Kaffeepreis 2026: Rekordernte in Brasilien, niedrige Lagerbestände und El Niño

Kaffeepreis 2026: Rekordernte in Brasilien & Ausblick

Jens Thume · Aktualisiert: · 20 Min. Lesezeit

Kaffeepreis 2026: Rekordernte in Brasilien – warum Kaffee trotzdem teuer bleibt

☕ Kaffeepreis 2026 kurz erklärt: Brasilien erwartet eine außergewöhnlich große Kaffeeernte, Vietnam ebenfalls mehr Kaffee. Eigentlich müsste das die Preise drücken. Doch extrem niedrige Lagerbestände, Wetterrisiken durch El Niño und die weltweit hohe Nachfrage halten den Kaffeemarkt unter Spannung.

Beim Kaffee ist momentan einiges los.

Brasilien könnte 2026/27 eine Rekordernte einfahren. Vietnam erwartet ebenfalls eine höhere Produktion. Gleichzeitig sind die verfügbaren Arabica-Bestände an der wichtigen ICE-Börse auf einen Stand gefallen, den man seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat.

Und dann schaut auch noch El Niño um die Ecke.

Das ist ungefähr so, als würde man beim Kaffeepreis gleichzeitig auf Gas und Bremse treten. 😄

Auf der einen Seite kommt möglicherweise sehr viel neuer Kaffee auf den Weltmarkt. Auf der anderen Seite fehlen kurzfristig verfügbare Bestände und das Wetter könnte die nächsten Ernten wieder durcheinanderbringen.

Die große Frage lautet deshalb:

Wird Kaffee 2026 und 2027 für uns Verbraucher endlich wieder günstiger – oder bleibt die Tasse Kaffee teuer?

Genau das schauen wir uns einmal genauer an.

Kaffeepreis 2026: Rekordernte in Brasilien, niedrige Lagerbestände, El Niño und weltweite Kaffeeproduktion

Brasilien: Die große Hoffnung auf mehr Kaffee

Wenn über den weltweiten Kaffeepreis gesprochen wird, kommt man an Brasilien kaum vorbei.

Brasilien ist der mit Abstand wichtigste Kaffeeproduzent der Welt und spielt vor allem beim Arabica eine riesige Rolle.

Für das Kaffeejahr 2026/27 wird eine brasilianische Produktion von rund 71,9 Millionen 60-Kilogramm-Säcken erwartet. Das wären etwa 14 Prozent mehr als in der vorherigen Saison.

Damit könnte Brasilien sogar einen neuen Produktionsrekord erreichen.

Das wäre für den weltweiten Kaffeemarkt grundsätzlich eine sehr gute Nachricht.

Denn mehr Kaffee bedeutet zunächst einmal mehr Angebot.

Und mehr Angebot kann – wenn die Nachfrage nicht im gleichen Maße wächst – den Preis unter Druck setzen.

🇧🇷 Brasilien als Preismotor

Eine außergewöhnlich große brasilianische Ernte kann den internationalen Kaffeepreis deutlich beeinflussen. Aber: Der Kaffee muss erst geerntet, aufbereitet, exportiert und eingelagert werden. Eine große Ernte auf dem Feld bedeutet deshalb nicht automatisch sofort volle Lagerhäuser.

Genau dieser zeitliche Unterschied ist momentan besonders wichtig.

⬆️ Zurück zum Anfang

Warum der Kaffeepreis trotz Rekordernte nicht abstürzt

Auf den ersten Blick wirkt die Situation tatsächlich etwas widersprüchlich.

Wir reden über eine mögliche Rekordernte – und gleichzeitig über sehr niedrige Lagerbestände.

Das liegt daran, dass zwischen Produktion und tatsächlicher Verfügbarkeit ein ziemlich langer Weg liegt.

  • Die Kaffeekirschen müssen geerntet werden.
  • Die Bohnen müssen aufbereitet und getrocknet werden.
  • Der Kaffee muss gelagert werden.
  • Er muss exportiert werden.
  • Schiffe müssen ihn transportieren.
  • Importeure und Händler müssen ihn übernehmen.
  • Röstereien benötigen ihn für ihre Produktion.

Und genau deshalb können sich die Erwartungen an eine große Ernte bereits auf die Börsenpreise auswirken, während kurzfristig trotzdem wenig Kaffee verfügbar ist.

Man könnte auch sagen: Der Markt kann schon auf Kaffee warten, den es auf dem Papier eigentlich bald reichlich geben soll.

