee beim Abnehmen?

Jetzt sind wir bei einer Frage angekommen, die wahrscheinlich fast genauso häufig gesucht wird wie „Grüner Tee für was ist gut?“

Hilft grüner Tee beim Abnehmen?

Hier würde ich sehr vorsichtig sein.

Grüner Tee beziehungsweise seine Catechine und sein Koffein wurden in Studien im Zusammenhang mit Körpergewicht und Energieumsatz untersucht. Das bedeutet aber nicht, dass eine normale Tasse grüner Tee automatisch beim Abnehmen hilft.

Eine Cochrane-Auswertung untersuchte 15 Studien zur Gewichtsabnahme und weitere Untersuchungen zur Gewichtserhaltung. Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass die Gewichtsabnahme bei den untersuchten Grüntee-Präparaten sehr klein und statistisch nicht signifikant war und wahrscheinlich keine klinisch relevante Bedeutung hatte.

Wichtig ist dabei erneut der Blick auf die untersuchten Produkte: Die Cochrane-Arbeit befasste sich mit Grüntee-Präparaten, die häufig höhere Konzentrationen bestimmter Inhaltsstoffe enthalten als ein normaler Teeaufguss.

🍵 Und was bedeutet das für die normale Tasse?

Wenn du gerne grünen Tee trinkst, ist das natürlich völlig in Ordnung. Aber ich würde ihn nicht als „Abnehm-Tee“ verkaufen. Ein Getränk ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und Bewegung.

⬇️ Zur Cochrane-Auswertung

🧬 Grüner Tee und Cholesterin – was sagt die Forschung?

Auch die Wirkung von grünem Tee auf Blutfette wurde untersucht.

Das NCCIH berichtet, dass Studien teilweise kleine Veränderungen bei Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin gefunden haben. Gleichzeitig wurden viele dieser Untersuchungen mit Grüntee-Extrakten und nicht einfach mit einer normalen Tasse aufgebrühtem Tee durchgeführt.

Und genau deshalb sollte man auch hier nicht aus einem Studienergebnis eine einfache Alltagsempfehlung basteln.

„Grüntee wurde in Studien untersucht“ ist etwas anderes als:

„Trink jeden Tag grünen Tee, dann senkst du dein Cholesterin.“

Für einen Tee-Blog ist diese Unterscheidung meiner Meinung nach Gold wert.

🎗️ Grüner Tee und Krebs – hier bitte besonders genau hinschauen

Dieser Bereich ist wissenschaftlich besonders umfangreich – und gleichzeitig besonders anfällig für übertriebene Aussagen.

Es gibt zahlreiche Untersuchungen zu grünem Tee, seinen Catechinen und verschiedenen Krebsarten. Die Ergebnisse beim Menschen sind allerdings nicht einheitlich.

Das NCCIH schreibt ausdrücklich, dass Studien zu grünem Tee und Krebs beim Menschen widersprüchliche Ergebnisse geliefert haben. Auf Grundlage der bisherigen Evidenz lässt sich nicht sagen, dass grüner Tee Krebs verhindert.

Auch das National Cancer Institute kommt zu dem Schluss, dass die vorhandene Evidenz nicht ausreicht, um grünen Tee zur Krebsprävention zu empfehlen.

❤️ Deshalb ganz klar:

Grüner Tee ist kein Medikament gegen Krebs und sollte auch nicht als solches dargestellt werden.

Dass seine Inhaltsstoffe wissenschaftlich untersucht werden, ist trotzdem spannend – nur eben etwas anderes.

⬇️ Zu NCCIH und National Cancer Institute

🛡️ Grüner Tee und Immunsystem – was darf man sagen?

Auch hier landet man bei Google schnell bei Aussagen wie „stärkt das Immunsystem“ oder „boostet die Abwehrkräfte“.

Das klingt wunderbar – ist aber genau die Art von pauschaler Gesundheitsbehauptung, bei der man vorsichtig werden sollte.

Wir können stattdessen sauber sagen:

Grüner Tee enthält verschiedene bioaktive Pflanzenstoffe, darunter Catechine.

Diese Stoffe werden intensiv untersucht. Daraus lässt sich aber nicht automatisch die pauschale Aussage ableiten, dass eine Tasse grüner Tee das Immunsystem „stärkt“.

Und ganz ehrlich: Ich finde diese nüchterne Formulierung überhaupt nicht langweilig.

Im Gegenteil.

Sie zeigt, dass wir bei TeeBohne nicht jeden hübschen Gesundheitsspruch abschreiben, nur weil er sich gut liest.

💊 Grüner Tee oder Grüntee-Extrakt? Das ist ein wichtiger Unterschied

Hier wird es richtig interessant.

