Gefällt mir "Teilen", Klick einfach hier auf den Button! Danke für Eure Unterstützung!
Kaffee Geschmack verstehen: Säure, Körper & Fülle einfach erklärt
Jens Thume · Aktualisiert: · 20 Min. LesezeitWie schmeckt eigentlich guter Kaffee? Säure, Körper und Fülle einfach erklärt
☕ Hol dir am besten erst einmal einen Kaffee. Oder noch besser: gleich eine ganze Kanne. 😄
Denn dieser Artikel ist ein kleines bisschen länger geworden.
Aber keine Sorge – du musst jetzt nicht mit einem Kaffeebuch neben der Tasse sitzen und Fachbegriffe auswendig lernen. Ich möchte dir einfach erklären, was beim Kaffee eigentlich mit Säure, Körper und Fülle gemeint ist und warum derselbe Kaffee beim einen Begeisterung auslöst und beim anderen eher ein vorsichtiges „Na ja ...“ bekommt.
Und bevor wir anfangen, noch ein kleiner Tipp:
Mach dir deinen Kaffee so, wie du ihn am liebsten trinkst.
Schwarz, mit Milch, als Cappuccino oder einfach eine große Tasse zum Wachwerden.
Denn genau darum geht es hier.
Nicht darum, welcher Kaffee laut irgendeiner Liste der „beste“ sein soll.
Sondern darum, welcher Kaffee dir schmeckt.
Und jetzt können wir anfangen.
Ich würde sagen: Kaffee in die Hand, Füße hoch – und los geht's. ☕😉
Wenn mich jemand fragt: „Jens, welcher Kaffee ist denn eigentlich gut?“, könnte ich natürlich einfach eine Packung aus unserem Sortiment nehmen und sagen: „Der hier!“ 😄
Aber so einfach ist es natürlich nicht.
Denn was der eine als richtig leckeren, kräftigen Kaffee bezeichnet, ist für den anderen vielleicht schon viel zu stark. Der nächste möchte einen milden Kaffee, wieder jemand anderes liebt fruchtige Aromen und bekommt schon bei dem Wort „Säure“ große Augen.
Und dann gibt es noch die Kunden, die sagen:
„Ich möchte einen Kaffee, der nicht sauer ist, aber auch nicht bitter, kräftig soll er sein, aber nicht zu stark und schön weich soll er schmecken.“
Tja ... und jetzt wird es interessant. 😄
Denn genau hier kommen Begriffe wie Säure, Körper und Fülle ins Spiel.
Das klingt zunächst ein bisschen nach Kaffeefachschule. Ist es aber gar nicht.
Ich möchte hier einfach einmal erklären, was diese Begriffe bedeuten und warum sie bei der Auswahl eines Kaffees hilfreich sein können.
Und vielleicht hilft es dir beim nächsten Kaffeekauf auch ein kleines bisschen dabei, besser zu beschreiben, was du eigentlich gerne in deiner Tasse hast.
☕ Säure beim Kaffee – keine Panik, der Kaffee ist nicht kaputt
Fangen wir mit einem Begriff an, bei dem viele Kaffeetrinker erst einmal vorsichtig werden:
Säure.
Wenn jemand sagt:
„Ich mag keinen Kaffee mit Säure.“
dann weiß ich aus vielen Jahren Kaffeeberatung inzwischen, dass ich lieber noch einmal nachfrage.
Denn mit Säure ist nicht automatisch gemeint, dass der Kaffee unangenehm sauer schmeckt.
Eine gewisse Säure gehört ganz natürlich zum Kaffee und kann sogar dafür sorgen, dass er frisch, lebendig und interessant wirkt.
Bei manchen Kaffees kann diese Säure beispielsweise an Zitrusfrüchte, Beeren oder andere fruchtige Eindrücke erinnern.
Natürlich schmeckt der Kaffee deshalb nicht wirklich wie eine Zitrone. 😉
Es geht um den Geschmackseindruck.
Ein Kaffee mit etwas mehr Säure kann dadurch sehr lebendig wirken. Ein anderer Kaffee ist dagegen eher weich, rund und zurückhaltend.
Und genau hier merkt man schon:
Kaffee ist Geschmackssache.
Was für den einen wunderbar frisch schmeckt, ist für den anderen vielleicht schon zu fruchtig.
Wenn du noch mehr über Kaffee erfahren möchtest, findest du übrigens auch weitere Kaffee-Wissen-Beiträge im TeeBohne Kaffee-Blog
Warum empfinden manche Menschen Kaffee als „sauer“?