Nur steht dieser Kaffee eben noch nicht unbedingt dort, wo ihn ein Händler heute benötigt.

☕ Jensi erklärt es ganz einfach:

Stell dir vor, du hast zu Hause noch eine Packung Kaffee im Schrank. Dein Händler sagt dir gleichzeitig, dass nächste Woche eine ganze Palette kommt.

Du bist also nicht wirklich in Panik.

Aber wenn heute Morgen Besuch kommt und alle plötzlich Kaffee trinken möchten, hilft dir die Palette nächste Woche eben herzlich wenig. 😄

Genau solche Unterschiede zwischen erwartetem Angebot und sofort verfügbarer Ware sind an Rohstoffmärkten wichtig.

⬆️ Zurück zum Anfang

Die Lagerbestände: momentan der große Knackpunkt

Besonders interessant ist derzeit der Blick auf die zertifizierten Arabica-Bestände an der ICE-Börse in den USA.

Diese Bestände sind laut aktuellen Marktdaten auf ungefähr 220.000 Säcke gefallen.

Das ist ein extrem niedriger Wert und laut aktueller Berichterstattung der niedrigste Stand seit rund 26 Jahren.

Zum Vergleich: In früheren Jahren bewegten sich die Bestände teilweise zwischen einer und mehreren Millionen Säcken.

☕ Jensi-Gedanke:

Jetzt muss man sich das einmal ganz einfach vorstellen.

Wenn im Laden nur noch zwei Packungen Kaffee stehen, aber der Händler weiß, dass in zwei Wochen ein Lkw mit 500 Packungen kommt, ist die Situation eine andere, als wenn morgen überhaupt keine Lieferung mehr zu erwarten wäre.

Genau so ähnlich funktioniert der Kaffeemarkt.

Die erwartete große brasilianische Ernte beruhigt den Markt – aber die aktuell verfügbaren Bestände sind trotzdem knapp.

Und deshalb versuchen Händler momentan, größere Mengen brasilianischen Arabicas in die zertifizierten ICE-Lager zu bringen.

Wenn tatsächlich mehrere hunderttausend Säcke zusätzlich zertifiziert werden, könnte das den Markt spürbar verändern.

Mehr verfügbare Ware bedeutet nämlich normalerweise weniger Angst vor einer kurzfristigen Knappheit.

Und weniger Angst vor Knappheit kann wiederum den Preis drücken.

⬆️ Zurück zum Anfang

Vietnam: Mehr Robusta könnte ebenfalls Druck machen

Brasilien ist aber nicht die einzige wichtige Stellschraube.

Vietnam ist der weltweit wichtigste Produzent von Robusta-Kaffee.

Robusta spielt eine wichtige Rolle bei Espressomischungen, Instantkaffee und vielen Kaffeemischungen.

Für 2026/27 wird Vietnams Kaffeeproduktion auf rund 32,5 Millionen Säcke geschätzt. Davon entfällt der überwiegende Teil auf Robusta.

Damit könnte Vietnam seine Produktion weiter steigern.

Das ist besonders für den Robusta-Markt interessant, denn zusätzliche Mengen können dort ebenfalls preisdämpfend wirken.

🌎 Weltweit betrachtet

Brasilien liefert vor allem enorme Mengen Arabica und ist zusätzlich bei Robusta wichtig. Vietnam dominiert den Robusta-Anbau.

Zusammen zeigen diese beiden Länder schon sehr deutlich, warum ihre Ernten für die weltweiten Kaffeepreise so wichtig sind.

Und das ist auch für uns Verbraucher interessant.

Denn wenn Robusta günstiger wird, kann das bei bestimmten Mischungen den Einkaufspreis beeinflussen. Bei einem hochwertigen sortenreinen Arabica ist die Situation dagegen wieder eine andere.

⬆️ Zurück zum Anfang

Kolumbien zeigt die andere Seite des Kaffeemarktes

Und jetzt kommt der interessante Gegenpol.

Während Brasilien auf eine große Ernte hoffen kann, sieht die Situation in Kolumbien deutlich schwieriger aus.

Kolumbien ist einer der wichtigsten Arabica-Produzenten weltweit und besonders für gewaschene Arabicas bekannt.

Für 2026 wird dort ein Produktionsrückgang erwartet. Als ein wichtiger Grund wird das Wetter genannt – insbesondere die Auswirkungen von El Niño.

Damit zeigt sich sehr schön, warum eine Aussage wie „Es gibt mehr Kaffee, also wird Kaffee billiger“ viel zu einfach wäre.

