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Super-El-Niño bedroht Kaffeeernte: Preise 2027?
Jens Thume · Aktualisiert: · 14 Min. LesezeitSuper-El-Niño bedroht die Kaffeeernte: Wird Kaffee 2027 teurer?
Stand: 13. Oktober 2026 – Ein außergewöhnlich starkes El-Niño-Ereignis könnte den weltweiten Kaffeemarkt erneut unter Druck setzen. Besonders Brasilien und Vietnam stehen im Fokus. Was das für Arabica, Robusta und die Kaffeepreise in Deutschland bedeutet, erklären wir hier.
Die wichtigste Nachricht für Kaffeetrinker: Der starke El Niño erhöht die Risiken für die kommenden Kaffeeernten. Besonders in Vietnam drohen Trockenheit und Wassermangel. In Brasilien könnten Hitze und unregelmäßige Niederschläge die Entwicklung der nächsten Ernte beeinträchtigen. Ob Kaffee im Winter 2026/2027 tatsächlich nochmals deutlich teurer wird, ist allerdings noch nicht sicher.
Na, das hat uns gerade noch gefehlt! Als wäre Kaffee nicht ohnehin schon ein Thema, bei dem wir beim Blick auf die Preise manchmal lieber schnell einen kräftigen Schluck nehmen. ☕😉 Jetzt sorgt ein mächtiges Wetterphänomen im Pazifik für zusätzliche Unruhe: El Niño.
Die US-Klimabehörde NOAA meldete am 8. Oktober 2026, dass sich El Niño weiter verstärkt hat. Ein starkes bis sehr starkes Ereignis gilt bis in den Zeitraum Januar bis März 2027 als wahrscheinlich. Auch brasilianische Behörden sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen sehr starken El Niño im letzten Quartal 2026.
Das ist für den Kaffeeanbau wichtig, denn El Niño kann die gewohnten Niederschlagsmuster verändern. Manche Regionen bekommen weniger Regen, andere erleben ungewöhnlich starke Niederschläge. Für Kaffeebäume, die empfindlich auf Wasserstress und extreme Temperaturen reagieren, kann das zum Problem werden.
Quelle: NOAA – ENSO Diagnostic Discussion, 8. Oktober 2026 · INPE – El-Niño-Bericht 2026/2027
Warum El Niño für Kaffee so gefährlich werden kann
El Niño ist eine natürliche Klimaschwankung, bei der sich die Oberflächengewässer im tropischen Pazifik ungewöhnlich stark erwärmen. Diese Erwärmung beeinflusst die atmosphärische Zirkulation und kann dadurch Wetterlagen rund um den Globus verändern.
Für den Kaffeeanbau sind vor allem drei Dinge entscheidend:
- Zu wenig Regen: Die Pflanzen leiden unter Trockenstress, und die Entwicklung der Kaffeekirschen kann beeinträchtigt werden.
- Extreme Hitze: Hohe Temperaturen können die Blüte, den Fruchtansatz und die spätere Bohnenentwicklung stören.
- Unregelmäßige Niederschläge: Zu viel Regen zur falschen Zeit kann Ernte, Trocknung und Qualität beeinträchtigen.
Wichtig ist aber: El Niño bedeutet nicht automatisch überall Dürre. Die Auswirkungen unterscheiden sich je nach Land, Anbaugebiet und Jahreszeit. Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf die beiden wichtigsten Kaffeeproduzenten der Welt.
🇧🇷 Brasilien: Gute Erntehoffnungen, aber neue Wetterrisiken
Brasilien ist der größte Kaffeeproduzent der Welt und besonders wichtig für Arabica. Diese Kaffeesorte steckt in vielen klassischen Filterkaffees und zahlreichen Mischungen für den täglichen Kaffeegenuss.