Hier muss man ein bisschen unterscheiden.
Ein Kaffee kann von Natur aus eine ausgeprägtere Säure besitzen. Das kann durchaus gewollt und Teil seines Charakters sein.
Er kann aber auch unausgewogen sauer schmecken.
Dann lohnt sich ein Blick auf die Zubereitung.
Denn Kaffee ist manchmal ein kleines Sensibelchen. 😄
Mahlgrad, Wassermenge, Wassertemperatur und Brühzeit können beeinflussen, wie wir den Kaffee später in der Tasse wahrnehmen.
Wenn beispielsweise zu wenig aus dem Kaffeemehl gelöst wird, kann der Kaffee dünn, spitz oder unangenehm säuerlich wirken.
Dann würde ich nicht sofort die Bohnen verantwortlich machen.
Vielleicht braucht der Kaffee einfach eine kleine Veränderung bei der Zubereitung.
Wie wichtig gerade Mahlgrad, Wassertemperatur und Brühzeit sind, kannst du auch in unserem Beitrag Wie mache ich perfekten Filterkaffee? nachlesen.
🌰 Was bedeutet eigentlich „Körper“ beim Kaffee?
Jetzt kommen wir zu einem Begriff, bei dem ich mir gut vorstellen kann, dass jemand beim Lesen denkt:
„Körper? Was soll mein Kaffee denn für einen Körper haben?“ 😄
Keine Sorge, wir bleiben bei der Kaffeetasse.
Der Körper beschreibt vor allem das Mundgefühl eines Kaffees.
Also nicht, wie viel Koffein er enthält und auch nicht einfach, wie „stark“ er ist.
Stell dir zwei unterschiedliche Kaffees vor.
Der erste wirkt leicht und klar. Er verschwindet fast locker über den Gaumen und hinterlässt keinen besonders schweren Eindruck.
Der zweite wirkt dagegen dicht, cremig, weich und vollmundig.
Beide können sehr gut sein.
Sie fühlen sich nur unterschiedlich an.
Und genau dieses Gefühl im Mund wird unter anderem als Körper bezeichnet.
Ein kleines Beispiel aus dem Alltag
Vielleicht kennst du den Unterschied zwischen einem leichten Filterkaffee und einem kräftigen Espresso.
Ein Espresso ist klein.
Sehr klein sogar. 😄
Aber geschmacklich kann er richtig viel mitbringen.
Er wirkt konzentriert, intensiv und häufig auch sehr körperreich.
Ein großer Filterkaffee dagegen kann viel leichter und klarer wirken, obwohl du davon natürlich wesentlich mehr in der Tasse hast.
Deshalb bedeutet:
Mehr Kaffee in der Tasse = nicht automatisch mehr Körper.
Die Zubereitung und die Eigenschaften der Bohne spielen eine große Rolle.
☕ Und was ist nun die Fülle?
Fülle ist wieder so ein Begriff, den man nicht ganz einfach mit einem einzigen Wort erklären kann.
Für mich beschreibt Fülle eher den Gesamteindruck, den ein Kaffee hinterlässt.
Wie intensiv ist das Aroma?
Wie präsent ist der Kaffee im Mund?
Wie lange bleibt der Geschmack?
Wirkt er rund und kräftig?
Hat er einen schönen, langen Nachgeschmack?
All diese Eindrücke können dazu beitragen, dass wir einen Kaffee als voll oder weniger voll empfinden.
Körper und Fülle liegen deshalb ziemlich nah beieinander.
Sie sind aber nicht genau dasselbe.
Und ganz wichtig:
Viel Fülle bedeutet nicht automatisch besseren Kaffee.
Es gibt Menschen, die möchten morgens einen richtig kräftigen Kaffee, der sie geschmacklich ordentlich begrüßt.
Und es gibt Menschen, die lieber einen leichteren Kaffee trinken, bei dem sie feine Aromen entdecken können.
Ich finde beides völlig in Ordnung.
🔥 Die Röstung verändert den Charakter des Kaffees
Jetzt kommt ein Punkt, den man beim Kaffee wirklich nicht unterschätzen sollte:
die Röstung.
Denn die Kaffeebohne, die grün in die Rösterei kommt, schmeckt natürlich noch lange nicht so, wie wir sie später mahlen und in unsere Kaffeemaschine geben.
