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Grüner Tee mit Milch ?
Jens Thume · Aktualisiert: · 15 Min. Lesezeit🍵 Grüner Tee mit Milch – schmeckt das wirklich nicht?
Grüner Tee mit Milch? Liest man im Internet, könnte man fast meinen, das sei eine kulinarische Todsünde. Aber stimmt das wirklich? Ein Blick nach Taiwan, Japan und in die Teeforschung zeigt: So einfach ist es nicht.
🍵 Kurz gesagt:
Grüner Tee und Milch können durchaus zusammenpassen. Entscheidend sind Teesorte, Stärke, Ziehzeit und Milch. Ein zarter, grasiger Sencha kann neben Milch schnell untergehen – ein kräftiger Grüntee, Matcha oder ein passender „Green Milk Tea“ kann dagegen wunderbar funktionieren.
Und genau das fand ich bei der Recherche ziemlich spannend.
Denn eigentlich wollte ich nur eine einfache Frage beantworten:
„Schmeckt grüner Tee mit Milch wirklich nicht?“
Am Ende bin ich bei Taiwan, Matcha Latte, Catechinen, Adstringenz und einer ziemlich wichtigen Erkenntnis gelandet:
Nicht die Milch ist das Problem. Es kommt darauf an, welchen grünen Tee man ihr gegenüberstellt. 😉
📖 Inhaltsverzeichnis
- Woher kommt die Behauptung, dass Milch nicht zu Grüntee passt?
- Grüner Tee mit Milch: Was macht die Welt daraus?
- 🇹🇼 Taiwan: Grüner Milchtee ist ganz normal
- 🇯🇵 Japan: Matcha Latte kennt inzwischen die ganze Welt
- Warum kann grüner Tee mit Milch trotzdem schwierig schmecken?
- Catechine, Bitterkeit und Adstringenz – was passiert in der Tasse?
- Welcher grüne Tee eignet sich für Milch?
- Welche Milch passt zu grünem Tee?
- So würde ich grünen Tee mit Milch ausprobieren
- Matcha Latte – der Beweis, dass es funktionieren kann
- Und was ist mit den Catechinen und der Milch?
- Die häufigsten Fehler bei Grüntee mit Milch
- Mein Jensi-Test zu Hause
- Häufige Fragen
- Mein Fazit
🍵 Woher kommt eigentlich die Behauptung, dass Milch nicht zu Grüntee passt?
Wenn man sich im deutschsprachigen Raum mit Tee beschäftigt, begegnet einem diese Aussage erstaunlich häufig:
„Grünen Tee trinkt man pur. Milch passt nicht dazu.“
Und ich kann sogar nachvollziehen, wie diese Vorstellung entstanden ist.
Viele klassische Grüntees werden tatsächlich so getrunken, wie sie aus der Teekanne oder dem Glas kommen: ohne Milch, ohne Zucker und möglichst mit einer passenden Wassertemperatur.
Gerade hochwertige japanische oder chinesische Grüntees leben von ihren feinen Aromen.
Ein guter Sencha kann frisch, pflanzlich, leicht süßlich und umamiartig wirken. Ein Lung Ching bringt eher nussige und weiche Noten mit. Ein Genmaicha bekommt durch den gerösteten Reis eine ganz andere, röstige Richtung.
Da kann Milch durchaus einiges verändern.
Aber:
„Verändert den Geschmack“ bedeutet nicht automatisch „schmeckt nicht“.

❤️ Mein kleiner Denkfehler bei der Recherche
Ich bin ehrlich: Bei „Grüner Tee mit Milch“ hatte ich zunächst selbst eher den klassischen Gedanken im Kopf: Das macht man doch nicht.
Dann habe ich angefangen, weltweit nachzuschauen.
Und plötzlich taucht da Green Milk Tea auf. In Taiwan steht das Getränk ganz selbstverständlich auf Speisekarten. Dazu kommen Matcha Latte, Green Tea Latte und verschiedene moderne Milchtee-Varianten.
