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Kukicha: Vielfalt und Milde im Grüntee erleben
Jens Thume · Aktualisiert: · 5 Min. LesezeitKukicha – der milde Grüntee aus Japan mit ganz eigenem Charakter
Kukicha ist einer dieser Tees, bei denen man beim ersten Blick vielleicht kurz denkt:
„Moment mal – warum sind da so viele Stängel drin?“ 😄
Genau das ist aber das Besondere an Kukicha.
Während bei vielen Grüntees vor allem die Blätter im Mittelpunkt stehen, besteht Kukicha zu einem großen Teil aus den Stielen und Stängeln der Teepflanze. Daher kommt auch sein Beiname Stängeltee.
Und geschmacklich ist Kukicha eine ziemlich interessante Sache: Er kann angenehm mild, leicht nussig und weich wirken und ist damit eine schöne Alternative für alle, denen kräftige oder sehr herbe Grüntees manchmal zu viel sind.
🍃 Was ist Kukicha eigentlich?
Kukicha stammt aus Japan und gehört zur Familie der Grüntees.
Für die Herstellung werden nicht nur die jungen Teeblätter verwendet. Einen wichtigen Anteil machen die Blattstiele und Stängel aus, die bei der Verarbeitung der Teepflanze anfallen.
Das verleiht Kukicha seinen ganz eigenen Charakter.
Der Aufguss wirkt häufig heller und geschmacklich deutlich sanfter als viele kräftige Grüntees. Statt einer ausgeprägten Herbe stehen oft milde, leicht süßliche und nussige Noten im Vordergrund.
Und genau deshalb lohnt es sich, Kukicha einmal auszuprobieren, wenn du bisher mit Grüntee nicht richtig warm geworden bist.
☕ Wie schmeckt Kukicha?
Das Schöne an Kukicha ist seine vergleichsweise unkomplizierte Art.
Er kann mild, frisch, leicht nussig und angenehm weich schmecken. Je nach Tee und Zubereitung können auch pflanzliche oder leicht süßliche Nuancen auftreten.
Was du dagegen normalerweise nicht erwartest, ist ein extrem kräftiger oder bitterer Geschmack.
Natürlich kann auch Kukicha bitter werden – schließlich kann man fast jeden Grüntee mit zu heißem Wasser und einer viel zu langen Ziehzeit aus der Balance bringen. 😉
Aber richtig zubereitet zeigt sich seine angenehm milde Seite.
🌡️ Die richtige Temperatur ist wichtig
Gerade bei Grüntee macht die Wassertemperatur einen großen Unterschied.
Kochendes Wasser direkt aus dem Wasserkocher ist für viele Grüntees einfach zu heiß.
Als Ausgangspunkt kannst du Kukicha mit ungefähr 70 bis 80 °C aufgießen. Je nach Sorte und persönlichem Geschmack kannst du die Temperatur anschließend etwas anpassen.
Und genau hier würde ich nicht zu kompliziert werden.
Probier den Tee zunächst so, wie es auf deiner Packung empfohlen wird.
Dann kannst du beim nächsten Aufguss ein kleines bisschen experimentieren.
Ein paar Grad weniger?
Etwas kürzer ziehen?
Oder ein bisschen mehr Tee?
So findest du ziemlich schnell heraus, wie dir dein Kukicha am besten schmeckt.
⏱️ Wie lange sollte Kukicha ziehen?
Auch bei der Ziehzeit gilt: lieber erst einmal moderat anfangen.
Eine Ziehzeit von ungefähr 1 bis 2 Minuten kann ein guter Ausgangspunkt sein. Danach kannst du deinen persönlichen Geschmack entscheiden lassen.
Magst du den Tee kräftiger?
Dann darf er etwas länger ziehen.
Soll er besonders mild bleiben?
Dann lieber etwas kürzer.
Das ist übrigens einer der Gründe, warum loser Tee so viel Spaß macht.
Du kannst deine Tasse tatsächlich ein Stück weit selbst gestalten.