Erst durch die Röstung entsteht ein großer Teil dessen, was wir später als Kaffeearoma wahrnehmen.
Vereinfacht kann man sagen:
Hellere Röstungen können häufig frischer und lebendiger wirken. Fruchtige Aromen und Säure können stärker im Vordergrund stehen.
Bei mittleren Röstungen findet man häufig einen schönen Mittelweg. Aromen, Süße, Säure und Röstaromen können gut miteinander verbunden sein.
Dunklere Röstungen wirken häufig kräftiger und röstiger. Die Säure tritt dabei oft etwas mehr in den Hintergrund und kräftige Röstaromen werden deutlicher wahrgenommen.
Aber bitte jetzt nicht denken:
„Dann nehme ich einfach eine dunkle Röstung und habe automatisch einen Kaffee ohne Säure.“
So einfach ist es natürlich wieder nicht. 😉
Die Herkunft der Bohne, die Sorte und das genaue Röstprofil spielen ebenfalls eine Rolle.
Wenn du verschiedene Richtungen kennenlernen möchtest, findest du bei uns beispielsweise die Gourmet Mischung, den Costa Rica Kaffee Tarrazu oder den Karibik Kaffee.
☕ Röstgrad und Säure – was verändert sich eigentlich?
Wenn wir über den Geschmack von Kaffee sprechen, landen wir früher oder später auch bei der Röstung. Denn der Röstgrad hat einen ziemlich großen Einfluss darauf, wie wir einen Kaffee später in der Tasse wahrnehmen.
Ganz grob kann man sagen: Je heller geröstet wird, desto stärker können fruchtige und säuerliche Noten im Vordergrund stehen. Je dunkler die Röstung, desto kräftiger und röstiger wird häufig der Geschmack.
Aber – und jetzt kommt das kleine „Aber“ – Kaffee ist natürlich kein Lichtschalter mit nur drei Stufen. 😄 Herkunft, Bohne, Röstprofil und natürlich auch die Zubereitung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Eine kleine Orientierung hilft trotzdem:
| Röstgrad | Säure | Körper & Fülle | Typischer Geschmack |
|---|---|---|---|
| 🌱 Hell geröstet | eher deutlich, frisch und lebendig | eher leichter | fruchtig, floral, fein, manchmal zitrisch |
| ☕ Mittel geröstet | ausgewogen und angenehm | mittel bis voll | rund, ausgewogen, karamellig, nussig oder schokoladig |
| 🔥 Dunkler geröstet | meist weniger deutlich wahrnehmbar | kräftiger und vollmundig | kräftig, würzig, röstig, schokoladig, teilweise bitter |
Und was bedeutet das jetzt für meinen Kaffee?
Jetzt wird es vielleicht schon ein bisschen klarer. 😄
Wenn du einen Kaffee möchtest, der frisch, lebendig und vielleicht etwas fruchtiger schmeckt, kann eine hellere Röstung interessant sein.
Magst du es lieber rund und ausgewogen, bist du häufig bei einer mittleren Röstung gut aufgehoben.
Und wenn du morgens sagst:
„Ich brauche Kaffee und keinen Obstsalat!“ 😂☕
dann darf es ruhig etwas kräftiger und dunkler geröstet sein.
Wobei wir auch hier wieder aufpassen müssen: Dunkle Röstung bedeutet nicht automatisch besser und hell bedeutet nicht automatisch hochwertiger. Es kommt darauf an, was du persönlich gerne in deiner Tasse hast.
Eine Kaffeebohne aus Äthiopien kann beispielsweise ganz anders schmecken als eine Bohne aus Brasilien, selbst wenn beide ähnlich geröstet wurden. Die Herkunft bringt ihre eigenen geschmacklichen Eigenschaften mit.
Auch die genaue Röstführung macht einen Unterschied. Zwei Kaffees können beide als „mittel geröstet“ bezeichnet werden und trotzdem ziemlich unterschiedlich schmecken.
Deshalb ist der Röstgrad nur ein Teil des großen Kaffeepuzzles. ☕🧩
Und genau deshalb lohnt es sich, nicht nur auf die Bezeichnung „hell“, „mittel“ oder „dunkel“ zu schauen, sondern auch darauf, welche Geschmacksrichtung dir eigentlich gefällt.
Denn am Ende soll dein Kaffee nicht dem Röstmeister gefallen.
Er soll dir schmecken. 😄☕
🌍 Die Herkunft der Bohne – warum Kaffee nicht überall gleich schmeckt
Kaffee wächst nicht überall gleich.