Eine Rekordernte in Brasilien bedeutet nicht automatisch, dass überall auf der Welt mehr Kaffee wächst.

Der Kaffeemarkt besteht aus vielen einzelnen Anbauregionen – und dort kann das Wetter völlig unterschiedlich aussehen.

🌍 Das ist beim Kaffee besonders wichtig:

Kaffee wächst nicht irgendwo in einer großen Fabrik, wo man einfach den Produktionsknopf etwas weiter nach rechts dreht.

Kaffee wächst an Pflanzen.

Und diese Pflanzen brauchen das richtige Zusammenspiel aus Temperatur, Regen, Blüte und Erntezeit.

Darum kann Brasilien gerade jubeln, während ein anderes Anbauland gleichzeitig Probleme bekommt.

Warum auf ein starkes Erntejahr oft ein schwächeres folgt

Eine große Kaffeeernte klingt zunächst einmal nach einer guten Nachricht. Mehr Kaffee auf dem Markt müsste doch eigentlich bedeuten: Das Angebot steigt und der Preis fällt. Ganz so einfach ist es bei Kaffee aber nicht. Hier kommt ein Begriff ins Spiel, der auf den ersten Blick etwas sperrig klingt:

Alternanz - Warum auf ein starkes Erntejahr oft ein schwächeres folgt

Eine große Kaffeeernte klingt zunächst einmal nach einer guten Nachricht. Mehr Kaffee auf dem Markt müsste doch eigentlich bedeuten: Das Angebot steigt und der Preis fällt. Ganz so einfach ist es bei Kaffee aber nicht.

Hier kommt ein Begriff ins Spiel, der auf den ersten Blick etwas sperrig klingt: Alternanz. Damit ist vereinfacht gesagt gemeint, dass Kaffeebäume nach einem besonders ertragreichen Jahr häufig nicht im gleichen Umfang weitermachen können. Dieser natürliche Wechsel ist vor allem bei Arabica ausgeprägt, während er bei Robusta in der Regel schwächer ausfällt. Eine große Ernte kostet die Pflanzen Kraft und Nährstoffreserven. Im darauffolgenden Jahr kann der Ertrag deshalb geringer ausfallen.

Und genau deshalb schaut der Kaffeemarkt nicht nur auf die Ernte, die gerade vom Baum kommt. Händler und Röster schauen bereits auf die nächste Saison.

Nach einem starken Erntejahr kann also schon die Frage auftauchen: Wie viel Kaffee kommt danach? Wird die nächste Ernte kleiner, kann das Angebot wieder knapper werden. Und wenn zusätzlich Trockenheit, Hitze oder andere Wetterprobleme dazukommen, kann sich dieser Effekt noch verstärken.

Das ist einer der Gründe, warum eine große Ernte nicht automatisch bedeutet, dass die Kaffeepreise dauerhaft nach unten gehen.

Mein-Gedanke dazu: Genau das macht Kaffee als Rohstoff so spannend – und manchmal auch ein bisschen verrückt. 😄 Heute sieht alles nach reichlich Kaffee aus, aber der Markt denkt schon darüber nach, was in einem Jahr passiert. Der Kaffeebaum interessiert sich schließlich nicht dafür, was gerade an der Börse passiert. Der wächst nach seinen eigenen Regeln. 🌱☕

⬆️ Zurück zum Anfang

El Niño: Jetzt kommt das Wetter ins Spiel

Und damit sind wir bei einem der spannendsten Themen für die kommenden Monate.

El Niño.

Das Wetterphänomen entsteht durch eine ungewöhnliche Erwärmung großer Teile des tropischen Pazifiks und kann weltweit die Niederschlags- und Temperaturverteilung verändern.

Für Kaffee ist das ein ziemlich wichtiger Punkt.

Kaffeepflanzen mögen weder extreme Hitze noch langanhaltende Trockenheit besonders gerne. Gleichzeitig kann zu viel Regen ebenfalls Probleme verursachen.

Und genau deshalb beobachten Händler, Produzenten und Kaffeeverarbeiter die Wetterentwicklung momentan sehr genau.

🌦️ Das Problem mit El Niño

El Niño bedeutet nicht einfach „überall weniger Regen“.

Das wäre viel zu einfach.

Das Wetter wird vielmehr regional verändert. Eine Region kann trockener werden, eine andere bekommt mehr Regen, irgendwo verschieben sich Niederschlagszeiten.

Und beim Kaffee ist der Zeitpunkt entscheidend.