⚡ Hat Kukicha Koffein?
Ja, Kukicha enthält grundsätzlich Koffein, denn er wird aus der Teepflanze Camellia sinensis hergestellt.
Der tatsächliche Koffeingehalt kann allerdings deutlich variieren. Dabei spielen unter anderem die verwendeten Pflanzenteile, die Sorte, die Dosierung und die Zubereitung eine Rolle.
Kukicha wird häufig als eher koffeinärmer als viele andere Grüntees beschrieben. Daraus sollte man aber keine feste Zahl für jede Tasse ableiten.
Wenn du ganz genau wissen möchtest, wie viel Koffein dein konkreter Tee enthält, kommt es auf das jeweilige Produkt und die Zubereitung an.
Für den Alltag gilt deshalb ganz einfach:
Kukicha ist ein Grüntee – also nicht automatisch koffeinfrei.
🍵 Kukicha für Grüntee-Einsteiger
Hier sehe ich eine der großen Stärken dieses Tees.
Wenn jemand zu mir sagt:
„Ich würde gerne grünen Tee trinken, aber mir ist der immer zu bitter.“
dann würde ich nicht sofort sagen: „Dann ist Grüntee nichts für dich.“
Ich würde erst einmal einen milderen Grüntee ausprobieren.
Und Kukicha kann dafür eine interessante Richtung sein.
Sein weicherer Charakter macht ihn für Menschen spannend, die sich langsam an japanische Grüntees herantasten möchten.
Vielleicht ist er nicht der Tee, der dich beim ersten Schluck komplett umhaut.
Aber vielleicht ist er genau der Tee, bei dem du nach der zweiten Tasse denkst:
„Der gefällt mir.“
Und manchmal ist genau das der bessere Anfang.
🇯🇵 Warum sind im Kukicha so viele Stängel?
Das ist tatsächlich eine der häufigsten Fragen.
Die Stängel sind kein Fehler und auch kein „Abfall“ in der Tüte.
Sie gehören ganz bewusst zum Charakter des Kukicha.
Bei der Verarbeitung der Teeblätter fallen Blattstiele und Stängel an. Für Kukicha werden diese Bestandteile gezielt verwendet und mit Teeanteilen kombiniert.
Dadurch entsteht ein Tee, der sich deutlich von klassischen Blatttees unterscheidet.
Man könnte also sagen:
Kukicha macht aus den Teilen der Teepflanze, die bei anderen Tees eher im Hintergrund bleiben, seinen eigenen Stil.
Und genau das macht ihn so interessant.
🫖 Kukicha und der zweite Aufguss
Bei losem Kukicha kannst du je nach Qualität und Geschmack auch einen zweiten Aufguss ausprobieren.
Dafür verwendest du einfach dieselben Teeblätter noch einmal.
Der zweite Aufguss kann geschmacklich etwas anders ausfallen als der erste.
Manchmal etwas leichter.
Manchmal überraschend aromatisch.
Auch hier gilt:
Nicht zu viel darüber nachdenken.
Einfach ausprobieren.
Denn gerade bei losem Tee gehört das Experimentieren für mich ein bisschen zum Genuss dazu.
💚 Mein TeeBohne-Tipp
Wenn du Grüntee bisher immer mit kräftig, herb und ein bisschen schwierig verbunden hast, dann gib Kukicha ruhig einmal eine Chance.
Er ist kein Tee, der laut in der Tasse stehen muss.
Kukicha ist eher der ruhige Typ.
Mild.
Unaufdringlich.
Leicht nussig.
Und genau deshalb kann er wunderbar in den Alltag passen.
Ob am Nachmittag, beim Lesen, beim Arbeiten oder einfach dann, wenn du dir eine kleine Teepause gönnen möchtest.
Nicht jeder Tee muss spektakulär sein.
Manche müssen einfach nur gut schmecken.
Und Kukicha kann genau das ziemlich gut.
☕🍃
Jens von TeeBohne