Da musste ich dann doch einmal innerlich sagen: Okay, Jens – vielleicht erst recherchieren, dann urteilen. 😉
🌍 Grüner Tee mit Milch: Was macht die Welt daraus?
Der Blick über Deutschland hinaus verändert die Sache ziemlich deutlich.
In Taiwan findet man beispielsweise ausdrücklich 奶綠 – Green Milk Tea. Das taiwanische staatliche zweisprachige Geschäftsportal führt „Green Milk Tea“ ebenso wie „Matcha Green Tea Latte“ in seiner Getränkedatenbank.
Auch taiwanische Anbieter führen Grüntee-Milchgetränke ganz selbstverständlich im Sortiment. Dabei werden unter anderem Jasmine Green Milk Tea und andere Green-Milk-Tea-Varianten angeboten.
Das ist für mich der entscheidende Punkt:
Die Kombination ist international keineswegs unbekannt.
Sie wird nur nicht überall gleich zubereitet und auch nicht mit jedem Grüntee gemacht.
Und genau da wird es interessant.
🇹🇼 Taiwan: Grüner Milchtee ist ganz normal
Wenn wir über grünen Tee mit Milch sprechen, sollten wir Taiwan nicht einfach übergehen.
Dort gehört Green Milk Tea längst zum modernen Teegetränke-Angebot. Auf taiwanischen Getränkekarten findet sich „奶綠“ neben anderen Tee- und Milchteevarianten.
Auch Anbieter wie White Alley führen ausdrücklich Green Milk Tea und verschiedene Varianten mit Milch beziehungsweise Milchschaum.
Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder Taiwaner seinen Sencha mit einem großen Schluck Vollmilch trinkt.
Aber es zeigt etwas viel Interessanteres:
Grüner Tee und Milch sind geschmacklich keineswegs grundsätzlich inkompatibel.
Die Getränke sind häufig so aufgebaut, dass der Grüntee kräftig genug ist und die Milch einen cremigen Gegenpol bildet.
Ein taiwanischer Anbieter beschreibt beispielsweise einen Green Milk Tea ausdrücklich als Grüntee-Milch-Kombination mit frischem, mildem Teecharakter und kräftiger Milchnote.
Das ist eigentlich ziemlich logisch.
Wenn ich einen hauchzarten Tee aufbrühe und anschließend die gleiche Menge Milch hineinschütte, darf ich mich nicht wundern, wenn der Tee plötzlich Urlaub macht. 😄

🌏 Weltweit betrachtet
Grüner Tee wird in unterschiedlichen Kulturen ganz unterschiedlich getrunken. Taiwan zeigt mit „Green Milk Tea“ eine etablierte Milchtee-Variante, während Japan mit Matcha Latte eine besonders intensive Form der Kombination hervorgebracht hat.
Die klassische Zubereitung vieler chinesischer und japanischer Grüntees bleibt trotzdem weiterhin der pure Aufguss.
Beides kann nebeneinander existieren.
🇯🇵 Japan: Matcha Latte kennt inzwischen die ganze Welt
Und dann gibt es natürlich den Elefanten im Teeraum:
Matcha Latte.
Matcha ist pulverisierter grüner Tee und bringt eine enorme geschmackliche Präsenz mit.
Grüne, herbe, umamiartige und teilweise leicht süßliche Noten treffen auf warme oder aufgeschäumte Milch.
Warum funktioniert das?
Unter anderem deshalb, weil Matcha nicht versucht, neben der Milch möglichst leise zu sein.
Er ist intensiv.
Ein sehr feiner Sencha dagegen kann durch eine große Milchmenge schnell in den Hintergrund gedrängt werden.
Das ist ein bisschen wie beim Kaffee:
Ein kleiner, filigraner Filterkaffee und 150 Milliliter Milch ergeben etwas völlig anderes als ein kräftiger Espresso mit Milchschaum.
Die Stärke des Ausgangsgetränks entscheidet mit.


