Die Geschichte des Kaffees in Deutschland‘

Geschichte des Kaffees in Deutschland – Von 1673 bis heute

Jens Thume · Aktualisiert: · 14 Min. Lesezeit

Die Geschichte des Kaffees in Deutschland – vom ersten Kaffeehaus bis heute

Stell dir vor, du sitzt morgens in deiner Küche, drückst auf einen Knopf und wenige Sekunden später läuft der Kaffee in die Tasse.

Herrlich.

Kein Feuer machen.
Keine Bohnen rösten.
Keine Handmühle bedienen.
Kein Kaffeesatz in der Tasse.

Und vor allem: Niemand steht vor deiner Tür und kontrolliert, ob es bei dir verdächtig nach frisch geröstetem Kaffee riecht.

Was ziemlich absurd klingt, war in Preußen tatsächlich einmal ein Thema.

Denn Kaffee hat in Deutschland eine erstaunlich lange Geschichte hinter sich.

Heute gehört er für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag. Morgens zum Wachwerden, nach dem Mittagessen, im Büro, beim Besuch oder am Wochenende zusammen mit einem Stück Kuchen.

Aber Kaffee war nicht immer selbstverständlich.

Im Gegenteil.

Als die ersten Kaffeebohnen nach Deutschland kamen, waren sie exotisch, teuer und längst nicht für jeden erschwinglich.

Aus einem Luxusgetränk wurde irgendwann ein gesellschaftliches Ritual, später ein alltägliches Volksgetränk und schließlich ein riesiger Markt.

Und auf diesem Weg begegnen uns Kaffeehäuser, Kaufleute, Könige, Schmuggler, Kaffeeschnüffler, Erfinder, Ersatzkaffee und natürlich jede Menge Kaffeekannen.

Also:

Tasse holen – wir reisen ein paar Jahrhunderte zurück. ☕


☕ Bevor Deutschland Kaffee trank

Bevor wir bei Bremen und Hamburg landen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Herkunft.

Die Kaffeepflanze stammt ursprünglich aus Afrika. Besonders eng verbunden ist die Geschichte des Kaffees mit Äthiopien.

Über die arabische Welt verbreitete sich Kaffee weiter. Im Jemen wurde Kaffee bereits vor Jahrhunderten angebaut und gehandelt.

Von dort gelangte das Getränk schließlich nach Europa.

Im 17. Jahrhundert entwickelte sich Kaffee in europäischen Handelsstädten zu einem neuen Trend.

London bekam seine Kaffeehäuser.

Paris bekam seine Kaffeehäuser.

Wien bekam seine Kaffeehäuser.

Und auch auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands begann man sich für die dunkle, aromatische Flüssigkeit zu interessieren.

Allerdings war Kaffee zunächst alles andere als ein günstiges Alltagsgetränk.

Die Bohnen mussten aus weit entfernten Anbaugebieten importiert werden.

Das bedeutete:

lange Transportwege, hohe Kosten und ein Getränk, das sich zunächst vor allem wohlhabendere Menschen leisten konnten.

Von „Kaffee für alle“ war man also noch ziemlich weit entfernt.

„Infografik im Hochformat zur Geschichte des Kaffees in Deutschland: Ein klarer vertikaler Zeitstrahl führt von 1673 in Bremen über Hamburg, Leipzig, Friedrich den Großen, das 19. Jahrhundert, Melitta Bentz und die 1950er-Jahre bis in die Gegenwart zum Kaffeevollautomaten.“

🏛️ 1673 – Das erste Kaffeehaus in Deutschland

Jetzt kommen wir zu einem der wichtigsten Daten der deutschen Kaffeegeschichte:

1673.

In Bremen entstand das erste belegte Kaffeehaus auf deutschem Boden.

Bremen war als Handelsstadt hervorragend mit der Welt verbunden.

Und genau das war für Kaffee entscheidend.

Denn Kaffee wächst nicht in Norddeutschland.

Er kommt von weit her.