Für die brasilianische Ernte 2026 gab es zunächst hohe Erwartungen. Doch schon im Juli berichtete Reuters über Warnungen der brasilianischen Kaffeeindustrie: Hitze und unregelmäßiger Regen könnten die Ernte beeinträchtigen. Der Verband Abic sprach damals von möglichen Ertragseinbußen zwischen 15 und 20 Prozent gegenüber den zuvor erwarteten Mengen. Das war eine Risikoeinschätzung und keine bereits bestätigte endgültige Erntebilanz.
Besonders kritisch ist die Blütephase. Kaffeepflanzen benötigen geeignete Wetterbedingungen, damit sich aus den Blüten später ausreichend Früchte entwickeln. Kommen Hitze und Wassermangel zusammen, kann das die spätere Ernte belasten.
Warum Brasilien trotzdem nicht wehrlos ist
Es gibt auch einen Hoffnungsschimmer: Nach Einschätzung von Branchenvertretern sind viele brasilianische Anbaubetriebe heute besser auf schwierige Wetterbedingungen vorbereitet als bei früheren El-Niño-Ereignissen. Technische Verbesserungen und Bewässerungssysteme können helfen, Trockenphasen abzufedern.
Das bedeutet nicht, dass die Ernte sicher ist. Es zeigt aber, warum man nicht einfach von einem Wetterphänomen auf eine bestimmte Ausfallmenge schließen sollte.
Quelle: Reuters, 13. Juli 2026 – Brazil coffee faces El Niño headwinds, but crops more resilient
Was bedeutet das für Arabica?
Wenn sich die Wetterrisiken auf die erwarteten Erntemengen auswirken, kann das den Arabica-Markt unter Druck setzen. Wie stark, hängt unter anderem von der tatsächlichen Ernte, den Lagerbeständen und der Nachfrage ab. Eine schlechte Prognose allein sagt noch nicht, wie viel Kaffee am Ende wirklich fehlt.
🇻🇳 Vietnam: Sorge um die Robusta-Ernte
Während Brasilien vor allem für Arabica steht, ist Vietnam der zentrale Produzent von Robusta. Diese Sorte wird unter anderem für kräftige Kaffeemischungen, Espresso und löslichen Kaffee verwendet.
In Vietnam ist die Sorge vor Trockenheit besonders groß. Klimaprognosen der vietnamesischen Behörden sehen für Teile des Landes ein erhöhtes Risiko von Hitze, Niederschlagsdefiziten und Wassermangel. Besonders aufmerksam beobachten Fachleute das zentrale Hochland, eine wichtige Kaffeeanbauregion.
Auch UNICEF warnte in seinem Lagebericht vom Oktober 2026 vor erhöhten Risiken durch Dürre und Wasserknappheit in Vietnams zentralem Hochland und weiteren Regionen. Die Risiken könnten sich bis ins Jahr 2027 hineinziehen.
Das ist für Kaffeebauern eine ernste Herausforderung. Wenn der Regen ausbleibt, müssen sie ausreichend Wasser für ihre Pflanzen bereitstellen. Wo Wasser knapp ist, kann das teuer werden und die Erträge gefährden.
Allerdings sollten konkrete Zahlen zu Regenmengen, Temperaturrekorden oder möglichen Ernteausfällen nur dann als feststehende Fakten verbreitet werden, wenn sie sich auf eine eindeutig nachvollziehbare aktuelle Prognose oder eine bestätigte Erntebilanz stützen. Eine belastbare endgültige Aussage über den Umfang möglicher Verluste lässt sich daraus derzeit nicht ableiten.
Quelle: UNICEF Vietnam – El Niño 2026–2027, Lagebericht vom Oktober 2026 · Vietnamesischer Wetterdienst – saisonale Klimaeinschätzung
Warum Robusta für den Kaffeemarkt so wichtig ist
Robusta ist nicht einfach nur die kräftigere Alternative zu Arabica. Die Sorte ist ein wichtiger Bestandteil zahlreicher Espressomischungen und wird in großen Mengen für löslichen Kaffee verarbeitet. Wenn die Robusta-Versorgung knapper wird, betrifft das deshalb nicht nur eine kleine Nische.