👅 Warum kann grüner Tee mit Milch trotzdem schwierig schmecken?
Jetzt kommen wir zu dem Teil, bei dem die Sache wirklich spannend wird.
Grüner Tee enthält viele Catechine. Diese Pflanzenstoffe tragen wesentlich zur Bitterkeit und Adstringenz von Grüntee bei. Untersuchungen zeigen, dass Catechine wichtige Geschmacksträger für genau diese beiden Eigenschaften sind.
Und Adstringenz ist dieses typische Gefühl, das viele von starkem Tee kennen.
Der Mund fühlt sich ein wenig trocken oder zusammengezogen an.
Bei einem gut ausbalancierten Grüntee kann das spannend und erfrischend wirken.
Bei einem zu heiß aufgebrühten oder zu lange gezogenen Tee kann daraus aber schnell ein ziemlich herber Kandidat werden.
Und jetzt kommt die Milch ins Spiel.
Sie bringt Fett, Eiweiß und Cremigkeit mit.
Das kann die Wahrnehmung des Getränks verändern.
Aber wenn der Tee bereits sehr bitter und adstringierend ist, entsteht dadurch nicht automatisch eine harmonische Tasse.
Manchmal bekommt man stattdessen:
- zu viel Herbheit
- eine etwas stumpfe Mundwirkung
- weniger Frische
- überdeckte feine Aromen
Und dann schmeckt es tatsächlich nicht besonders gut.
Nur liegt das nicht daran, dass Grüntee grundsätzlich keine Milch verträgt.
Es liegt daran, dass die gewählte Kombination nicht besonders gut funktioniert.
🔬 Catechine, Bitterkeit und Adstringenz – was passiert in der Tasse?
Die Forschung zur Grüntee-Sensorik ist hier ziemlich hilfreich.
Eine Untersuchung zu verschiedenen Catechinen zeigte, dass deren Konzentration eng mit Bitterkeit und Adstringenz zusammenhängt. Besonders EGCG und ECG spielen dabei eine wichtige Rolle.
Das erklärt auch, warum ein Grüntee bei falscher Zubereitung plötzlich so viel schwieriger mit Milch harmoniert.
Wenn ich einen Grüntee mit zu heißem Wasser aufgieße und ihn lange stehen lasse, hole ich häufig mehr von den kräftigen und herben Komponenten in die Tasse.
Dann kommt Milch dazu.
Und plötzlich versucht die Milch, einen sehr dominanten Tee zu bändigen.
Das kann funktionieren.
Es muss aber nicht.
☕ Die wichtigste Erkenntnis
Wenn grüner Tee mit Milch nicht schmeckt, würde ich nicht als Erstes die Milch beschuldigen.
Ich würde zuerst fragen:
- Welcher Grüntee wurde verwendet?
- Wie stark wurde er aufgebrüht?
- Wie lange hat er gezogen?
- Wie viel Milch wurde verwendet?
- Welche Milch wurde genommen?
Erst dann kann man sinnvoll beurteilen, ob die Kombination funktioniert.
🍃 Welcher grüne Tee eignet sich für Milch?
Hier würde ich tatsächlich experimentieren.
Besonders interessant sind Grüntees, die selbst etwas kräftiger, röstiger, nussiger oder aromatischer daherkommen.
| Grüntee | Milch-Test | Warum? |
|---|---|---|
| Sencha | 🤔 | Fein, frisch und pflanzlich – Milch kann die feinen Noten überdecken. |
| Bancha | 👍 | Meist unkomplizierter und weniger filigran. |
| Genmaicha | 👍👍 | Gerösteter Reis bringt nussige und röstige Noten mit. |
| kräftiger Gunpowder | 👍 | Kann sich gegen Milch besser behaupten als ein sehr zarter Grüntee. |
| Matcha | 👍👍👍 | Intensiv und deshalb hervorragend für Latte-Varianten geeignet. |
Wenn du verschiedene Sorten ausprobieren möchtest, findest du bei TeeBohne eine Auswahl an grünen Tees wie Sencha, Bancha, Genmaicha, Jasmintee und Gunpowder.