Kaufleute brachten Waren aus verschiedenen Regionen der Welt nach Europa. Kaffee gehörte irgendwann dazu.

Das Kaffeehaus wurde damit zu einem Ort, an dem Menschen etwas völlig Neues erleben konnten:

Sie konnten Kaffee außer Haus trinken.

Und das war mehr als eine Kleinigkeit.

Denn Kaffeehäuser waren Treffpunkte.

Menschen unterhielten sich dort.

Sie tauschten Nachrichten aus.

Sie machten Geschäfte.

Sie lasen Zeitungen.

Sie diskutierten über Politik und gesellschaftliche Entwicklungen.

Man könnte fast sagen:

Das Kaffeehaus war eine Art soziales Netzwerk des 17. Jahrhunderts.

Nur ohne Smartphone.

Und ohne jemanden, der während des Gesprächs plötzlich auf sein Display schaut. 😂


⚓ 1677 – Kaffee erreicht Hamburg

Nur wenige Jahre später folgte Hamburg.

1677 wird als Jahr genannt, in dem dort ein Kaffeehaus entstand.

Hamburg sollte später eine ganz besondere Bedeutung für den deutschen Kaffeehandel bekommen.

Warum?

Ganz einfach:

Hafen.

Kaffee musste aus Übersee nach Europa transportiert werden.

Und Hamburg lag dafür ideal.

Schiffe brachten Rohkaffee in die Stadt.

Von dort wurde er weiter gehandelt und später auch geröstet.

Damit entwickelte sich Hamburg zu einem wichtigen Zentrum des deutschen Kaffeehandels.

Bis heute spielt die Stadt im internationalen Kaffeehandel eine bedeutende Rolle.


☕ 1711 – Der „Coffe Baum“ in Leipzig

Auch Leipzig wurde zu einer wichtigen Kaffeehausstadt.

Besonders bekannt ist der „Zum Arabischen Coffe Baum“.

Seit 1711 wird dort Kaffee ausgeschenkt.

Das Haus gehört heute zu den bekanntesten historischen Kaffeehäusern Deutschlands.

Und Kaffee war inzwischen nicht mehr nur irgendein exotisches Getränk.

Er wurde Teil des gesellschaftlichen Lebens.

Künstler, Kaufleute, Studenten und Bürger trafen sich in Kaffeehäusern.

Und natürlich blieb auch die Kultur nicht außen vor.

Ein besonders berühmter Kaffeeliebhaber war:

Johann Sebastian Bach.

Bach schrieb sogar die berühmte Kaffee-Kantate.

Darin wird der Kaffee auf humorvolle Weise zum Streitpunkt zwischen Vater und Tochter.

Wenn man sich das einmal überlegt, ist das eigentlich herrlich zeitlos.

Damals:

„Du trinkst zu viel Kaffee!“

Heute:

„Du sitzt zu viel am Handy!“

Andere Geräte.

Ähnliche Diskussion. 😂


👑 Friedrich der Große und die Angst vor dem Kaffee

Jetzt wird es kurios.

Denn Kaffee war nicht nur lecker.

Er war teuer.

Und das bedeutete:

Er war wirtschaftlich interessant.

Im Preußen des 18. Jahrhunderts versuchte Friedrich II., den Kaffeehandel stärker zu kontrollieren.

Der Staat wollte Einfluss auf Import und Verkauf nehmen.

Auch das private Rösten von Kaffee wurde eingeschränkt.

Der Hintergrund war unter anderem wirtschaftlicher Natur.

Wenn Kaffee importiert werden musste, floss Geld ins Ausland.

Außerdem wollte der Staat Einnahmen aus dem Kaffeehandel sichern.

Und damit begann eine ziemlich ungewöhnliche Episode deutscher Geschichte.


👃 Die Kaffeeschnüffler

Wer unerlaubt Kaffee röstete, sollte nicht einfach unbemerkt davonkommen.

Dafür wurden sogenannte Kaffeeschnüffler eingesetzt.