Ein bisschen mehr Regen zur richtigen Zeit kann wunderbar sein. Derselbe Regen zur falschen Zeit kann dagegen die Blüte, Ernte oder Trocknung beeinträchtigen.

Deshalb ist El Niño vor allem ein Unsicherheitsfaktor.

Und Unsicherheit mögen Rohstoffmärkte bekanntlich nicht besonders.

⬆️ Zurück zum Anfang

Ein möglicher starker El Niño macht den Markt nervös

Aktuelle Wetterprognosen haben die Sorge vor einem besonders starken El Niño gegen Ende 2026 verstärkt.

Beim Kaffee betrifft das nicht nur Brasilien.

Auch Vietnam, Indonesien, Kolumbien und weitere wichtige Anbauländer können von veränderten Wetterbedingungen betroffen sein.

Das macht die Preisprognose schwieriger.

Denn der Markt schaut inzwischen nicht mehr nur auf die aktuelle Ernte.

Er schaut auf die nächste Ernte.

Und auf die übernächste.

⚠️ Wetter bleibt das große Fragezeichen

Eine gute Ernte 2026 kann die Versorgung entspannen. Wenn das Wetter danach aber wichtige Anbauregionen belastet, kann sich die Einschätzung des Marktes sehr schnell wieder ändern.

Deshalb sind Prognosen für Kaffee immer mit etwas Vorsicht zu genießen.

Wer heute behauptet, den exakten Kaffeepreis in sechs oder zwölf Monaten zu kennen, hat entweder eine ziemlich gute Glaskugel – oder verkauft gerade eine. 😉

⬆️ Zurück zum Anfang

Indonesien, Äthiopien und weitere Anbauländer

Der weltweite Kaffeemarkt ist zum Glück nicht nur Brasilien und Vietnam.

Indonesien gehört ebenfalls zu den bedeutenden Produzenten und ist sowohl bei Robusta als auch bei Arabica interessant.

Äthiopien wiederum ist für Arabica von enormer Bedeutung und für viele hochwertige Kaffees ein wichtiges Herkunftsland.

Daneben spielen unter anderem Honduras, Peru, Uganda, Indien und Mexiko sowie zahlreiche weitere Länder eine Rolle.

Das macht Kaffee zu einem wirklich globalen Produkt.

Wenn in einem Land die Ernte schwächelt, kann das teilweise durch andere Regionen ausgeglichen werden.

Wenn aber gleichzeitig mehrere wichtige Produktionsländer Wetterprobleme bekommen, wird es schwieriger.

⬆️ Zurück zum Anfang

Was passiert gerade mit dem weltweiten Kaffeepreis?

Die Preise haben sich von ihren extremen Hochs teilweise entfernt – wirklich entspannt ist der Markt aber noch nicht.

Die International Coffee Organization meldete für August 2026 einen durchschnittlichen ICO Composite Indicator Price von 287,29 US-Cent je Pfund.

Damit lag der Durchschnitt praktisch auf dem Niveau des Vormonats.

Interessant ist dabei vor allem die Kombination aus zwei Entwicklungen:

  • Die Aussicht auf mehr Kaffee übt Druck auf die Preise aus.
  • Die sehr niedrigen Lagerbestände und Wetterrisiken stützen die Preise.

Deshalb erleben wir keinen geraden Weg nach unten.

Der Markt schwankt.

Und genau diese Schwankungen sind für Röster und Händler eine Herausforderung.

📊 Was den Weltmarktpreis beeinflusst

  • Erntemengen in den wichtigsten Anbauländern
  • Wetter und Klimarisiken
  • Lagerbestände
  • Exportmengen
  • Nachfrage weltweit
  • US-Dollar und Wechselkurse
  • Transport- und Energiekosten
  • Spekulation und Börsenhandel

⬆️ Zurück zum Anfang

Warum die Börse nicht gleich den Preis im Supermarkt bestimmt

Das ist für uns Verbraucher wahrscheinlich der wichtigste Punkt.

Wenn der Rohkaffeepreis beispielsweise heute um zehn Prozent fällt, heißt das nicht, dass die Kaffeepackung morgen zehn Prozent weniger kostet.

Der Rohkaffee ist nämlich nur ein Teil der Gesamtkosten.

Dazu kommen unter anderem:

  • Transport
  • Fracht und Versicherung
  • Lagerung
  • Röstung
  • Energie
  • Verpackung
  • Personal
  • Logistik
  • Handel
  • Mehrwertsteuer

Außerdem kaufen Röster ihren Kaffee nicht zwangsläufig jeden Morgen zum aktuellen Börsenkurs.