Und wenn du es aromatisierter magst, gibt es auch eine eigene Auswahl an aromatisierten Grüntees – darunter beispielsweise Vanille-Sahne und Jasmin.
🥛 Welche Milch passt zu grünem Tee?
Auch hier gilt: Geschmackssache.
Vollmilch bringt eine runde, cremige Wirkung.
Hafermilch kann durch ihre eigene leichte Süße sehr gut mit aromatischeren Grüntees funktionieren.
Sojadrink bringt mehr Eiweiß und einen etwas eigenen Geschmack mit.
Mandel- oder andere Nussdrinks können interessant sein, wenn der Tee selbst nussige oder röstige Noten besitzt.
Aber ich würde hier nicht behaupten:
„Hafermilch ist immer die beste Milch für Grüntee.“
Nein.
Es hängt vom Tee ab.
Ein feiner floraler Grüntee braucht vielleicht gar keine Milch. Ein kräftiger, röstiger Tee kann mit einer cremigen Pflanzenmilch plötzlich richtig gemütlich werden.
🌿 Mein Tipp
Wenn du das erste Mal grünen Tee mit Milch probierst, nimm nicht sofort einen großen Milchanteil.
Erst einmal kräftigen Grüntee aufbrühen und nur einen kleinen Schuss Milch dazugeben.
Dann kannst du dich langsam herantasten.
🫖 So würde ich grünen Tee mit Milch ausprobieren
Wenn ich einen klassischen Grüntee mit Milch testen möchte, würde ich nicht mit einem riesigen Latte beginnen.
Ich möchte schließlich noch wissen, ob der Tee überhaupt mitspielen kann. 😉
Meine einfache Test-Zubereitung
- 2–3 g Grüntee abmessen.
- Etwa 200 ml Wasser auf die für die jeweilige Sorte passende Temperatur bringen.
- Den Tee eher kräftig, aber nicht bitter zubereiten.
- Etwa 30–50 ml warme Milch hinzufügen.
- Probieren.
Und dann würde ich nicht sofort nachsüßen.
Erst einmal schmecken, was Milch und Tee miteinander machen.
Wenn der Tee komplett verschwindet, war vielleicht zu viel Milch im Spiel.
Wenn die Tasse sehr herb wirkt, würde ich zuerst die Teezubereitung verändern – nicht einfach noch mehr Milch hineinschütten.
Bei TeeBohne empfehlen wir für viele Grüntees grundsätzlich niedrigere Wassertemperaturen statt kochendem Wasser. Welche Temperatur optimal ist, hängt aber von der jeweiligen Sorte ab.
Mehr Auswahl und unterschiedliche Grüntee-Stile findest du in der Grüntee-Kollektion von TeeBohne.
🍵 Matcha Latte – der Beweis, dass es funktionieren kann
Wenn jemand sagt:
„Grüner Tee und Milch schmecken nicht zusammen.“
Dann würde ich inzwischen einfach fragen:
„Und was ist mit Matcha Latte?“ 😄
Denn hier funktioniert die Kombination für sehr viele Menschen hervorragend.
Der kräftige Matcha wird mit relativ wenig Wasser angerührt und anschließend mit warmer oder aufgeschäumter Milch kombiniert.
Das Ergebnis ist kein zarter Grüntee mehr.
Es ist ein bewusst kräftiges, cremiges Getränk.
Und genau deshalb funktioniert die Balance.
🍵 Grüntee Latte ist nicht gleich Grüntee Latte
Ein Matcha Latte, ein taiwanischer Green Milk Tea und ein Sencha mit einem Schuss Milch sind drei völlig unterschiedliche Getränke.
Sie haben gemeinsam, dass grüner Tee auf Milch trifft.
Aber Tee, Konzentration, Zubereitung und Milchmenge verändern das Ergebnis gewaltig.