Doch auch hier gilt: Wie stark sich Wetterrisiken auf die Preise auswirken, hängt davon ab, wie sich Ernte, Lagerbestände, Nachfrage und Liefermöglichkeiten tatsächlich entwickeln.
Arabica und Robusta: Wo liegen die größten Risiken?
| Kaffeesorte | Wichtiges Anbauland | Wetterrisiko | Mögliche Marktfolge |
|---|---|---|---|
| Arabica | Brasilien | Hitze, unregelmäßiger Regen und Risiken während der Blüte | Preisschwankungen, falls sich die Ernteaussichten verschlechtern |
| Robusta | Vietnam | Trockenheit, Wassermangel und hohe Temperaturen | Preisdruck möglich, wenn die erwartete Versorgung knapper wird |
Die Tabelle zeigt mögliche Risiken, keine bereits feststehenden Ernteausfälle oder garantierten Preisbewegungen.
☕ Was bedeutet das für die Kaffeepreise in Deutschland?
Jetzt kommen wir zu der Frage, die bei vielen von uns wahrscheinlich zuerst aufploppt: Muss ich für meinen Lieblingskaffee bald noch tiefer in die Tasche greifen?
Das ist möglich, aber noch nicht sicher vorherzusagen. Rohkaffee wird international gehandelt. Wenn Händler wegen Wetterrisiken eine knappere Versorgung erwarten, können die Börsenpreise bereits steigen, bevor die tatsächliche Ernte eingefahren ist.
Der Preis im Supermarkt oder Online-Shop hängt jedoch nicht allein vom Börsenkurs ab. Hinzu kommen unter anderem:
- die tatsächlich verfügbare Rohkaffeemenge und die Lagerbestände,
- Transport-, Energie-, Verpackungs- und Verarbeitungskosten,
- Wechselkurse und Einkaufsverträge,
- die jeweilige Mischung aus Arabica und Robusta,
- der Zeitpunkt, zu dem Röstereien ihre Rohware eingekauft haben.
Deshalb wirken sich Veränderungen am Rohkaffeemarkt nicht bei allen Anbietern gleichzeitig und nicht in gleicher Höhe aus. Ein steigender Börsenkurs bedeutet auch nicht, dass sich der Preis einer Packung Kaffee am nächsten Morgen automatisch verändert.
Jensis Einschätzung: Jetzt bitte nicht in Panik verfallen. ❤️
Ich würde aus den aktuellen Wetterwarnungen keine sichere Preisexplosion ableiten. Dafür ist noch zu viel offen. Aber die Risiken sind ernst genug, dass wir die Entwicklung bei Brasilien und Vietnam in den kommenden Monaten aufmerksam verfolgen sollten.
Und ganz ehrlich: Für den eigenen Kaffeegenuss ist es selten sinnvoll, aus Angst vor möglichen Preissteigerungen hektisch riesige Vorräte anzulegen. Kaffee sollte möglichst passend zum Verbrauch gekauft und richtig gelagert werden – schließlich wollen wir Aroma in der Tasse und keine Sammlung alter Kaffeepackungen im Keller. 😉
Was können Kaffeetrinker jetzt tun?
Du musst wegen El Niño nicht gleich deine gesamte Kaffeeroutine umwerfen. Ein paar vernünftige Dinge helfen trotzdem:
- Preise vergleichen: Achte auf den Preis pro Kilogramm und nicht nur auf den Packungspreis.
- Bedarf realistisch planen: Kaufe so viel Kaffee, wie du in angemessener Zeit verbrauchst.
- Auf die Zubereitung achten: Die richtige Kaffeemenge und ein passender Mahlgrad helfen, das Aroma aus den Bohnen herauszuholen.