Denn wenn wir über grünen Tee sprechen, müssen wir zwischen dem normalen Getränk und hoch konzentrierten Nahrungsergänzungsmitteln mit Grüntee-Extrakten unterscheiden.

Eine Tasse Tee wird mit heißem Wasser aufgegossen. Die Inhaltsstoffe werden dabei über das Getränk verteilt aufgenommen.

Ein Extrakt kann dagegen sehr viel konzentriertere Mengen bestimmter Catechine enthalten.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA, bewertete 2018 die Sicherheit von Grüntee-Catechinen. Für traditionelle Grüntee-Aufgüsse kam sie zu dem Schluss, dass Catechine im Allgemeinen als sicher gelten. Für Nahrungsergänzungsmittel stellte die EFSA dagegen fest, dass EGCG-Dosen von 800 mg pro Tag oder darüber mit ersten Anzeichen einer Leberschädigung in Verbindung gebracht werden können.

Wichtig: Diese 800 mg beziehen sich auf EGCG aus Nahrungsergänzungsmitteln und sind keine „Grenze für eine Tasse grünen Tee“.

Die EFSA konnte außerdem keine bestimmte EGCG-Dosis aus Grüntee-Extrakten festlegen, die sie generell als sicher einstufen konnte.

🍵 Tee ist nicht automatisch gleich Extrakt.

Wenn irgendwo von „Grüntee-Studien“ die Rede ist, lohnt sich deshalb immer ein Blick darauf, was tatsächlich untersucht wurde: eine normale Tasse Tee, ein Getränk oder ein hoch konzentrierter Extrakt?

Genau diese Unterscheidung wird in vielen Internetartikeln leider kaum gemacht.

🌿 Wofür kann grüner Tee im Alltag interessant sein?

Und jetzt kommen wir zu meiner Lieblingsantwort auf die ursprüngliche Google-Frage.

„Grüner Tee – für was ist der gut?“

Vielleicht muss die Antwort gar nicht immer lauten: „Er ist gut für Organ X.“

Grüner Tee kann ganz schlicht ein interessantes Getränk sein.

  • 🍵 Er bringt eine große geschmackliche Vielfalt in die Tasse.
  • 🌿 Er enthält natürliche Pflanzenstoffe wie Catechine und andere Polyphenole.
  • ⚡ Er enthält Koffein und kann deshalb für viele Menschen als belebendes Getränk interessant sein.
  • 💧 Pur getrunken ist er eine kalorienarme Getränkeoption.
  • 🌏 Er verbindet eine jahrtausendealte Teekultur mit moderner Forschung.
  • 🫖 Je nach Sorte reicht das Geschmacksspektrum von frisch und grasig bis nussig, röstig, floral oder leicht süßlich.

Und genau das finde ich eigentlich viel spannender als die Vorstellung, dass eine Tasse Tee irgendeine einzelne gesundheitliche Aufgabe erledigen muss.

📚 Quellen und weiterführende Informationen

Bei diesem Artikel habe ich bewusst nicht einfach irgendwelche Gesundheitsblogs als Quellen verwendet. Wenn es um gesundheitliche Aussagen geht, schaue ich lieber bei wissenschaftlichen Einrichtungen und systematischen Übersichten nach.

Stand der Recherche: September 2026.

Quellen können sich weiterentwickeln. Deshalb lohnt sich bei gesundheitlichen Themen immer ein Blick auf den aktuellen Stand der jeweiligen Fachinstitution.

☕ Mein Jensi-Fazit: Was kann grüner Tee nun wirklich?

Ich gebe zu: Ich mag solche Themen gerade deshalb, weil sie ein bisschen Detektivarbeit sind. 😄

Man liest irgendwo „Grüner Tee ist gesund“, klickt weiter und fünf Minuten später soll er plötzlich beim Abnehmen helfen, das Immunsystem stärken, Cholesterin senken und am besten noch den Rest des Lebens verlängern.

Ganz so einfach ist es nicht.

Was wir ziemlich sicher sagen können: Grüner Tee enthält interessante Pflanzenstoffe wie Catechine und EGCG und außerdem Koffein. Diese Inhaltsstoffe werden intensiv erforscht.

Bei konkreten gesundheitlichen Wirkungen ist die Forschung dagegen wesentlich differenzierter. Für manche Bereiche gibt es Hinweise oder kleine Effekte, für andere widersprüchliche Ergebnisse oder keine ausreichenden Belege.

Und deshalb würde ich grünen Tee nicht als Wundergetränk verkaufen.