🔬 Und was ist mit den Catechinen und der Milch?
Hier kursiert im Internet ebenfalls eine sehr einfache Behauptung:
„Milch bindet die Catechine und macht die guten Inhaltsstoffe des grünen Tees unwirksam.“
So eindeutig lässt sich das nicht sagen.
Die Forschung ist differenzierter.
Eine Humanstudie fand beispielsweise, dass Milch die Bioverfügbarkeit bestimmter Grüntee-Catechine beeinflussen kann. In einer anderen Humanstudie wurde dagegen keine Beeinträchtigung der Catechin-Bioverfügbarkeit durch Milch beobachtet.
Auch eine Untersuchung zur antioxidativen Aktivität kam zu dem Ergebnis, dass die Zugabe von Milch den beobachteten Anstieg der Plasma-Antioxidationsaktivität nach Tee nicht einfach aufhob.
Das zeigt vor allem eines:
„Milch zerstört die Antioxidantien“ ist als pauschale Aussage zu simpel.
Es gibt Wechselwirkungen zwischen Milchbestandteilen und Tee-Catechinen, aber die Ergebnisse hängen unter anderem von den untersuchten Catechinen, der Milch, der Dosierung und der Untersuchungsmethode ab.
Ich würde deshalb bei TeeBohne lieber sauber bleiben:
Grüner Tee enthält interessante Pflanzenstoffe – aber Milch macht daraus weder automatisch ein Gesundheitsgetränk noch macht sie den Tee plötzlich wertlos.
Am Ende trinken wir Tee hoffentlich immer noch hauptsächlich, weil er schmeckt. ❤️
⚠️ Die häufigsten Fehler bei Grüntee mit Milch
1. Zu feinen Grüntee verwenden
Ein sehr eleganter, floraler Grüntee kann mit Milch einfach seine feinen Nuancen verlieren.
2. Zu viel Milch nehmen
Wenn aus 200 ml Tee plötzlich 150 ml Milch und 50 ml Tee werden, muss man sich nicht wundern, wenn der Tee kaum noch zu erkennen ist.
3. Den Grüntee zu bitter machen
Zu heißes Wasser oder eine zu lange Ziehzeit können Bitterkeit und Adstringenz verstärken. Dann wird die Kombination mit Milch nicht automatisch angenehmer. Die Catechine sind maßgeblich an Bitterkeit und Adstringenz beteiligt.
4. Sofort Zucker dazugeben
Ich würde erst einmal ohne Zucker probieren.
Sonst weißt du am Ende gar nicht, ob dir eigentlich Tee und Milch gefallen – oder nur die Süße. 😉
5. Nur einen einzigen Grüntee testen
Das ist wahrscheinlich der größte Fehler.
Wenn ein Sencha mit Milch nicht schmeckt, heißt das noch lange nicht, dass Genmaicha, Bancha oder Matcha ebenfalls nicht funktionieren.
☕ Mein Jensi-Test zu Hause
Wenn ich das Thema für mich wirklich ausprobieren würde, würde ich daraus keinen komplizierten Labortest machen.
Ich würde drei Tassen nebeneinander stellen:
- Grüntee pur
- Grüntee mit einem kleinen Schuss Vollmilch
- Grüntee mit Hafermilch
Und dann würde ich jeweils zuerst riechen und anschließend probieren.
Danach würde ich denselben Versuch mit einem zweiten Grüntee wiederholen.
Und genau da könnte es richtig interessant werden.
Denn vielleicht ist nicht die Frage:
„Schmeckt grüner Tee mit Milch?“
Sondern:
„Welcher grüne Tee schmeckt mir mit welcher Milch?“
❤️ „Nicht jede Teekombination muss jedem schmecken. Aber bevor wir sagen ‚Das geht nicht‘, dürfen wir ruhig einmal probieren.“
❓ Häufige Fragen: Grüner Tee mit Milch
Kann man grünen Tee mit Milch trinken?