Ihre Aufgabe:

Sie sollten unerlaubtes Kaffeerösten anhand des Geruchs aufspüren.

Ja.

Anhand des Geruchs.

Stell dir den Beruf einmal vor.

Andere Menschen gehen zur Arbeit.

Der Kaffeeschnüffler geht los und denkt:

„Hm … interessant. Arabica?“

😂

Ganz so gemütlich war es natürlich nicht.

Die Schnüffler waren staatliche Kontrolleure.

Sie sollten herausfinden, wo unerlaubt Kaffee geröstet wurde.

Damit bekam Kaffee endgültig eine ziemlich ungewöhnliche Rolle:

Er war nicht mehr nur Getränk.

Er war Wirtschaftsgut, Luxusprodukt und Gegenstand staatlicher Kontrolle.

„Infografik im Hochformat 2:3 zum Thema ‚Vom Luxusgetränk zum Alltagskaffee‘ in Deutschland: Eine visuelle Gegenüberstellung von ‚Damals‘ mit historischen Kaffeehaus-Szenen und ‚Heute‘ mit einer modernen Kaffeeküche, ergänzt durch die Kennzahl von 161 Litern Pro-Kopf-Konsum.“

🫘 Vom Luxus zum Alltagsgetränk

Im 18. und 19. Jahrhundert veränderte sich die Situation langsam.

Der internationale Handel wuchs.

Transport wurde einfacher.

Die industrielle Produktion entwickelte sich.

Röstereien konnten größere Mengen verarbeiten.

Und Kaffee wurde zunehmend erschwinglicher.

Damit veränderte sich auch die gesellschaftliche Bedeutung.

Kaffee war nicht mehr ausschließlich ein Getränk der wohlhabenden Oberschicht.

Immer mehr Menschen konnten sich Kaffee leisten.

Aus dem Luxusgetränk wurde ein Getränk für breitere Bevölkerungsschichten.

Und irgendwann gehörte Kaffee einfach dazu.


🍞 Kaffee als Teil einfacher Ernährung

Dabei darf man sich die historische Kaffeekultur nicht nur als elegante Kaffeetafel mit feinem Porzellan vorstellen.

Für viele Menschen war Kaffee etwas ganz anderes.

Ein warmes Getränk.

Ein Stück Alltag.

Und teilweise sogar Bestandteil einer einfachen Mahlzeit.

Historische Kaffeegetränke wurden beispielsweise mit Brot oder anderen Zutaten kombiniert.

Die sogenannte Kaffeesuppe ist ein Beispiel dafür.

Das zeigt ganz schön, wie unterschiedlich Kaffee damals verwendet wurde.

Heute diskutieren wir über die perfekte Extraktion.

Damals ging es manchmal eher um:

warm, verfügbar und irgendwie sättigend.

Kaffee hatte also schon früh mehr als nur eine Funktion.


🚢 Hamburg und Bremen werden zu Kaffeezentren

Im 19. Jahrhundert nahm der internationale Kaffeehandel weiter Fahrt auf.

Dampfschiffe machten Transporte schneller.

Die Eisenbahn verband Handelszentren.

Die Industrialisierung veränderte Produktion und Logistik.

Und Kaffee kam in immer größeren Mengen nach Deutschland.

Besonders Hamburg und Bremen profitierten von ihrer Lage und ihrer Bedeutung als Handelsplätze.

Der Weg einer Kaffeebohne konnte ungefähr so aussehen:

Kaffeeplantage → Aufbereitung → Hafen → Schiff → Deutschland → Händler → Rösterei → Kaffeetasse

Und daran hat sich bis heute erstaunlich wenig geändert.

Nur die Schiffe sind moderner geworden.

Und wir bestellen unsere Bohnen inzwischen teilweise mit zwei Klicks.


⚙️ Industrialisierung verändert die Kaffeewelt

Mit der industriellen Entwicklung entstanden immer größere Röstereien.