Es gibt Verträge, Lagerbestände und unterschiedliche Einkaufszeitpunkte.

💶 Deshalb gilt:

Der Börsenpreis für Rohkaffee und der Preis einer 500-g-Packung im deutschen Handel sind zwei verschiedene Dinge.

Zwischen beiden liegt eine ganze Lieferkette – und diese reagiert zeitverzögert.

Das erklärt auch, warum sinkende Rohkaffeepreise nicht sofort bei jeder Packung Kaffee im Regal ankommen müssen.

Umgekehrt können gestiegene Rohkaffeepreise manchmal auch erst später beim Verbraucher ankommen.

Kaffeepreis vom Rohkaffee bis zur Tasse: Transport, Röstung, Verpackung und weitere Kosten beeinflussen den Verbraucherpreis

⬆️ Zurück zum Anfang

Der Euro und der Dollar spielen ebenfalls mit

Kaffee wird international überwiegend in US-Dollar gehandelt.

Für deutsche Unternehmen ist deshalb nicht nur wichtig, was ein Pfund Kaffee in Dollar kostet.

Auch der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar spielt eine Rolle.

Wird der Dollar gegenüber dem Euro teurer, kann der Einkauf für europäische Unternehmen schwieriger werden.

Ein stärkerer Euro kann dagegen entlasten.

Auch deshalb kann ein Verbraucherpreis in Deutschland steigen oder fallen, obwohl sich der reine Weltmarktpreis für Kaffee nur wenig verändert.

💶 Noch einmal ganz einfach:

Wenn Kaffee an der Börse günstiger wird, freuen wir uns.

Wenn gleichzeitig der Dollar teurer wird, freut sich der Taschenrechner allerdings möglicherweise etwas weniger. 😄

Beim Kaffee muss man deshalb immer mehrere Faktoren zusammen betrachten.

⬆️ Zurück zum Anfang

Warum Kaffee beim Verbraucher so langsam billiger werden könnte

Selbst wenn Brasilien tatsächlich die erwartete Rekordernte einfährt und die Börsenbestände deutlich steigen, dürfte eine mögliche Entspannung bei den Verbrauchern nicht sofort ankommen.

Der Grund ist einfach:

Erst müssen die günstigeren Bohnen überhaupt gekauft werden.

Dann müssen sie transportiert, geröstet, verpackt und verkauft werden.

Außerdem können ältere, teurer eingekaufte Bestände noch einige Zeit im System sein.

Deshalb kann zwischen fallenden Rohkaffeepreisen und sinkenden Preisen im Supermarkt oder Onlinehandel durchaus eine längere Zeit liegen.

Bei hochwertigen Kaffees kommen zusätzlich die Qualität, Herkunft und Beschaffung kleinerer Chargen hinzu.

Ein besonders guter Kaffee lässt sich eben nicht immer einfach durch den gerade billigsten Rohkaffee ersetzen.

⬆️ Zurück zum Anfang

Wird Kaffee 2026 also wieder billiger?

Hier würde ich vorsichtig bleiben.

Eine große brasilianische Ernte und höhere Produktionsmengen in Vietnam sprechen eindeutig für eine Entspannung.

Die extrem niedrigen Lagerbestände sprechen dagegen.

Und ein starker El Niño könnte die Situation wieder verschärfen.

Deshalb halte ich eine weitere Beruhigung der Rohkaffeepreise für durchaus möglich – aber einen geradlinigen Preissturz würde ich nicht erwarten.

Faktor Mögliche Wirkung
Große brasilianische Ernte eher preisdämpfend
Mehr Produktion in Vietnam eher preisdämpfend
Steigende Lagerbestände preisdämpfend
Sehr niedrige aktuelle Bestände preistreibend
Starker El Niño potenziell preistreibend
Probleme in einzelnen Anbauländern potenziell preistreibend
Hohe Transport- und Energiekosten preistreibend
Wechselkurs Euro/Dollar kann in beide Richtungen wirken

Das Entscheidende wird deshalb sein, wie sich die tatsächlichen Lagerbestände in den kommenden Monaten entwickeln.

Wenn sehr viel brasilianischer Kaffee auf den Weltmarkt gelangt und die Lager wieder deutlich voller werden, wäre das ein starkes Signal für eine weitere Entspannung.

Wenn gleichzeitig Wetterprobleme auftreten und Ernteprognosen nach unten korrigiert werden, kann sich das Bild wieder drehen.