Ja. Grüner Tee kann mit Milch kombiniert werden. Ob die Kombination schmeckt, hängt stark von Teesorte, Zubereitung, Milchmenge und persönlichem Geschmack ab. In Taiwan ist Green Milk Tea eine etablierte Getränkekategorie.
Schmeckt grüner Tee mit Milch wirklich nicht?
Nein. Die Aussage ist zu pauschal. Manche Grüntees harmonieren besser mit Milch als andere. Besonders kräftige Grüntees, Matcha oder bestimmte Green-Milk-Tea-Zubereitungen können sehr gut funktionieren.
Warum sagen viele, dass Milch nicht zu grünem Tee passt?
Viele klassische Grüntees werden traditionell pur getrunken und besitzen feine pflanzliche, florale oder umamiartige Aromen. Milch kann diese feinen Noten verändern oder überdecken. Daraus folgt aber nicht, dass die Kombination grundsätzlich schlecht ist.
Welcher grüne Tee passt am besten zu Milch?
Das ist Geschmackssache. Kräftige, röstige oder nussige Grüntees können interessant sein. Genmaicha, Bancha, kräftiger Gunpowder und Matcha sind gute Kandidaten zum Ausprobieren.
Kann man Sencha mit Milch trinken?
Ja. Allerdings kann ein feiner Sencha durch Milch deutlich anders schmecken. Wer die frischen und pflanzlichen Noten des Sencha besonders schätzt, bevorzugt ihn möglicherweise pur.
Passt Genmaicha zu Milch?
Genmaicha kann ein interessanter Kandidat sein, weil der geröstete Reis zusätzliche nussige und röstige Aromen in die Tasse bringt. Diese können gut mit cremigen Milchkomponenten harmonieren.
Kann man grünen Tee mit Hafermilch trinken?
Ja. Hafermilch kann durch ihre leichte natürliche Süße und cremige Textur gut mit ausgewählten Grüntees harmonieren. Am besten zunächst mit einer kleinen Menge testen.
Kann man Matcha mit Milch trinken?
Ja. Matcha Latte ist eine weltweit verbreitete Kombination aus Matcha und Milch. Durch die intensive Konzentration des Matchas bleibt der Grüntee auch bei einer größeren Milchmenge deutlich wahrnehmbar.
Warum schmeckt grüner Tee mit Milch manchmal bitter?
Bitterkeit und Adstringenz werden bei Grüntee unter anderem durch Catechine beeinflusst. Eine hohe Extraktion durch zu heißes Wasser oder eine lange Ziehzeit kann den Geschmack verstärken. Milch gleicht eine ungünstige Zubereitung nicht automatisch aus.
Welche Milch eignet sich für grünen Tee?
Vollmilch, Hafermilch, Sojadrink und andere Milchalternativen können funktionieren. Die beste Wahl hängt vom verwendeten Grüntee und vom persönlichen Geschmack ab.
Verändert Milch den Geschmack von grünem Tee?
Ja. Milch bringt Cremigkeit und eigene Aromen mit und kann die Wahrnehmung von Bitterkeit, Adstringenz und feinen Teearomen verändern. Dadurch kann ein Tee weicher wirken, aber auch weniger filigran schmecken.
Verhindert Milch die Aufnahme der Catechine aus grünem Tee?
Die Forschung ist hierzu nicht völlig einheitlich. Einige Humanstudien fanden Veränderungen bei der Bioverfügbarkeit bestimmter Catechine durch Milch, andere Untersuchungen fanden keine relevante Beeinträchtigung. Eine pauschale Aussage wie „Milch macht Catechine unwirksam“ ist daher nicht gerechtfertigt.
Ist grüner Tee mit Milch gesünder als grüner Tee pur?
Dafür gibt es keine belastbare Grundlage. Milch verändert die Zusammensetzung und den Geschmack des Getränks. Ob man Grüntee pur oder mit Milch trinkt, sollte deshalb vor allem eine Frage des persönlichen Geschmacks sein.