Kaffee konnte standardisierter verarbeitet und verpackt werden.

Das machte ihn für den Massenmarkt interessant.

Auch Werbung spielte zunehmend eine Rolle.

Kaffeemarken wurden bekannt.

Verpackungen wurden gestaltet.

Und der Kaffee bekam einen festen Platz in der Konsumgesellschaft.

Die Bohne wurde damit endgültig zu einem Produkt, das Millionen Menschen regelmäßig kauften.


🧪 1905 – Kaffee ohne Koffein

Anfang des 20. Jahrhunderts kam eine weitere interessante Entwicklung.

Der Bremer Kaufmann Ludwig Roselius beschäftigte sich mit der Entkoffeinierung von Kaffee.

1905 gelang ihm ein industriell nutzbares Verfahren.

Daraus entwickelte sich später Kaffee HAG.

Damit wurde eine Idee populär, die heute völlig selbstverständlich klingt:

Kaffee trinken, ohne die volle Menge Koffein aufzunehmen.

Für Menschen, die Kaffee mochten, aber Koffein vermeiden wollten, war das eine ziemlich interessante Entwicklung.

Und plötzlich gab es eine neue Kaffee-Frage:

„Möchtest du normalen oder koffeinfreien?“

Eine Frage, die uns bis heute verfolgt.


🫖 1908 – Melitta Bentz erfindet den Papierfilter

Eine der berühmtesten deutschen Erfindungen rund um Kaffee entstand 1908.

Und zwar in Dresden.

Melitta Bentz störte sich am Kaffeesatz in ihrer Tasse.

Also probierte sie verschiedene Möglichkeiten aus.

Schließlich verwendete sie Löschpapier aus einem Schulheft ihres Sohnes und einen durchlöcherten Messingbecher.

Das Ergebnis:

Das Wasser konnte durch das Papier laufen.

Der Kaffeesatz blieb zurück.

1908 wurde die Erfindung patentiert.

Der Papierfilter war geboren.

Und damit veränderte sich die Zubereitung von Filterkaffee nachhaltig.

Man muss Melitta Bentz eigentlich dankbar sein.

Denn niemand möchte beim gemütlichen Kaffeetrinken plötzlich einen kleinen Kaffeesatz-Stein zwischen den Zähnen finden.

„Knusprig geröstet“ war schließlich nie als Zahnpasta gedacht. 😂


⚠️ Krieg und Krisen – plötzlich wird Kaffee wieder knapp

Dann kam eine Zeit, in der Kaffee seine Selbstverständlichkeit wieder verlor.

Während des Zweiten Weltkriegs waren Importe stark eingeschränkt.

Kaffee wurde knapp.

Und wenn Kaffee knapp wird, merkt man plötzlich, wie wichtig dieses kleine braune Getränk für den Alltag geworden ist.

Echter Bohnenkaffee war schwer erhältlich.

Deshalb griffen Menschen auf Ersatzprodukte zurück.

Dazu gehörten unter anderem:

Zichorie, Malz und Getreide.

Diese Produkte waren kein echter Kaffee.

Aber sie konnten zumindest teilweise die Rolle eines warmen Kaffeegetränks übernehmen.

Für viele Menschen war das eine Notlösung.

Die Kaffeebohne war wieder etwas Besonderes geworden.


🇩🇪 Nachkriegszeit – Kaffee bekommt eine neue Bedeutung

Nach dem Krieg änderte sich Deutschland langsam.

Der Wiederaufbau begann.

Der Wohlstand stieg.

Und Kaffee wurde zu einem Symbol für Normalität.

Eine richtige Tasse Kaffee bedeutete für viele Menschen:

Es geht wieder aufwärts.

Kaffee gehörte zum neuen Alltag.

Zum Besuch.

Zur Familie.

Zum Sonntag.

Zur Kaffeetafel.

Und natürlich zum Kuchen.


🍰 Kaffee und Kuchen – ein deutsches Ritual

Wenn man über deutsche Kaffeekultur spricht, kommt man an Kaffee und Kuchen kaum vorbei.