☕ Mein Jensi-Gedanke:

Ich würde momentan nicht darauf wetten, dass Kaffee plötzlich wieder halb so teuer wird.

Aber genauso wenig würde ich behaupten, dass die Preise zwangsläufig immer weiter steigen.

Der Markt bekommt gerade möglicherweise eine ziemlich große Portion Kaffee aus Brasilien geliefert. Wenn diese Mengen tatsächlich in den weltweiten Handel und in die Lager kommen, kann das ordentlich Druck aus dem Markt nehmen.

Nur sollte man eben nicht vergessen, dass das Wetter jederzeit wieder eine neue Rechnung aufmachen kann.

Beim Kaffee ist eben nicht nur entscheidend, wie viel Kaffee wächst.

Es ist auch entscheidend, wann, wo und in welcher Qualität er verfügbar ist.

⬆️ Zurück zum Anfang

Mein Fazit zum Kaffeepreis 2026

Die Ausgangslage hat sich gegenüber den extrem angespannten Jahren verbessert.

Brasilien erwartet eine sehr große Ernte. Vietnam dürfte ebenfalls mehr Kaffee produzieren. Das spricht grundsätzlich für mehr Angebot.

Gleichzeitig sind die kurzfristig verfügbaren Arabica-Bestände außergewöhnlich niedrig. Dazu kommt das Risiko eines starken El Niño, der die kommenden Ernten in wichtigen Anbauregionen beeinflussen könnte.

📌 Meine Einschätzung:

Der Rohkaffeemarkt könnte sich durch die große brasilianische Ernte weiter entspannen. Ein schneller und dauerhafter Einbruch der Verbraucherpreise ist aber nicht garantiert. Dafür sind Lagerbestände, Wetter, Wechselkurse und die übrigen Kostenfaktoren zu wichtig.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis:

Rekordernte bedeutet nicht automatisch Rekord-Rabatt an der Kaffeetheke. 😉

Wir werden deshalb beobachten müssen, wie viel Kaffee Brasilien tatsächlich auf den Weltmarkt bringt, wie schnell die Lagerbestände steigen und was El Niño in den kommenden Monaten mit den wichtigen Anbauregionen macht.

Denn am Ende landet die ganze große Welt des Kaffees wieder dort, wo sie für uns am schönsten ist:

in der Tasse. ☕❤️

⬆️ Zurück zum Anfang

❓ Häufige Fragen zum Kaffeepreis 2026

Warum ist Kaffee trotz der erwarteten Rekordernte in Brasilien noch so teuer?

Eine große Ernte bedeutet nicht automatisch, dass sofort große Mengen Kaffee auf dem Weltmarkt verfügbar sind. Zwischen Ernte, Aufbereitung, Lagerung, Export und Transport liegen mehrere Schritte und teilweise viele Wochen oder Monate.

Außerdem sind die kurzfristig verfügbaren Arabica-Lagerbestände derzeit außergewöhnlich niedrig. Dadurch bleibt der Markt empfindlich gegenüber Störungen.

Hinzu kommen Wetterrisiken, Wechselkurse sowie Transport-, Energie- und weitere Kosten. Deshalb kann eine erwartete Rekordernte zwar Druck auf den Rohkaffeepreis ausüben, ohne dass die Verbraucherpreise sofort entsprechend fallen.

Wird Kaffee 2026 wieder billiger?

Das ist durchaus möglich, aber nicht garantiert.

Eine große Ernte in Brasilien und eine höhere Produktion in Vietnam sprechen grundsätzlich für mehr Angebot. Wenn dadurch die Lagerbestände wieder deutlich steigen, könnte der internationale Rohkaffeepreis weiter unter Druck geraten.

Allerdings können Wetterprobleme, El Niño oder Produktionsausfälle in anderen wichtigen Anbauländern diese Entwicklung bremsen.

Für Verbraucher bedeutet das: Eine gewisse Entspannung ist möglich, einen schnellen Preissturz sollte man aber nicht erwarten.

Wann kommen sinkende Kaffeepreise beim Verbraucher an?

Das lässt sich nicht auf einen bestimmten Monat festlegen.

Röstereien arbeiten mit unterschiedlichen Einkaufszeitpunkten, Verträgen und Lagerbeständen. Wenn der Rohkaffee günstiger wird, müssen zunächst neue, günstiger eingekaufte Mengen tatsächlich in die Lieferkette gelangen.

Danach kommen Röstung, Verpackung, Logistik und Handel hinzu.

