1 g Koffein – Koffeingehalt von Kaffee, Tee und Energy-Drinks im Vergleich

1 g Koffein – wie viel ist das eigentlich?

Jens Thume · Aktualisiert: · 19 Min. Lesezeit

1 g Koffein sind 1.000 mg. Erfahre, wie viel Koffein Kaffee, Espresso, Tee, Matcha, Energy-Drinks & Co. enthalten.

Kurz gesagt: 1 g Koffein entspricht 1.000 mg. Das ist deutlich mehr als die typische Koffeinmenge einer einzelnen Tasse Kaffee oder Tee. Aber wie viel steckt eigentlich in Kaffee, Tee, Energy-Drinks & Co.?

1 g Koffein.

Wenn man das so liest, klingt es erst einmal nach ziemlich wenig. Ein Gramm Zucker? Kein großes Drama. Ein Gramm Salz? Verschwindet irgendwo zwischen Daumen und Zeigefinger.

Bei Koffein sieht die Sache allerdings etwas anders aus.

Denn 1 g Koffein sind immerhin 1.000 mg Koffein. Und plötzlich wird aus dem kleinen Gramm eine ziemlich interessante Zahl.

Ich habe mich deshalb einmal etwas genauer damit beschäftigt: Wie viel Koffein steckt eigentlich in einer Tasse Kaffee? Wie viel hat ein Espresso? Was bringen schwarzer Tee, grüner Tee, Matcha oder Mate mit? Und wie sieht das Ganze bei Energy-Drinks, Cola oder Schokolade aus?

Denn Koffein ist längst nicht nur ein Thema für Kaffeetrinker.

Und irgendwo dazwischen findet sich dann auch mein persönlicher Liebling: Rooibos. Der darf bei diesem Thema natürlich nicht fehlen – denn der kommt ganz ohne Koffein aus. ☕🌿

1 g Koffein – wie viel ist das?

Die wichtigste Rechnung ist eigentlich ganz einfach:

1 g Koffein = 1.000 mg Koffein

Das Problem ist eher unser Gefühl für diese Zahl.

Ein Gramm hört sich klein an. Bei Koffein ist ein Gramm aber eine ganz andere Größenordnung als bei vielen Lebensmitteln, die wir täglich verwenden.

Um das besser einzuordnen, hilft deshalb kein Taschenrechner allein. Wir brauchen ein paar Vergleiche.

Wie viel Kaffee wären 1.000 mg? Wie viele Tassen Tee? Wie viele Energy-Drinks? Und warum ist „Koffein pro Tasse“ eigentlich genauso wichtig wie „Koffein pro 100 ml“?

1 g Koffein sind 1.000 mg

Die Umrechnung ist simpel:

  • 0,01 g Koffein = 10 mg
  • 0,05 g Koffein = 50 mg
  • 0,1 g Koffein = 100 mg
  • 0,2 g Koffein = 200 mg
  • 0,3 g Koffein = 300 mg
  • 0,4 g Koffein = 400 mg
  • 1 g Koffein = 1.000 mg

Damit kann man sich die Größenordnung schon einmal merken.

100 mg sind ein Zehntel Gramm.

500 mg sind ein halbes Gramm.

Und 1 g sind 1.000 mg.

Wenn du also irgendwo eine Angabe von 1 g Koffein liest, solltest du nicht denken: „Ach, nur ein Gramm.“ Besser ist: „Moment – das sind 1.000 Milligramm.“

Wie viel Koffein steckt in einer Tasse Kaffee?

Das ist eine der häufigsten Fragen überhaupt.

Und gleichzeitig eine, bei der man mit einer einzigen festen Zahl vorsichtig sein sollte.

Denn Kaffee ist nicht gleich Kaffee.

Der Koffeingehalt hängt unter anderem von der Kaffeesorte, der verwendeten Menge, der Zubereitungsart und der Größe der Tasse ab. Auch die Unterschiede zwischen Arabica und Robusta spielen eine Rolle.

Als Richtwert nennt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, kurz EFSA, für 200 ml Filterkaffee etwa 90 mg Koffein.

Das ist aber ein Richtwert und keine Garantie dafür, dass jede Tasse Kaffee exakt 90 mg enthält.

Eine kleine Tasse kann weniger enthalten, eine große Tasse oder besonders kräftig zubereiteter Kaffee kann deutlich mehr liefern.

Und genau deshalb ist die Frage „Wie viel Koffein hat eine Tasse Kaffee?“ eigentlich nur mit einer Gegenfrage vernünftig zu beantworten:

Wie groß ist die Tasse und wie wurde der Kaffee zubereitet?

Koffein pro Tasse – warum die Portionsgröße zählt

Bei Koffein wird häufig über Werte wie „mg pro 100 ml“ gesprochen.

Das ist für den Vergleich praktisch. Im Alltag trinken wir aber keine Tabellen.

Wir trinken Tassen, Gläser, Becher und Dosen.