- Geschmack entdecken: Unterschiedliche Herkunftsländer und Mischungen können eine schöne Möglichkeit sein, neue Lieblingssorten zu finden.
Wenn du wissen möchtest, wie du deine Bohnen und dein Kaffeepulver optimal dosierst, findest du hier weitere Tipps:
- Wie viel Kaffeepulver braucht man pro Tasse?
- Frisch gemahlener Kaffee: Schmeckt man den Unterschied?
- Unsere Gourmet Mischung bei TeeBohne Einbeck
Fazit: El Niño bleibt ein Risiko – die endgültigen Folgen sind offen
Der starke El Niño 2026/2027 ist für den weltweiten Kaffeeanbau ein ernst zu nehmender Unsicherheitsfaktor. Brasilien muss mit möglichen Belastungen durch Hitze und unregelmäßige Niederschläge umgehen. Vietnam wiederum steht vor erhöhten Risiken durch Trockenheit und Wassermangel.
Ob die Ernten tatsächlich deutlich kleiner ausfallen und wie stark sich das auf die Kaffeepreise in Deutschland auswirkt, wird sich erst mit weiteren Wetterdaten, Ernteprognosen und tatsächlichen Ernteergebnissen zeigen.
Wir bleiben für euch dran. Denn am Ende soll Kaffee vor allem eines sein: ein Genussmoment – und kein Grund, morgens schon vor der ersten Tasse graue Haare zu bekommen. ☕❤️
Weiterführende Quellen
Herzliche Grüße
Dein Jensi von TeeBohne Einbeck ❤️
Häufige Fragen zum El Niño und den Kaffeepreisen 2027
1. Wird Kaffee 2027 teurer?
Das ist möglich, aber längst nicht sicher. Wenn El Niño tatsächlich zu ungünstigen Wetterbedingungen in wichtigen Anbauländern führt und dadurch weniger Kaffee geerntet wird, kann das die weltweiten Preise unter Druck setzen. Ob Kaffee im Supermarkt oder im Online-Shop am Ende wirklich teurer wird, hängt allerdings von weiteren Faktoren ab: den vorhandenen Vorräten, den Einkaufspreisen der Röstereien, Transportkosten, Wechselkursen und bestehenden Lieferverträgen.
Meine Einschätzung bei TeeBohne: Es lohnt sich, die Entwicklung im Auge zu behalten. Eine garantierte Preisexplosion vorherzusagen, wäre aber ungefähr so zuverlässig wie die Wettervorhersage für den nächsten Familiengrillabend drei Monate im Voraus. 😉
2. Was ist ein Super-El-Niño überhaupt?
El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, bei dem sich das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik ungewöhnlich stark erwärmt. Dadurch verändern sich großräumige Luftströmungen und Niederschlagsmuster. In verschiedenen Regionen der Welt kann das zu mehr Trockenheit, in anderen zu stärkeren Regenfällen führen.
Die Bezeichnung „Super-El-Niño“ wird häufig für eine besonders starke Ausprägung verwendet. Sie ist jedoch keine Garantie dafür, dass überall auf der Welt extreme Wetterbedingungen auftreten. Für den Kaffeeanbau kommt es vor allem darauf an, welche Wetterfolgen die jeweiligen Anbauregionen tatsächlich erleben.
3. Warum kann El Niño die Kaffeeernte gefährden?
Kaffeepflanzen reagieren empfindlich auf die Kombination aus Temperatur, Niederschlag und Wasserverfügbarkeit. Längere Trockenperioden können das Wachstum belasten, während extreme Hitze die Pflanzen zusätzlich unter Stress setzt. Auch die Blüte und die Entwicklung der Kaffeekirschen können beeinträchtigt werden.
Zu viel Regen ist allerdings ebenfalls nicht ideal: Er kann Erntearbeiten erschweren und das Risiko bestimmter Pflanzenkrankheiten erhöhen. Kaffee braucht also nicht einfach möglichst viel Wasser oder möglichst viel Sonne, sondern passende Bedingungen zur richtigen Zeit.