Kann man grünen Tee mit Milch und Honig trinken?
Ja. Honig kann eine zusätzliche Süße einbringen und besonders kräftige oder herbe Grüntee-Milch-Kombinationen abrunden. Ich würde zunächst ohne Süßung probieren und anschließend nach Geschmack dosieren.
Gibt es grünen Milchtee in anderen Ländern?
Ja. Besonders in Taiwan ist Green Milk Tea beziehungsweise „奶綠“ eine bekannte Getränkekategorie. Auch Matcha Latte ist international weit verbreitet. Die traditionelle Zubereitung vieler japanischer und chinesischer Grüntees bleibt allerdings weiterhin der pure Teeaufguss.
Ist grüner Tee mit Milch dasselbe wie Matcha Latte?
Nein. Matcha Latte wird mit pulverisiertem Matcha zubereitet, während klassischer Green Milk Tea oder Grüntee mit Milch auf einem aufgebrühten Grüntee basieren kann. Die Getränke unterscheiden sich deshalb deutlich in Konzentration, Textur und Geschmack.
❤️ Mein Fazit: Grüner Tee mit Milch – geht doch!
Nach der Recherche würde ich den Satz „Grüner Tee mit Milch schmeckt nicht“ jedenfalls nicht mehr unterschreiben.
Dafür gibt es einfach zu viele Gegenbeispiele.
Taiwan zeigt mit Green Milk Tea, dass die Kombination längst etabliert ist. Matcha Latte zeigt, dass grüner Tee und Milch international sogar zu einem sehr beliebten Getränk geworden sind. Und die Teeforschung erklärt gleichzeitig, warum die Kombination mit manchen Grüntees deutlich besser funktioniert als mit anderen.
Mein persönlicher Schluss wäre deshalb:
☕ Nicht „Milch oder keine Milch?“ – sondern „Welcher Tee?“
Ein zarter, floraler Grüntee darf für mich gerne pur bleiben.
Ein kräftiger, röstiger oder aromatischer Grüntee kann dagegen einen Versuch mit Milch wert sein.
Und bei Matcha ist die Sache sowieso ziemlich eindeutig: Milch kann hervorragend funktionieren.
Am Ende gilt deshalb auch hier das gute alte TeeBohne-Prinzip:
Probieren geht über Internet-Blabla. 😉
Wenn du verschiedene Grüntee-Richtungen ausprobieren möchtest, kannst du dich einmal durch die Grüntee-Auswahl bei TeeBohne stöbern. Von Sencha und Bancha über Genmaicha bis zu chinesischen Grüntees ist einiges dabei.
Und für alle, die es aromatischer mögen, gibt es auch aromatisierten grünen Tee.
Denn vielleicht wartet dort ja genau die Sorte, bei der du nach dem ersten Schluck denkst:
„Moment mal … der schmeckt mit Milch ja tatsächlich richtig gut!“ ❤️
Dein Jensi von TeeBohne Einbeck ❤️☕

🍵 Über den Autor
Jens Thume betreibt gemeinsam mit seiner Frau den Online-Shop TeeBohne Einbeck. Seit vielen Jahren dreht sich bei ihm beruflich und privat vieles um Tee, Kaffee und die Frage, warum manche Kombinationen einfach funktionieren – und andere eben nicht.
Für diesen Artikel habe ich mir eine ziemlich einfache Frage vorgenommen: Schmeckt grüner Tee mit Milch wirklich nicht? Dafür habe ich mir internationale Beispiele und wissenschaftliche Untersuchungen angeschaut und versucht, die Unterschiede zwischen Teesorten, Zubereitung und Geschmack verständlich zusammenzubringen.
Denn genau das finde ich bei Tee spannend: Manchmal reicht ein Satz aus dem Internet, um eine Sache für erledigt zu erklären. Und manchmal lohnt es sich, einmal tiefer in die Tasse zu schauen. 😉