Deshalb ist Koffein pro Tasse für die persönliche Einordnung oft viel verständlicher.

Ein Beispiel:

  • 100 ml Kaffee sind etwas anderes als eine 200-ml-Tasse.
  • Eine 300-ml-Tasse enthält bei gleicher Konzentration entsprechend mehr Koffein.
  • Ein Espresso ist klein, kann aber trotzdem eine relevante Koffeinmenge enthalten.
  • Ein großer Becher Kaffee kann durch seine größere Menge deutlich mehr Koffein liefern.

Man sollte deshalb immer zwei Dinge auseinanderhalten:

Koffeinkonzentration und tatsächlich getrunkene Portion.

Das klingt ein bisschen nach Matheunterricht. Ist aber eigentlich ganz logisch. Ein Getränk mit 40 mg Koffein pro 100 ml liefert bei 500 ml eben nicht mehr dieselbe Menge wie bei 100 ml.

Wie viel Koffein hat ein Espresso?

Espresso ist ein schönes Beispiel dafür, warum Geschmack und Koffeinmenge nicht dasselbe sind.

Ein Espresso schmeckt kräftig, intensiv und konzentriert. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass eine kleine Espressotasse mehr Koffein enthält als eine große Tasse Filterkaffee.

Die EFSA nennt für einen Espresso mit 60 ml als Richtwert etwa 80 mg Koffein.

Auch dieser Wert ist natürlich nur ein Richtwert.

Und jetzt wird es interessant: Wenn jemand zwei Espressi trinkt, sind wir schon ungefähr bei 160 mg nach diesem Richtwert. Eine große Tasse Filterkaffee kann je nach Zubereitung ebenfalls eine beachtliche Menge liefern.

Darum sollte man beim Thema Koffein nicht nur fragen:

„Was trinke ich?“

Sondern auch:

„Wie viel davon trinke ich?“

Wie viel Koffein enthält Tee?

Jetzt kommen wir zu meinem eigentlichen Fachgebiet. 😉

Denn auch Tee kann Koffein enthalten – und zwar durchaus interessante Mengen.

Schwarzer Tee, grüner Tee, weißer Tee, Oolong und Matcha stammen von der Teepflanze Camellia sinensis und können deshalb von Natur aus Koffein enthalten.

Wie viel tatsächlich in der Tasse landet, hängt unter anderem von Sorte, Blattmaterial, Dosierung, Wassertemperatur und Ziehzeit ab.

Die EFSA nennt als Richtwert für eine Tasse schwarzen Tee mit 220 ml etwa 50 mg Koffein.

Damit liegt schwarzer Tee nach diesem Richtwert unter einer 200-ml-Tasse Filterkaffee. Aber auch hier gilt: Das ist keine feste Zahl für jede Tasse.

Und genau deshalb lohnt sich ein genauerer Blick auf die einzelnen Teesorten.

Koffein nach Teesorte: Schwarztee, Grüntee, Weißtee, Oolong & Matcha

Schwarzer Tee

Schwarzer Tee enthält von Natur aus Koffein. Der tatsächliche Koffeingehalt kann je nach Sorte, Blattgrad, Dosierung und Zubereitung unterschiedlich ausfallen.

Als groben Vergleichswert nennt die EFSA etwa 50 mg Koffein für 220 ml schwarzen Tee.

Grüner Tee

Auch grüner Tee enthält Koffein. Deshalb ist „grüner Tee“ keineswegs automatisch ein koffeinfreier Tee.

Wie viel Koffein in der Tasse landet, hängt auch hier von Teesorte und Zubereitung ab.

Gerade bei grünem Tee kann die Zubereitung einen deutlichen Unterschied machen. Eine andere Menge Tee oder eine andere Ziehzeit verändert die Zusammensetzung des fertigen Aufgusses.

Weißer Tee

Weißer Tee stammt ebenfalls von der Teepflanze und kann deshalb Koffein enthalten.

Der Mythos „weißer Tee ist so mild, dass er kein Koffein hat“ hält sich zwar ganz gut – biologisch stimmt er aber nicht.

Auch beim weißen Tee hängt die tatsächliche Koffeinmenge von Sorte und Zubereitung ab.

Oolong Tee

Oolong ist ebenfalls ein Tee aus Camellia sinensis und enthält daher natürlicherweise Koffein.

Da Oolong je nach Herstellungsverfahren zwischen grünem und stärker oxidiertem Tee liegen kann, gibt es eine große Bandbreite an unterschiedlichen Sorten.

Eine pauschale Koffeinzahl für jeden Oolong wäre deshalb wenig sinnvoll.

Matcha

Matcha ist noch einmal ein Sonderfall.

Beim klassischen Matcha wird das fein gemahlene Teeblatt mitgetrunken. Es handelt sich also nicht einfach nur um einen Aufguss, bei dem die Blätter anschließend aus der Tasse verschwinden.