4. Warum stehen Brasilien und Vietnam besonders im Fokus?
Brasilien ist ein besonders wichtiger Produzent von Arabica-Kaffee und spielt eine große Rolle für den weltweiten Kaffeemarkt. Vietnam gehört zu den bedeutendsten Anbauländern für Robusta. Wetterprobleme in diesen beiden Ländern können deshalb Auswirkungen auf die Versorgung und die Preise haben.
Entscheidend ist aber nicht allein, ob El Niño auftritt. Wichtig ist, wie sich Niederschläge und Temperaturen in den konkreten Anbaugebieten entwickeln, wie die Pflanzen darauf reagieren und welche Erntemengen am Ende tatsächlich erreicht werden.
5. Was passiert mit Arabica-Kaffee, wenn es in Brasilien zu trocken wird?
Arabica wird in Brasilien in großen Mengen angebaut. Bleibt in wichtigen Wachstumsphasen ausreichend Regen aus, kann das die Entwicklung der Pflanzen und die spätere Ernte beeinträchtigen. Besonders problematisch ist es, wenn Trockenheit und hohe Temperaturen zusammenkommen.
Allerdings reagieren nicht alle Regionen und Plantagen gleich. Niederschläge, Bodenbeschaffenheit, Höhenlage, Bewässerungsmöglichkeiten und der Zustand der Pflanzen spielen ebenfalls eine Rolle. Deshalb lässt sich aus einer Klimaprognose nicht automatisch ein bestimmter prozentualer Ernteverlust ableiten.
6. Warum ist Vietnam für Robusta-Kaffee so wichtig?
Vietnam ist ein zentraler Lieferant von Robusta-Kaffee. Diese Kaffeesorte wird unter anderem für Espressomischungen und löslichen Kaffee verwendet. Robusta bringt häufig kräftige, erdige oder nussige Noten mit und besitzt normalerweise mehr Koffein als Arabica.
Wenn Trockenheit die Robusta-Ernte in Vietnam beeinträchtigt, kann das die Verfügbarkeit dieser Bohnen einschränken. Wie stark sich das auswirkt, hängt unter anderem von den tatsächlichen Erntemengen, den Lagerbeständen und der Nachfrage ab.
7. Bedeutet eine schlechte Kaffeeernte automatisch höhere Preise?
Nicht automatisch. Eine kleinere Ernte kann die Preise erhöhen, wenn die Nachfrage hoch bleibt und die verfügbaren Vorräte den Ausfall nicht ausgleichen. Sind dagegen ausreichend Lagerbestände vorhanden oder fällt die Nachfrage geringer aus, kann der Effekt schwächer ausfallen.
Auch die Erwartungen der Händler spielen eine Rolle. An den Rohstoffbörsen können Preise bereits steigen, wenn eine schlechte Ernte befürchtet wird – selbst wenn noch gar nicht feststeht, wie groß der tatsächliche Ernteverlust sein wird.
8. Warum schwanken die Kaffeepreise an der Börse so stark?
Kaffee wird international gehandelt. Händler berücksichtigen nicht nur die aktuelle Ernte, sondern auch Wetterprognosen, Lagerbestände, politische Entwicklungen, Transportkosten, Wechselkurse und die erwartete Nachfrage.
Wenn mehrere Risiken gleichzeitig auftreten, können die Börsenpreise kräftig schwanken. Ändern sich die Erwartungen später wieder, können sie auch zurückgehen. Die Börse ist eben kein Preisschild, das einmal aufgehängt wird und dann für immer so bleibt.
9. Wird Kaffee im deutschen Supermarkt sofort teurer?
Nein, nicht unbedingt. Zwischen einem höheren Rohkaffeepreis und dem Preis einer Packung Kaffee im Regal können Wochen oder Monate liegen. Röstereien und Händler arbeiten häufig mit Verträgen, Lagerbeständen und unterschiedlichen Einkaufszeitpunkten.