Und das ist auch gut so.
Denn genau dadurch bekommen wir diese unterschiedlichen Geschmacksrichtungen.
Klima, Höhenlage, Boden, Anbau und Verarbeitung beeinflussen den Charakter einer Kaffeebohne.
Deshalb können Kaffees aus unterschiedlichen Regionen völlig unterschiedlich schmecken.
Der eine wirkt vielleicht fruchtiger und lebendiger.
Der andere bringt eher nussige, schokoladige oder würzige Eindrücke mit.
Und manchmal sitzt man dann vor seiner Tasse und denkt:
„Das soll Kaffee sein?“
Ja. 😄
Und genau das macht Kaffee für mich so interessant.
Man nimmt eine kleine Bohne, mahlt sie, gibt Wasser dazu und plötzlich bekommt man ein Getränk mit einem ganz eigenen Charakter.
🥄 Warum schmeckt derselbe Kaffee manchmal unterschiedlich?
Das ist übrigens eine Frage, die viel häufiger vorkommt, als man vielleicht denkt.
Da kauft man einen Kaffee, den man richtig gerne mag.
Am Montag schmeckt er wunderbar.
Am Dienstag macht man ihn genauso ...
und denkt:
„Irgendwie ist der heute anders.“
Nein, die Kaffeebohnen haben nicht über Nacht beschlossen, einen schlechten Tag zu haben. 😉
Schon kleine Veränderungen bei der Zubereitung können den Geschmack beeinflussen.
Zum Beispiel der Mahlgrad, die Menge des Kaffeepulvers, die Wassermenge, die Wassertemperatur, die Brühzeit, die Zubereitungsart oder auch die Frische der Bohnen.
Gerade der Mahlgrad ist nicht zu unterschätzen.
Ein Kaffee, der zu grob gemahlen wird, kann anders schmecken als derselbe Kaffee mit einem feineren Mahlgrad.
Auch die Wassertemperatur spielt eine Rolle.
Und genau deshalb kann man manchmal aus einem Kaffee, den man zunächst nicht besonders spannend findet, durch eine kleine Änderung bei der Zubereitung plötzlich richtig viel herausholen.
Das ist eigentlich das Schöne daran.
Man muss nicht immer gleich eine neue Packung kaufen.
Manchmal reicht ein bisschen ausprobieren.
☕ Filterkaffee, Siebträger oder Vollautomat – plötzlich ist derselbe Kaffee anders
Wir haben zu Hause auch eine Siebträgermaschine.
Damit mache ich gerne Cappuccino oder Milchkaffee.
Und natürlich schmeckt ein Kaffee aus dem Siebträger anders als derselbe Kaffee, wenn ich ihn als normalen Filterkaffee zubereite.
Warum?
Weil sich die Zubereitung verändert.
Mahlgrad, Wassermenge, Kontaktzeit und Extraktion spielen eine Rolle.
Und sobald Milch dazukommt, verändert sich der Geschmack natürlich noch einmal.
Ein Kaffee, der schwarz vielleicht sehr kräftig wirkt, kann als Cappuccino plötzlich wunderbar harmonisch sein.
Das ist auch der Grund, warum ich bei einer Kaffeeempfehlung gerne wissen möchte:
Wie trinkst du deinen Kaffee eigentlich?
Schwarz?
Mit Milch?
Als Cappuccino?
Als großen Filterkaffee?
Oder aus dem Vollautomaten?
Das kann bei der Auswahl durchaus einen Unterschied machen.
🤔 Welcher Kaffee passt zu welchem Geschmack?
Jetzt sind wir eigentlich bei dem Punkt angekommen, bei dem eine gute Beratung beginnt.
Wenn früher jemand in unserem Geschäft in Einbeck zu mir kam und sagte:
„Ich brauche Kaffee.“
war meine Antwort natürlich nicht:
„Kein Problem, wie viele Packungen?“ 😄
Ich wollte meistens erst wissen:
„Was trinken Sie denn momentan?“
Und dann:
„Was gefällt Ihnen daran – und was vielleicht nicht?“
Denn daraus kann man schon ziemlich viel ableiten.
Du magst milden Kaffee?
Dann würde ich eher nach einem Kaffee schauen, der weich und ausgewogen wirkt und nicht mit kräftigen Röstaromen im Vordergrund steht.
Du möchtest kräftigen Kaffee?
Dann darf es gerne etwas mehr Körper, Intensität und Röstaroma sein.