Deshalb kann es eine ganze Weile dauern, bis ein niedrigerer Rohkaffeepreis tatsächlich im Regal oder Online-Shop sichtbar wird.

Welche Rolle spielt Brasilien beim weltweiten Kaffeepreis?

Eine sehr große.

Brasilien ist der wichtigste Kaffeeproduzent der Welt und besonders beim Arabica von enormer Bedeutung. Veränderungen bei der brasilianischen Ernte können deshalb das weltweite Angebot spürbar verändern.

Eine außergewöhnlich große Ernte kann den Markt beruhigen, während eine schlechte Ernte oder ein Wetterproblem den gegenteiligen Effekt haben kann.

Deshalb schauen Kaffeebörsen und Händler besonders genau auf Wetter, Blüte, Ernte und Exportmengen in Brasilien.

Was hat El Niño mit dem Kaffeepreis zu tun?

El Niño kann die Wetterbedingungen in wichtigen Kaffeeanbauregionen verändern. Dabei geht es nicht einfach darum, dass überall weniger Regen fällt. Je nach Region können Niederschlagsmenge, Temperatur und Zeitpunkt der Niederschläge unterschiedlich beeinflusst werden.

Für Kaffeepflanzen kann sowohl Trockenheit als auch zu viel Regen problematisch sein.

Wenn der Markt deshalb mit möglichen Ernteausfällen rechnet, kann der Kaffeepreis steigen, weil Händler ein knapperes zukünftiges Angebot erwarten.

Ist El Niño automatisch schlecht für jede Kaffeeplantage?

Nein.

Das ist eine wichtige Unterscheidung. El Niño wirkt regional unterschiedlich. Eine Veränderung der Wetterbedingungen kann in einer Region problematisch und in einer anderen weniger kritisch oder sogar hilfreich sein.

Außerdem kommt es darauf an, wann Regen oder Trockenheit auftreten. Kaffee braucht nicht einfach nur „viel Wasser“, sondern passende Bedingungen während Wachstum, Blüte, Fruchtentwicklung, Ernte und Aufbereitung.

Deshalb kann man nicht seriös sagen: „El Niño macht überall Kaffee teurer.“

Warum sind die Lagerbestände für den Kaffeepreis so wichtig?

Lagerbestände zeigen vereinfacht gesagt, wie viel Kaffee kurzfristig verfügbar ist.

Wenn die Lager sehr voll sind, können Marktteilnehmer leichter auf vorhandene Ware zurückgreifen. Das kann den Preisdruck nach unten erhöhen.

Sind die Lager dagegen sehr leer, können schon kleinere Probleme bei Ernte, Transport oder Lieferung für Nervosität sorgen.

Genau deshalb sind die derzeit sehr niedrigen zertifizierten Arabica-Bestände ein wichtiger Faktor für den Kaffeepreis.

Warum kann Kaffee an der Börse billiger werden, aber im Supermarkt trotzdem teuer bleiben?

Weil der Rohkaffee nur einen Teil des Endpreises ausmacht.

Ein Kaffeeprodukt muss importiert, gelagert, geröstet, verpackt und transportiert werden. Dazu kommen Personal, Energie, Logistik, Handel und Mehrwertsteuer.

Außerdem können Unternehmen Kaffee zu unterschiedlichen Zeitpunkten einkaufen.

Der Preis an der Rohstoffbörse ist deshalb nicht der Preis, den ein Verbraucher direkt für eine fertige Packung bezahlt.

Welche Länder sind neben Brasilien besonders wichtig für den Kaffeepreis?

Zu den wichtigen Kaffeeproduzenten gehören unter anderem Vietnam, Kolumbien, Indonesien, Äthiopien, Honduras, Uganda, Peru, Indien und Mexiko.

Vietnam ist vor allem beim Robusta sehr wichtig. Kolumbien und Äthiopien spielen dagegen eine große Rolle beim Arabica.

Diese unterschiedlichen Produktionsschwerpunkte sind wichtig, weil Arabica und Robusta nicht identisch sind und sich ihre Preise unterschiedlich entwickeln können.

Was ist der Unterschied zwischen Arabica und Robusta beim Kaffeepreis?

Arabica und Robusta sind unterschiedliche Kaffeearten mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Arabica wird häufig mit feineren, komplexeren und teilweise fruchtigeren Geschmacksprofilen verbunden. Robusta ist kräftiger, enthält mehr Koffein und wird unter anderem gerne für Espresso-Mischungen verwendet.

Deshalb kann sich der Preis von Arabica anders entwickeln als der von Robusta.