Ich würde ihn lieber das sein lassen, was er sowieso schon ziemlich gut kann:

Eine gute Tasse Tee. 🍵❤️

Und wenn dabei noch interessante Pflanzenstoffe mit in der Tasse landen – umso besser.

📊 Grüner Tee – was lässt sich seriös sagen?

Frage Seriöse Einordnung
Enthält grüner Tee Catechine? Ja.
Enthält er EGCG? Ja, EGCG ist ein bekanntes Catechin des grünen Tees.
Enthält grüner Tee Koffein? Ja.
Enthält grüner Tee antioxidativ wirkende Pflanzenstoffe? Ja, unter anderem Catechine.
Ist grüner Tee ein Abnehm-Mittel? Nein. Die vorhandene Evidenz belegt keinen klinisch relevanten Gewichtsverlust durch Grüntee-Präparate.
Verhindert grüner Tee Krebs? Das ist nicht belegt; die Studienlage beim Menschen ist uneinheitlich.
Stärkt grüner Tee das Immunsystem? Eine pauschale Aussage lässt sich daraus nicht ableiten.
Ist normaler Grüntee dasselbe wie Grüntee-Extrakt? Nein. Konzentration und Aufnahme können sich deutlich unterscheiden.

❓ Häufige Fragen: Grüner Tee – für was ist er gut?

1. Für was ist grüner Tee gut?

Grüner Tee ist ein Getränk mit Koffein und verschiedenen natürlichen Pflanzenstoffen wie Catechinen und anderen Polyphenolen. Viele mögliche gesundheitliche Wirkungen werden wissenschaftlich untersucht, lassen sich aber nicht pauschal als nachgewiesene Wirkung einer Tasse Grüntee darstellen.

2. Ist grüner Tee gesund?

Grüner Tee kann Teil einer normalen und abwechslungsreichen Ernährung sein. Er enthält verschiedene Pflanzenstoffe und Koffein. „Gesund“ sollte dabei aber nicht mit konkreten Heil- oder Schutzwirkungen gleichgesetzt werden.

3. Was bewirken die Catechine im grünen Tee?

Catechine sind natürliche Polyphenole des Tees und besitzen unter anderem antioxidative Eigenschaften. Ihre möglichen Wirkungen im menschlichen Körper werden intensiv erforscht. Daraus lassen sich jedoch nicht automatisch konkrete gesundheitliche Wirkungen ableiten.

4. Was ist EGCG?

EGCG steht für Epigallocatechingallat und ist eines der bekanntesten Catechine im grünen Tee. Es gehört zu den Pflanzenstoffen, die in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen untersucht werden.

5. Hilft grüner Tee beim Abnehmen?

Grüner Tee ist kein verlässliches Abnehm-Mittel. Eine Cochrane-Auswertung von Grüntee-Präparaten fand eine sehr kleine, statistisch nicht signifikante Gewichtsabnahme, die wahrscheinlich keine klinisch relevante Bedeutung hatte.

6. Hat grüner Tee viel Koffein?

Grüner Tee enthält Koffein. Die tatsächliche Menge in der Tasse hängt unter anderem von Sorte, Teemenge, Wassertemperatur und Ziehzeit ab.

7. Kann man grünen Tee abends trinken?

Das hängt von der persönlichen Empfindlichkeit gegenüber Koffein und von der getrunkenen Menge ab. Wer auf Koffein empfindlich reagiert, sollte grünen Tee eher nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen trinken.

8. Enthält grüner Tee Antioxidantien?

Grüner Tee enthält Catechine und andere Polyphenole mit antioxidativen Eigenschaften. Daraus sollte jedoch keine pauschale Aussage abgeleitet werden, dass grüner Tee Krankheiten verhindert.

9. Kann grüner Tee den Cholesterinspiegel beeinflussen?

Einige Studien haben kleine Veränderungen bestimmter Blutfettwerte untersucht. Viele Untersuchungen verwendeten jedoch Grüntee-Extrakte statt normalen Teeaufgusses. Deshalb sollte daraus keine allgemeine Empfehlung zur Behandlung eines erhöhten Cholesterinspiegels abgeleitet werden.

10. Schützt grüner Tee vor Krebs?

Nein, eine solche pauschale Aussage ist wissenschaftlich nicht belegt. Studien zu grünem Tee und verschiedenen Krebsarten zeigen beim Menschen keine einheitlichen Ergebnisse.

11. Stärkt grüner Tee das Immunsystem?

Eine solche pauschale Aussage lässt sich aus den vorhandenen Daten nicht zuverlässig ableiten. Grüner Tee enthält zwar verschiedene bioaktive Pflanzenstoffe, aber das ist nicht gleichbedeutend mit einer nachgewiesenen Stärkung des Immunsystems.