Gerade wenn der Kaffee morgens nicht nur Getränk, sondern schon fast ein kleines Ritual ist.
Ich kenne das selbst. Der erste Kaffee am Morgen darf ruhig wissen, dass er gerade gebraucht wird. 😂
Du magst fruchtige Aromen?
Dann können Kaffees mit einer deutlicheren Säure interessant sein.
Hier lohnt es sich, einmal verschiedene Herkünfte auszuprobieren.
Vielleicht entdeckt man dabei Geschmacksrichtungen, die man bei Kaffee vorher gar nicht erwartet hätte.
Du möchtest einen runden und klassischen Kaffee?
Dann sind ausgewogene Kaffees mit eher nussigen, schokoladigen oder würzigen Eindrücken häufig eine schöne Richtung.
Das sind Kaffees, bei denen man nicht erst eine halbe Stunde überlegen muss, was man da eigentlich schmeckt.
Man trinkt einen Schluck und denkt einfach:
„Ja, der passt.“
Und manchmal ist genau das der richtige Kaffee.
Du möchtest Kaffee mit Milch trinken?
Dann darf der Kaffee ruhig etwas mehr Charakter mitbringen.
Denn Milch verändert den Geschmack und kann kräftige Kaffeenoten etwas abrunden.
Ein Kaffee, der schwarz sehr intensiv wirkt, kann als Cappuccino genau richtig sein.
🍮 Und dann gibt es natürlich noch Aromakaffee
Bei Tee sind aromatisierte Sorten für uns seit vielen Jahren ein großes Thema.
Und auch beim Kaffee gibt es Menschen, die gerne einmal etwas anderes trinken möchten.
Vanille, Haselnuss, Karamell und andere Aromen können aus der klassischen Tasse Kaffee ein ganz anderes Geschmackserlebnis machen.
Das ist vielleicht nicht die erste Wahl für den eingefleischten Kaffeetrinker, der morgens seine schwarze Tasse braucht.
Aber ganz ehrlich:
Warum sollte man Kaffee nicht einfach so trinken, wie er einem selbst schmeckt?
Wenn jemand seinen Kaffee mit einem schönen Vanillearoma liebt, dann ist das doch wunderbar.
Kaffee soll schließlich Freude machen und keine Prüfung sein. 😄
❤️ Den besten Kaffee für alle gibt es nicht
Das ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Erfahrungen, die ich in all den Jahren mit Kaffee gemacht habe.
Den besten Kaffee gibt es nicht.
Es gibt nur den Kaffee, der für dich persönlich richtig ist.
Ich beschäftige mich seit meiner Ausbildung im Hotel im Jahr 1995 mit Tee und Kaffee.
Schon damals gehörte Fachkunde dazu.
Nach meiner Ausbildung wurde ich von meinem Ausbildungsbetrieb übernommen und arbeitete unter anderem im Einkauf. Dadurch hatte ich auch mit der Beschaffung von Kaffee und Tee, Lieferanten, Produkten und neuen Trends zu tun.
Später haben meine Frau und ich TeeBohne gegründet.
Wir haben Schulungen besucht, Kaffees verkostet, uns mit Lieferanten ausgetauscht, Fachbücher gelesen und natürlich über viele Jahre die unterschiedlichsten Kundenfragen beantwortet.
Und genau diese Gespräche fand ich immer besonders interessant.
Denn manchmal kommt jemand in den Laden und sagt:
„Ich möchte einen Kaffee.“
Das ist zunächst einmal eine ziemlich einfache Aussage.
Nach fünf Minuten Gespräch weiß man aber plötzlich:
Der Kaffee soll morgens getrunken werden.
Er soll nicht zu sauer sein.
Er darf kräftig sein.
Milch kommt manchmal dazu.
Und bitte keine starke Bitterkeit.
Jetzt kann man damit schon etwas anfangen.
Und genau so sollte meiner Meinung nach eine gute Kaffeeberatung funktionieren.
Nicht:
„Dieser Kaffee ist der beste.“
Sondern:
„Was möchtest du eigentlich gerne trinken?“
☕ Was ich selbst beim Kaffee wichtig finde
Ich trinke selbst seit meinem 18. Lebensjahr Kaffee.
Und ich probiere dabei auch immer wieder verschiedene Sorten aus unserem Sortiment.
Warum?
Weil ich finde, dass man Produkte, die man verkauft und Kunden empfehlen möchte, auch selbst kennen sollte.