Außerdem besteht der Verkaufspreis nicht nur aus dem Rohkaffee. Röstung, Verpackung, Personal, Energie, Transport, Handel und Steuern gehören ebenfalls dazu. Deshalb lässt sich aus einem bestimmten Anstieg an der Börse nicht direkt errechnen, um wie viele Cent eine Packung Kaffee teurer werden müsste.
10. Wird Arabica stärker betroffen sein als Robusta?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Arabica und Robusta werden in unterschiedlichen Regionen und unter unterschiedlichen Bedingungen angebaut. Wenn beispielsweise die Erntebedingungen in wichtigen brasilianischen Arabica-Gebieten besonders ungünstig sind, kann Arabica stärker unter Druck geraten. Treffen Wetterprobleme dagegen wichtige Robusta-Anbaugebiete, kann Robusta betroffen sein.
Für die Preisentwicklung kommt es deshalb darauf an, welche Anbauländer und Ernten tatsächlich betroffen sind – nicht allein auf den Namen der Kaffeesorte.
11. Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Kaffee auf Vorrat zu kaufen?
Ein kleiner Vorrat kann sinnvoll sein, wenn du deinen Lieblingskaffee regelmäßig trinkst und ein gutes Angebot findest. Aus Angst vor einer möglichen Preissteigerung gleich einen Jahresvorrat anzulegen, würde ich dagegen nicht empfehlen.
Kaffee verliert mit der Zeit Aroma, besonders nach dem Öffnen der Verpackung. Kaufe lieber Mengen, die du innerhalb eines überschaubaren Zeitraums verbrauchst, lagere sie trocken, kühl und gut verschlossen und genieße deinen Kaffee, solange er schön aromatisch ist.
Du möchtest wissen, wie lange dein Vorrat ungefähr reicht? Hier findest du Tipps zur richtigen Dosierung: Wie viel Kaffeepulver braucht man pro Tasse?
12. Kann ich durch eine andere Kaffeesorte Geld sparen?
Ja, ein Preisvergleich kann sich lohnen. Allerdings solltest du nicht nur auf den Preis pro Packung schauen, sondern auch darauf, wie viel Kaffee du für deine bevorzugte Stärke verwendest und wie viele Tassen du daraus zubereitest.
Ein günstiger Kaffee ist nicht automatisch die bessere Wahl, wenn du für deinen Geschmack deutlich mehr Pulver benötigst. Umgekehrt ist ein teurer Kaffee nicht automatisch ergiebiger. Am besten vergleichst du Geschmack, Dosierung und Preis pro Tasse.
Wenn du eine ausgewogene Mischung suchst, kannst du dir unsere Gourmet Mischung von TeeBohne ansehen.
13. Macht frisch gemahlener Kaffee einen Unterschied, wenn die Preise steigen?
Frisch mahlen kann sich vor allem beim Aroma bemerkbar machen. Beim Mahlen vergrößert sich die Oberfläche der Bohnen, wodurch Aromastoffe schneller verloren gehen. Ganze Bohnen behalten ihr Aroma deshalb in der Regel länger als bereits gemahlener Kaffee.
Frisch gemahlener Kaffee muss allerdings nicht automatisch günstiger sein. Der Vorteil liegt in erster Linie im Geschmack und in der Möglichkeit, den Mahlgrad an die Zubereitung anzupassen.
Mehr dazu erfährst du hier: Frisch gemahlener Kaffee – schmeckt man den Unterschied?
14. Kann man El Niño langfristig vorhersagen?
Klimaforschende können die Wahrscheinlichkeit für El Niño anhand von Messungen und Klimamodellen einschätzen. Wie zuverlässig eine konkrete Prognose ist, hängt unter anderem vom Vorhersagezeitraum und von der Entwicklung des Klimasystems ab.