Die Kaffeetafel wurde zum gesellschaftlichen Ritual.

Man setzte sich zusammen.

Die Kaffeekanne kam auf den Tisch.

Dazu gab es Kuchen.

Und plötzlich hatte man Zeit.

Zeit zum Reden.

Zeit zum Erzählen.

Zeit für Familie und Freunde.

Kaffee war damit längst mehr als ein Getränk.

Er wurde zum Anlass.

Und das ist vielleicht eine der schönsten Entwicklungen seiner Geschichte.

Denn manchmal braucht man eigentlich gar keinen besonderen Grund.

Man braucht nur zwei Tassen Kaffee und jemanden, mit dem man sie trinken kann.


☕ Die 1950er und 1960er – Filterkaffee wird zum Klassiker

In den Jahrzehnten nach dem Krieg wurde Filterkaffee zum festen Bestandteil deutscher Haushalte.

Kaffeemaschinen hielten Einzug in Küchen.

Kaffeepulver wurde abgepackt verkauft.

Kaffeekannen gehörten zum Haushalt.

Und die Zubereitung wurde immer einfacher.

Der klassische deutsche Filterkaffee war geboren.

Oder besser:

Er wurde endgültig zum Dauerbrenner.

Starker Kaffee?

Schwacher Kaffee?

Mit Milch?

Mit Zucker?

Ohne Zucker?

Darüber konnte man sich wunderbar streiten.

Und wahrscheinlich wurde auch damals schon gesagt:

„So einen Kaffee macht man heute aber nicht mehr.“

Kaffee hat eben seine eigenen Traditionen.


🌍 Espresso, Cappuccino und Co. kommen nach Deutschland

Mit zunehmender internationaler Vernetzung veränderte sich auch die Kaffeekultur.

Espresso wurde bekannter.

Cappuccino wurde beliebter.

Später kamen Latte Macchiato, Milchkaffee, Flat White und viele weitere Varianten hinzu.

Kaffee wurde vielfältiger.

Und plötzlich musste man sich nicht mehr nur entscheiden:

Kaffee oder kein Kaffee?

Sondern:

Espresso? Cappuccino? Latte? Crema? Filter?

Wer früher einfach nur eine Tasse Kaffee wollte, braucht heute fast schon eine kleine Getränkekarte.

😂☕


⚙️ Der Kaffeevollautomat verändert das Zuhause

Eine weitere Revolution kam mit dem Kaffeevollautomaten.

Ganze Bohnen einfüllen.

Knopf drücken.

Die Maschine mahlt.

Brüht.

Und liefert Kaffee.

Auf Wunsch auch Espresso oder Milchkaffee-Spezialitäten.

Damit veränderte sich die Bedeutung der ganzen Kaffeebohne.

Frisch mahlen wurde zu Hause besonders einfach.

Die Mühle wanderte in die Maschine.

Und aus dem früher eher aufwendigen Vorgang wurde:

Knopf drücken – Kaffee trinken.

Für Menschen mit akutem Morgen-Koffeinbedarf eine ziemlich überzeugende Erfindung. 😂


🫘 Die Kaffeebohne wird wieder wichtiger

Heute interessieren sich viele Menschen wieder stärker für die Bohne selbst.

Welche Herkunft?

Welche Röstung?

Welche Mischung?

Arabica oder Robusta?

Hell oder dunkel geröstet?

Mild oder kräftig?

Schokoladig, nussig oder fruchtig?

Kaffee ist längst nicht mehr nur ein Getränk.

Er kann ein Hobby sein.

Ein Genuss.

Ein Handwerk.

Und manchmal auch eine Wissenschaft.

Spätestens wenn jemand morgens vor seiner Kaffeemühle steht und über Mahlgrad 4 oder 5 diskutiert, weiß man:

Wir sind ziemlich tief drin. 😂


🌱 Herkunft wird immer wichtiger

Auch die Herkunft der Bohnen interessiert heute immer mehr Kaffeetrinker.