Natürlich muss man nicht jede Sorte jeden Tag trinken.
Dafür gibt es einfach zu viele. 😄
Aber wenn Kunden fragen:
„Wie schmeckt denn der?“
möchte ich nicht nur eine Beschreibung vom Lieferanten vorlesen können.
Ich möchte zumindest wissen, in welche Richtung der Kaffee geht.
Ist er eher mild?
Kräftig?
Hat er mehr Körper?
Ist er säurebetont?
Wirkt er rund?
Wie macht er sich als normaler Kaffee?
Und wie vielleicht als Cappuccino?
Genau diese kleinen Unterschiede sind es, die eine Beratung für mich interessant machen.
🫶 Und manchmal ist Geschmack einfach Geschmack
Das darf man bei all den Fachbegriffen nämlich auch nicht vergessen.
Man kann über Säure reden.
Über Körper.
Über Fülle.
Über Röstung.
Über Herkunft.
Über Mahlgrad.
Über Wassertemperatur.
Und am Ende trinkt jemand einen Schluck und sagt:
„Nee, schmeckt mir nicht.“
😂
Und damit ist eigentlich alles gesagt.
Denn Geschmack kann man nicht vorschreiben.
Was ich liebe, muss dir nicht gefallen.
Und was du jeden Morgen begeistert trinkst, muss nicht unbedingt meine erste Wahl sein.
Das ist bei Kaffee genauso wie bei Tee.
Und gerade deshalb finde ich es schön, verschiedene Sorten auszuprobieren.
Manchmal entdeckt man einen Kaffee, den man vorher gar nicht auf dem Zettel hatte.
☕ Ein kleiner Selbsttest für deine nächste Tasse
Wenn du deinen nächsten Kaffee trinkst, versuch einmal nicht nur zu denken:
„Schmeckt.“
oder:
„Schmeckt nicht.“
Frag dich stattdessen einmal:
Ist er eher leicht oder kräftig?
Fühlt er sich weich und cremig oder eher klar an?
Ist er fruchtig und lebendig oder eher würzig und röstig?
Bleibt der Geschmack lange im Mund?
Fehlt mir etwas?
Vielleicht etwas mehr Körper?
Vielleicht etwas weniger Säure?
Vielleicht etwas mehr Fülle?
Oder vielleicht ist er einfach genau richtig.
Und wenn du das ein paar Mal machst, merkst du irgendwann ganz automatisch, welche Art Kaffee eigentlich dein Kaffee ist.
Dafür musst du kein Kaffeeexperte sein.
Du musst nur ein bisschen darauf achten, was dir persönlich schmeckt.
☕ Mein Fazit
Säure, Körper und Fülle sind keine komplizierten Fachbegriffe.
Sie helfen uns einfach dabei, Kaffee etwas genauer zu beschreiben.
Die Säure kann einen Kaffee frisch und lebendig machen.
Der Körper beschreibt, wie sich der Kaffee im Mund anfühlt.
Und die Fülle beschreibt vereinfacht gesagt, wie umfangreich und intensiv der Gesamteindruck des Kaffees ist.
Dazu kommen Röstung, Herkunft, Zubereitung und natürlich der eigene Geschmack.
Und vielleicht ist genau das das Schöne am Kaffee:
Man kann sich jahrelang damit beschäftigen und trotzdem immer wieder etwas Neues entdecken.
Seit meiner Ausbildung im Jahr 1995 beschäftige ich mich mit Kaffee – und trotzdem entdecke ich immer wieder neue Sorten, die ich ausprobieren möchte. Man lernt eben nie aus. Und bei Kaffee schon gar nicht. 😄☕
Vielleicht ist das auch der Grund, warum uns Kaffee und Tee bei TeeBohne bis heute nicht langweilig geworden sind.
Am Ende muss der Kaffee nämlich nicht irgendeinem Experten gefallen.
Er muss dir schmecken.
Und wenn du nach dem ersten Schluck denkst:
„Ja, genau so mag ich meinen Kaffee.“
dann ist das wahrscheinlich schon ziemlich nah an dem, was ein guter Kaffee für dich persönlich bedeutet.
Und jetzt ... Kaffee kochen. ☕😄
Häufige Fragen rund um Kaffeegeschmack, Säure, Körper und Fülle
Warum schmeckt mein Kaffee manchmal sauer?