Selbst wenn ein starkes El-Niño-Ereignis erwartet wird, sind seine regionalen Auswirkungen nicht überall gleich sicher vorherzusagen. Für die Kaffeeernte müssen deshalb aktuelle Wetterdaten und Beobachtungen aus den jeweiligen Anbaugebieten berücksichtigt werden.
15. Wo kann ich die Entwicklung von El Niño verfolgen?
Für aktuelle Informationen lohnt sich ein Blick auf wissenschaftliche und meteorologische Stellen. Dazu gehören das Climate Prediction Center der US-Wetterbehörde NOAA sowie nationale Wetterdienste der betroffenen Anbauländer.
- NOAA Climate Prediction Center: Informationen zu El Niño und La Niña
- Brasiliens INPE: Informationen zum El-Niño-Monitoring
- Vietnamesischer Wetterdienst: Klimavorhersage
Wichtig: Achte immer auf das Veröffentlichungsdatum und darauf, ob eine Quelle eine Prognose, eine Warnung oder bereits gemessene Auswirkungen beschreibt.
16. Was bedeutet die mögliche Entwicklung für TeeBohne?
Auch wir verfolgen die Entwicklung der Kaffeepreise und der Rohstoffmärkte. Ob und wann sich Veränderungen auf unsere Einkaufspreise auswirken, hängt von unseren Lieferbedingungen und den tatsächlichen Marktbewegungen ab. Eine automatische Preiserhöhung allein wegen einer Schlagzeile wäre nicht seriös.
Wir möchten dir weiterhin Kaffee anbieten, der geschmacklich zu dir passt und bei dem du weißt, was du bekommst. Und falls sich die Marktlage verändert, sollte man das erklären können – statt mit dramatischen Überschriften unnötig Panik zu machen.
17. Was ist das wichtigste Fazit für Kaffeetrinker?
Ein starkes El-Niño-Ereignis kann Risiken für wichtige Kaffeeanbauländer mit sich bringen. Ob daraus tatsächlich deutlich kleinere Ernten und höhere Preise im Jahr 2027 entstehen, hängt jedoch von der regionalen Wetterentwicklung und vielen weiteren Faktoren ab.
Mein Rat: Bleib informiert, vergleiche Preise mit Augenmaß und kaufe deinen Kaffee so, dass er frisch bleibt. Und dann mach dir erst einmal eine gute Tasse. Denn die Zukunft kann man nicht in die Kaffeetasse schauen – auch wenn das bei TeeBohne natürlich thematisch hervorragend passen würde. 😉❤️
Dein Jensi von TeeBohne Einbeck ❤️
Über den Autor: Jens Thume
Seit 2002 dreht sich bei mir vieles um Tee, Kaffee und die Geschichten dahinter. Bei TeeBohne Einbeck kümmere ich mich unter anderem um Produkte, Inhalte und die Frage, welche Informationen für Kaffeefreunde wirklich hilfreich sind.
Beim Thema El Niño schaue ich nicht nur auf Schlagzeilen, sondern auch darauf, was mögliche Wetterveränderungen für die Kaffeeernte und uns Kaffeetrinker bedeuten könnten. Dabei unterscheide ich bewusst zwischen belegten Fakten, Prognosen und meiner persönlichen Einschätzung. Denn nur weil eine Überschrift kräftig dampft, muss der Kaffee darunter noch lange nicht kochen. 😉
Transparenz: Dieser Beitrag enthält meine eigene redaktionelle Einordnung. Er ist keine bezahlte Kooperation und keine Anlage- oder Preisberatung. Mögliche Auswirkungen auf Ernten und Kaffeepreise sind keine garantierten Entwicklungen.
Mehr über Jens und TeeBohne erfahren →
Dein Jensi von TeeBohne Einbeck ❤️