Brasilien.

Kolumbien.

Äthiopien.

Vietnam.

Indonesien.

Costa Rica.

Guatemala.

Und viele weitere Länder.

Jede Region hat andere klimatische Bedingungen.

Andere Böden.

Andere Anbaumethoden.

Andere Sorten.

Und damit können sich auch die geschmacklichen Eigenschaften unterscheiden.

Die moderne Kaffeekultur beschäftigt sich deshalb immer stärker mit der Frage:

Woher kommt meine Bohne eigentlich?

Das ist ein Thema, das wir bei TeeBohne noch genauer betrachten.

Denn hinter jeder Kaffeebohne steckt eine eigene Reise.


🇩🇪 Deutschland ist heute ein echtes Kaffeeland

Und wie wichtig Kaffee heute in Deutschland ist, zeigen die aktuellen Verbrauchszahlen.

2025 wurden in Deutschland rund 161 Liter Kaffee pro Kopf konsumiert.

Außerdem wurden rund 456.000 Tonnen Röstkaffee abgesetzt.

Besonders interessant ist die Entwicklung bei ganzen Bohnen.

2025 entfielen rund 193.800 Tonnen auf ganze Kaffeebohnen.

Das zeigt:

Der klassische Filterkaffee ist keineswegs verschwunden.

Aber gleichzeitig haben sich die Möglichkeiten enorm erweitert.

Heute stehen Filterkaffee, Kaffeevollautomat, Siebträger, Espresso und zahlreiche Kaffeespezialitäten nebeneinander.

Deutschland hat seine Kaffeekultur also nicht abgeschafft.

Wir haben sie einfach erweitert.


🕰️ Über 350 Jahre – und die Tasse ist geblieben

Wenn man die Geschichte des Kaffees in Deutschland einmal zusammenfasst, ist die Entwicklung erstaunlich.

1673

Das erste belegte Kaffeehaus in Bremen.

1677

Kaffeehaus in Hamburg.

1711

Der Coffe Baum in Leipzig.

18. Jahrhundert

Kaffee wird zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Thema.

Kaffeeschnüffler

Der Staat versucht, das private Kaffeerösten zu kontrollieren.

19. Jahrhundert

Kaffee wird für immer mehr Menschen erschwinglich.

1905

Ludwig Roselius und die Entkoffeinierung.

1908

Melitta Bentz entwickelt den Papierfilter.

Kriegsjahre

Kaffee wird knapp und Ersatzkaffee gewinnt an Bedeutung.

1950er/60er

Kaffee und Kuchen werden zum festen Bestandteil des Alltags.

Heute

Vollautomaten, Siebträger, Filterkaffee und eine riesige Vielfalt an Bohnen und Zubereitungen.

Das ist eine ziemlich lange Reise für eine kleine Bohne.


❤️ Was die Geschichte des Kaffees eigentlich erzählt

Vielleicht ist genau das das Spannende.

Kaffee war in Deutschland nie einfach nur Kaffee.

Er war Luxus.

Er war Handelsware.

Er war Statussymbol.

Er war verboten beziehungsweise streng kontrolliert.

Er war Bestandteil einfacher Ernährung.

Er war in Krisenzeiten knapp.

Er wurde zum Symbol des Wirtschaftswunders.

Er wurde Teil der Kaffeetafel.

Und heute ist er für viele Menschen ein tägliches Ritual.

Die Technik hat sich verändert.

Die Röstungen haben sich verändert.

Die Zubereitungsarten haben sich verändert.

Aber eines ist erstaunlich konstant geblieben:

Menschen setzen sich gerne zusammen und trinken Kaffee.

Und vielleicht ist das am Ende sogar wichtiger als jede Maschine.


☕ TeeBohne-Fazit

Wenn wir heute eine Tasse Kaffee trinken, denken wir meistens nicht darüber nach, wie viel Geschichte eigentlich darin steckt.