Ein bisschen Säure ist beim Kaffee völlig normal und kann sogar für einen frischen und lebendigen Geschmack sorgen. Wenn der Kaffee allerdings unangenehm sauer schmeckt, kann auch die Zubereitung eine Rolle spielen.
Mahlgrad, Wassermenge, Wassertemperatur und Brühzeit beeinflussen den Geschmack. Wird beispielsweise zu wenig aus dem Kaffeemehl gelöst, kann der Kaffee dünn und spitz wirken.
Bevor du also die Kaffeebohnen beschuldigst, lohnt sich manchmal ein kleiner Blick auf die Kaffeemaschine. 😄 Kaffee ist schließlich ein kleines Sensibelchen.
Was bedeutet Säure beim Kaffee?
Mit Säure ist nicht gemeint, dass der Kaffee wie Zitronensaft schmecken soll. 😄 Säure beschreibt einen Teil des Geschmackseindrucks eines Kaffees.
Je nach Bohne und Herkunft kann die Säure beispielsweise fruchtig, frisch oder lebendig wirken. Andere Kaffees sind dagegen deutlich weicher und zurückhaltender.
Ob man viel oder wenig Säure mag, ist letztlich Geschmackssache.
Was bedeutet Körper beim Kaffee?
Der Körper beschreibt vereinfacht gesagt das Mundgefühl eines Kaffees.
Ein Kaffee mit wenig Körper kann eher leicht und klar wirken. Ein Kaffee mit viel Körper fühlt sich häufig dichter, kräftiger oder cremiger an.
Das hat übrigens nicht automatisch etwas mit Koffein oder Stärke zu tun. Ein Kaffee kann kräftig schmecken, ohne besonders viel Körper zu besitzen – und umgekehrt.
Was bedeutet Fülle beim Kaffee?
Fülle beschreibt den Gesamteindruck eines Kaffees. Dazu können Intensität, Mundgefühl, Aroma und auch der Nachgeschmack beitragen.
Ein vollmundiger Kaffee bleibt häufig länger präsent und wirkt rund und kräftig.
Aber auch hier gilt: Viel Fülle bedeutet nicht automatisch besser. Der eine möchte morgens einen Kaffee, der ihn freundlich begrüßt, der andere möchte einen, der schon beim ersten Schluck „Guten Morgen, Jens!“ ruft. 😂
Was ist der Unterschied zwischen Körper und Fülle?
Die beiden Begriffe liegen ziemlich nah beieinander, sind aber nicht dasselbe.
Körper beschreibt stärker das Gefühl des Kaffees im Mund. Fülle beschreibt eher den gesamten geschmacklichen Eindruck.
Man kann sich das ungefähr so vorstellen: Der Körper sagt, wie sich der Kaffee anfühlt, während die Fülle stärker beschreibt, wie umfangreich und intensiv das gesamte Geschmackserlebnis wirkt.
Ist Kaffee mit wenig Säure besser?
Nein. Kaffee mit wenig Säure ist nicht automatisch besser.
Manche Menschen mögen einen sehr milden, weichen Kaffee. Andere lieben gerade die frischen und fruchtigen Noten eines Kaffees mit ausgeprägterer Säure.
Es gibt deshalb nicht den besten Kaffee für alle. Es gibt nur den Kaffee, der zu deinem persönlichen Geschmack passt.
Welche Kaffeeröstung ist besonders mild?
Das lässt sich nicht ausschließlich an hell, mittel oder dunkel festmachen.
Die Röstung beeinflusst den Geschmack sehr stark, aber auch Herkunft, Sorte und Röstprofil der Bohne spielen eine Rolle.
Häufig wirken hellere Röstungen frischer und fruchtiger, während dunklere Röstungen kräftiger und röstiger erscheinen können.
Wenn du einen milden Kaffee suchst, würde ich deshalb nicht einfach nur nach der Röstfarbe gehen, sondern auch darauf achten, wie der Kaffee beschrieben wird und welche Aromen er mitbringt.
Ist dunkler gerösteter Kaffee weniger sauer?
Eine dunklere Röstung kann dazu führen, dass die wahrgenommene Säure stärker in den Hintergrund tritt und Röstaromen kräftiger werden.
Das bedeutet aber nicht, dass jeder dunkel geröstete Kaffee automatisch säurearm ist.
Auch die Kaffeebohne selbst und ihre Herkunft spielen eine wichtige Rolle.
Warum schmeckt derselbe Kaffee manchmal unterschiedlich?
Das kann mehrere Gründe haben.