12. Ist grüner Tee besser als schwarzer Tee?

Nicht grundsätzlich. Beide stammen von derselben Teepflanze, werden aber unterschiedlich verarbeitet und schmecken entsprechend anders. Welche Sorte besser passt, ist vor allem eine Frage des persönlichen Geschmacks.

13. Ist Matcha gesünder als normaler grüner Tee?

Matcha wird aus fein gemahlenem Grüntee hergestellt und vollständig mitgetrunken. Dadurch unterscheidet sich die Aufnahme von der eines normalen Aufgusses. Daraus sollte aber nicht automatisch die Aussage abgeleitet werden, dass Matcha „gesünder“ ist.

14. Ist Grüntee-Extrakt dasselbe wie grüner Tee?

Nein. Grüntee-Extrakte können bestimmte Inhaltsstoffe deutlich stärker konzentrieren als ein normaler Teeaufguss. Die EFSA bewertet normale Grüntee-Aufgüsse und hoch konzentrierte Nahrungsergänzungsmittel deshalb nicht einfach gleich.

15. Kann man zu viel grünen Tee trinken?

Bei normalem Teeaufguss gilt grüner Tee für Erwachsene im Allgemeinen als sicher. Zu berücksichtigen ist jedoch das enthaltene Koffein. Bei hoch konzentrierten Grüntee-Extrakten gelten andere Sicherheitsaspekte.

16. Wie viel grünen Tee darf man in der Schwangerschaft trinken?

Grüner Tee enthält Koffein und zählt damit zur täglichen Koffeinaufnahme. Die EFSA nennt für Schwangere bis zu 200 mg Koffein pro Tag aus allen Quellen als Menge ohne Sicherheitsbedenken für den Fötus. Wie viel grüner Tee dazu passt, hängt vom tatsächlichen Koffeingehalt des verwendeten Tees und der übrigen Koffeinaufnahme ab.

17. Warum wird grüner Tee so häufig als „gesund“ bezeichnet?

Grüner Tee enthält verschiedene interessante Pflanzenstoffe, insbesondere Catechine. Außerdem gibt es eine große Zahl wissenschaftlicher Untersuchungen zu ihren biologischen Eigenschaften. Im Internet werden diese Forschungsergebnisse allerdings teilweise stärker interpretiert, als es die tatsächliche Evidenz erlaubt.

18. Sind Grüntee-Extrakte zum Abnehmen dasselbe wie grüner Tee?

Nein. Grüntee-Extrakte können wesentlich konzentrierter sein als ein normaler Teeaufguss. Gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln muss deshalb die enthaltene Menge an Catechinen beziehungsweise EGCG berücksichtigt werden.

❤️ Mein Fazit

Wenn jemand fragt: „Grüner Tee – für was ist der gut?“, würde ich heute nicht mehr mit einer langen Liste angeblicher Wirkungen antworten.

Ich würde sagen:

Grüner Tee ist ein interessantes Getränk mit Koffein und einer ganzen Reihe natürlicher Pflanzenstoffe. Viele davon werden wissenschaftlich untersucht. Aber aus einem interessanten Inhaltsstoff wird noch kein Medikament.

Und genau deshalb finde ich grünen Tee so spannend.

Wir müssen ihn weder zum Wundermittel machen noch kleinreden.

Eine gute Tasse Grüntee darf einfach eine gute Tasse Grüntee sein. 😉

Und wenn du jetzt Lust auf eine Tasse bekommen hast, findest du bei TeeBohne natürlich auch verschiedene grüne Tees zum Ausprobieren.

Wenn du lieber etwas aromatischer unterwegs bist, kannst du auch einmal bei unseren aromatisierten Grüntees schauen.

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Dein Jensi von TeeBohne Einbeck ❤️☕

Jens Thume von TeeBohne Einbeck – Online-Marketing und Shop-Betreiber

☕ Über den Autor

Jens Thume betreibt gemeinsam mit seiner Frau den Online-Shop TeeBohne Einbeck. Seit vielen Jahren dreht sich bei ihm beruflich und privat vieles um Kaffee, Tee und die Frage, was eine richtig gute Tasse eigentlich ausmacht.

Bei diesem Artikel habe ich mir einmal genauer angeschaut, was hinter den vielen Gesundheitsversprechen rund um grünen Tee steckt. Mir war dabei wichtig, nicht einfach die üblichen „10 Vorteile“ abzuschreiben, sondern zwischen Inhaltsstoffen, Forschung und tatsächlich belegten Aussagen zu unterscheiden.

Denn ich finde: Man darf Tee spannend finden, ohne ihn gleich zum Wundermittel zu erklären. ❤️

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