Wir sehen eine Tasse.

Vielleicht etwas Milchschaum.

Vielleicht eine schöne Crema.

Vielleicht einfach schwarzen Filterkaffee.

Aber hinter diesem Kaffee steckt eine Reise über Kontinente und Jahrhunderte.

Die Bohne wächst in einem tropischen Anbaugebiet.

Sie wird geerntet, aufbereitet, getrocknet, transportiert, gehandelt und geröstet.

Und irgendwann landet sie bei uns.

In der Mühle.

Im Filter.

Im Vollautomaten.

Oder im Siebträger.

Und dann passiert das Entscheidende:

Kaffee läuft.

Und plötzlich ist der Morgen ein kleines bisschen besser.

Nach über 350 Jahren Kaffeegeschichte in Deutschland können wir deshalb eigentlich nur feststellen:

Wir haben aus einem exotischen Luxusgetränk ein tägliches Ritual gemacht.

Und wir haben dafür erstaunlich viele Maschinen erfunden. 😂☕

Vom Kaffeehaus zum Vollautomaten.

Von der Kaffeekanne zur App-Steuerung.

Von der ganzen Bohne zum Knopfdruck.

Und trotzdem stehen wir morgens immer noch vor der Maschine und denken:

„Na los … mach Kaffee.“

Vielleicht ist das die einzig wirklich zeitlose Tradition der deutschen Kaffeekultur. ❤️

🔗 Noch mehr Kaffee-Wissen bei TeeBohne

Die Geschichte ist spannend – aber irgendwann möchte man natürlich wissen, was eigentlich in der Tasse landet.

Wenn du jetzt tiefer in die Welt des Kaffees eintauchen möchtest, findest du bei TeeBohne weitere Ratgeber rund um Bohnen, Geschmack, Mahlgrad und Zubereitung.

Besonders interessant:

[Kaffee Geschmack verstehen: Säure, Körper & Fülle]
Denn wenn man Kaffee besser verstehen möchte, sollte man auch wissen, warum eine Tasse manchmal fruchtig, manchmal kräftig, manchmal weich und manchmal überraschend säuerlich schmeckt.

[Ölige Kaffeebohnen im Vollautomaten]
Warum manche Bohnen glänzen und was das für Mahlwerk, Bohnenweg und deinen Kaffeevollautomaten bedeuten kann.

[Perfekten Filterkaffee zubereiten]
Passend zur langen deutschen Tradition des Filterkaffees – und vielleicht genau das Richtige für alle, die ihre Tasse Kaffee gerne ganz klassisch zubereiten. 

Und wenn du jetzt Lust auf eine neue Bohne bekommen hast, kannst du natürlich auch direkt durch das [Kaffee- und Tee-Sortiment von TeeBohne] stöbern. Dort findest du neben klassischen Kaffees auch aromatisierte Spezialitäten. Vielleicht findest du dort eine Bohne, die deine ganz persönliche Kaffeegeschichte weiterschreibt.

Aber Vorsicht:

Das kann schnell ausarten.

Eine neue Bohne.

Ein anderer Mahlgrad.

Eine neue Einstellung.

Noch eine Tasse zum Vergleich.

Und plötzlich steht man morgens freiwillig fünf Minuten früher auf.

Das nennt man dann wohl Kaffeeleidenschaft. 😂☕❤️

📚 Quellen & historische Einordnung

Die historischen Eckdaten und Entwicklungen orientieren sich unter anderem an Informationen des Deutschen Kaffeeverbands, des Deutschen Historischen Museums und des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig.

Für aktuelle Verbrauchszahlen wurden Angaben des Deutschen Kaffeeverbands zum deutschen Kaffeemarkt herangezogen.

Historische Daten und moderne Marktzahlen sollten dabei nicht miteinander verwechselt werden: Die Entwicklung der Kaffeekultur lässt sich über Jahrhunderte erzählen, während Verbrauchszahlen immer für einen bestimmten Zeitraum gelten.

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