Mahlgrad, Wassermenge, Wassertemperatur und Brühzeit können den Geschmack deutlich verändern. Auch die verwendete Zubereitungsart macht einen Unterschied.
Deshalb kann dieselbe Bohne aus dem Filter anders schmecken als aus dem Siebträger.
Und manchmal reicht schon eine kleine Veränderung beim Mahlgrad und plötzlich denkt man: „Ach guck an, du kannst das ja doch!“ 😄
Schmeckt Kaffee aus dem Siebträger anders als Filterkaffee?
Ja, häufig deutlich.
Beim Siebträger wird der Kaffee unter anderen Bedingungen extrahiert als beim klassischen Filterkaffee. Dadurch können Körper, Intensität und Mundgefühl anders wirken.
Auch der Mahlgrad und die verwendete Kaffeemenge unterscheiden sich.
Deshalb kann ein Kaffee, den du als Filterkaffee eher leicht findest, aus dem Siebträger plötzlich deutlich kräftiger und intensiver wirken.
Welcher Kaffee eignet sich für Cappuccino?
Für Cappuccino darf ein Kaffee ruhig etwas kräftiger und aromatischer sein.
Die Milch verändert den Geschmack und kann kräftige Röstaromen abrunden. Ein sehr leichter Kaffee kann dadurch schnell etwas untergehen.
Welche Bohne am besten passt, hängt aber auch vom persönlichen Geschmack ab.
Manche mögen einen kräftigen Espresso als Grundlage, andere bevorzugen einen weicheren und ausgewogeneren Kaffee.
Wie finde ich heraus, welcher Kaffee zu mir passt?
Am besten nicht einfach irgendeinen Kaffee nach dem Motto „der soll gut sein“ kaufen. 😄
Überlege zuerst, was dir bisher gefallen hat.
Magst du deinen Kaffee mild oder kräftig? Eher weich oder intensiv? Fruchtig oder eher schokoladig und nussig? Trinkst du ihn schwarz oder mit Milch?
Auch die Zubereitungsart ist wichtig.
Wenn du diese Fragen beantworten kannst, lässt sich schon ziemlich gut eingrenzen, welche Richtung bei Kaffee zu deinem Geschmack passen könnte.
Gibt es den besten Kaffee?
Nein.
Zumindest nicht den einen besten Kaffee für alle Menschen.
Was der eine liebt, findet der nächste vielleicht langweilig. Und was für mich wunderbar rund schmeckt, kann für jemand anderen viel zu kräftig sein.
Genau deshalb gibt es so viele verschiedene Kaffeesorten, Röstungen und Herkünfte.
Kaffee soll schmecken – und nicht bei jedem Menschen gleich schmecken müssen.
Muss man Kaffeeexperte sein, um Unterschiede zu schmecken?
Überhaupt nicht.
Du musst keine Fachbegriffe kennen und auch keine Kaffeeverkostung mit weißen Tischdecken veranstalten. 😄
Schon beim normalen Trinken kannst du darauf achten:
Ist der Kaffee eher leicht oder kräftig?
Wirkt er weich oder intensiv?
Ist er fruchtig, würzig, nussig oder schokoladig?
Bleibt der Geschmack lange im Mund?
Wenn du darauf ein bisschen achtest, entwickelst du ganz automatisch ein besseres Gefühl dafür, was dir schmeckt.
Warum ist die Zubereitung für den Geschmack so wichtig?
Weil Kaffee nicht einfach nur aus Bohnen besteht.
Erst bei der Zubereitung werden die gewünschten Geschmacksstoffe aus dem gemahlenen Kaffee gelöst.
Dabei spielen unter anderem Mahlgrad, Wassermenge, Temperatur und Kontaktzeit eine Rolle.
Deshalb kann eine gute Bohne schlecht zubereitet enttäuschen – und eine kleine Veränderung bei der Zubereitung manchmal erstaunlich viel bewirken.
Mein kleiner Tipp zum Schluss
Beim nächsten Kaffee einfach einmal bewusst einen Schluck nehmen und nicht sofort entscheiden, ob er „gut“ oder „schlecht“ ist.
Frag dich lieber:
Ist er eher leicht oder kräftig?
Fühlt er sich weich oder intensiv an?
Ist er fruchtig oder eher nussig und schokoladig?
Bleibt der Geschmack lange?
Und vor allem:
Schmeckt er mir?
Denn genau diese letzte Frage ist eigentlich die wichtigste. ☕❤️