Wenn beispielsweise Vietnam eine große Robusta-Ernte einfährt, muss das nicht automatisch bedeuten, dass ein hochwertiger Arabica aus Kolumbien oder Äthiopien im gleichen Umfang günstiger wird.

Kann der Kaffeepreis 2026 wieder stark steigen?

Ja, auch das ist möglich.

Ein erneuter starker Preisanstieg könnte beispielsweise durch größere Ernteausfälle, extreme Wetterereignisse, sehr niedrige Lagerbestände oder eine unerwartet hohe Nachfrage ausgelöst werden.

Auch ein starker El Niño könnte die Unsicherheit erhöhen, wenn wichtige Kaffeeanbauregionen dadurch ungünstige Wetterbedingungen bekommen.

Das bedeutet aber nicht, dass ein Preisanstieg zwangsläufig kommt. Genau deshalb ist die aktuelle Marktlage so interessant.

Warum ist der Kaffeepreis für Verbraucher schwer vorherzusagen?

Weil sehr viele Faktoren gleichzeitig wirken.

Man muss nicht nur auf die nächste Ernte schauen. Wichtig sind auch Lagerbestände, Nachfrage, Exporte, Wetter, Börsenhandel, Wechselkurse, Energiepreise und Transportkosten.

Und dann kommt noch die Verzögerung innerhalb der Lieferkette hinzu.

Deshalb kann niemand seriös nur anhand einer einzigen Zahl vorhersagen, was eine Packung Kaffee in Deutschland in sechs Monaten kosten wird.

Was bedeutet die Rekordernte in Brasilien langfristig für Kaffeetrinker?

Wenn Brasilien die erwartete große Ernte tatsächlich einfahren und große Mengen exportieren kann, wäre das grundsätzlich eine gute Nachricht für die weltweite Versorgung.

Steigende Lagerbestände könnten den Markt entspannen und den Rohkaffeepreis unter Druck setzen.

Ob daraus dauerhaft deutlich niedrigere Verbraucherpreise entstehen, hängt aber auch von den folgenden Ernten und den übrigen Kostenfaktoren ab.

Eine einzelne gute Ernte kann den Markt entspannen – sie garantiert aber noch keinen dauerhaft billigen Kaffee.

Was sollte man als Verbraucher aus der aktuellen Kaffeepreis-Entwicklung mitnehmen?

Vor allem eines: Nicht jede Schlagzeile über den Kaffeepreis erzählt die ganze Geschichte.

„Brasilien erwartet Rekordernte“ ist eine wichtige Nachricht.

„Arabica-Lagerbestände sind extrem niedrig“ ist aber ebenfalls eine wichtige Nachricht.

Und „El Niño könnte das Wetter beeinflussen“ gehört genauso dazu.

Erst wenn man diese Faktoren zusammen betrachtet, bekommt man ein einigermaßen realistisches Bild vom Kaffeemarkt.

Was ist Alternanz beim Kaffee?

Alternanz bezeichnet den natürlichen Wechsel zwischen stärkeren und schwächeren Erntejahren bei Kaffeebäumen. Nach einer besonders ertragreichen Ernte kann der Baum im folgenden Jahr weniger Früchte tragen, weil die starke Fruchtbildung seine Reserven stärker beansprucht hat. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei Arabica, während Robusta meist weniger stark zur Alternanz neigt. Wie groß der Unterschied zwischen den Erntejahren tatsächlich ausfällt, hängt allerdings auch von Sorte, Pflege, Nährstoffversorgung, Wasser und Wetter ab.

☕ Und mein ganz persönlicher Schlussgedanke:

Wir Kaffeetrinker wünschen uns natürlich alle wieder einen richtig günstigen Kaffee.

Aber wenn wir morgens unsere Tasse Kaffee in der Hand halten, steckt darin eben ein ziemlich langer Weg.

Vom Kaffeebaum in Brasilien, Vietnam, Kolumbien oder Äthiopien über Ernte, Verarbeitung, Schiff, Rösterei und Verpackung bis zu uns nach Hause.

Da darf man ruhig einmal daran denken, bevor man sich über ein paar Cent Preisunterschied ärgert.

Und dann schmeckt der Kaffee vielleicht sogar noch ein kleines bisschen besser. ☕❤️

⬆️ Zurück zum Anfang

Zurück zum Blog-Artikel

Hast du Anmerkungen oder Fragen? zu diesem Artikel

Nachfolgend finden Sie eine kleine Auswahl unserer Produkte !