Dadurch kann Matcha eine relevante Koffeinquelle sein. Wie viel Koffein tatsächlich aufgenommen wird, hängt unter anderem von der verwendeten Matcha-Menge ab.

Wer also nach einem koffeinfreien Tee sucht, sollte bei schwarzem Tee, grünem Tee, weißem Tee, Oolong und Matcha nicht automatisch fündig werden.

Hier kommt wieder der Rooibos ins Spiel.

Kaffee vs. Tee vs. Energy-Drink

Jetzt machen wir einmal den direkten Vergleich.

Getränk Portion Richtwert Koffein
Filterkaffee 200 ml ca. 90 mg
Espresso 60 ml ca. 80 mg
Schwarzer Tee 220 ml ca. 50 mg
Energy-Drink 250 ml ca. 80 mg
Cola 355 ml ca. 40 mg
Zartbitterschokolade 50 g ca. 25 mg

Die Werte sind Richtwerte und können je nach Produkt und Zubereitung abweichen.

Und jetzt kann man sich ungefähr vorstellen, warum 1 g Koffein eine ziemlich große Menge ist.

Wenn wir beispielsweise mit 90 mg Koffein für eine 200-ml-Tasse Filterkaffee rechnen, wären 1.000 mg rechnerisch ungefähr elf solcher Tassen.

Bei 50 mg pro Tasse schwarzem Tee wären es rechnerisch sogar etwa 20 Tassen.

Natürlich bedeutet das nicht, dass man diese Getränke einfach so miteinander verrechnen kann. Die tatsächlichen Koffeinmengen schwanken und niemand sollte solche Richtwerte als Trinkplan verstehen.

Wie viel Koffein haben Energy-Drinks?

Energy-Drinks gehören ebenfalls zu den bekannten Koffeinquellen.

Als Richtwert nennt die EFSA für einen Energy-Drink mit 250 ml etwa 80 mg Koffein.

Aber auch hier gilt: Dose ist nicht gleich Dose.

Je nach Produkt, Portionsgröße und Rezeptur kann der Koffeingehalt unterschiedlich sein.

Deshalb lohnt sich immer ein Blick auf die konkrete Verpackung.

Und gerade bei Energy-Drinks kann die Portionsgröße interessant werden. Eine große Dose kann eben deutlich mehr Koffein enthalten als eine kleine Portion desselben Getränks.

Wie viel Koffein enthält Cola?

Auch Cola kann zur Koffeinaufnahme beitragen.

Die EFSA nennt für 355 ml Cola als Richtwert etwa 40 mg Koffein.

Das ist weniger als die genannten Richtwerte für Filterkaffee oder Espresso.

Aber auch hier gilt wieder unser kleines Koffein-Grundgesetz:

Die Menge macht den Unterschied.

Wenn aus einem Glas mehrere Gläser werden, verändert sich natürlich auch die gesamte aufgenommene Koffeinmenge.

Hat Schokolade Koffein?

Ja.

Das überrascht manche Menschen.

Kakao enthält von Natur aus Koffein. Deshalb kann auch Schokolade Koffein enthalten.

Wie viel davon in einem konkreten Produkt steckt, hängt unter anderem vom Kakaoanteil und von der Rezeptur ab.

Als Richtwert nennt die EFSA für 50 g Zartbitterschokolade etwa 25 mg Koffein. Bei 50 g Vollmilchschokolade sind es als Richtwert etwa 10 mg.

Damit ist Schokolade normalerweise keine vergleichbare Koffeinquelle wie eine Tasse Kaffee.

Aber wenn man wirklich alle Koffeinquellen eines Tages betrachten möchte, darf Kakao durchaus mit auf die Liste.

Wie viel Koffein hat Mate?

Mate ist ebenfalls eine natürliche Koffeinquelle.

Der Mate-Strauch enthält von Natur aus Koffein. Deshalb kann Mate-Tee beziehungsweise Mate-Aufguss je nach Produkt und Zubereitung durchaus relevante Mengen Koffein liefern.

Wie viel genau in der Tasse landet, lässt sich auch hier nicht pauschal mit einer einzigen Zahl beantworten.

Dosierung, Produkt und Zubereitung spielen eine Rolle.

Mate ist damit ein schönes Beispiel dafür, dass Koffein nicht automatisch mit Kaffee gleichzusetzen ist.

Guarana und Koffein

Guarana ist ein weiterer natürlicher Koffeinlieferant.

Die Samen der Guarana-Pflanze enthalten Koffein und werden deshalb unter anderem in Produkten verwendet, die Koffein liefern.

Wer seinen persönlichen Koffeinkonsum überschlagen möchte, sollte also nicht nur an Kaffee und Tee denken.

Kaffee, Tee, Mate, Guarana, Kakao, Cola und Energy-Drinks können – je nach Produkt und Menge – zur gesamten Koffeinaufnahme beitragen.

100 mg Koffein – ist das viel?

100 mg Koffein entsprechen:

0,1 g Koffein.

Damit ist 100 mg genau ein Zehntel von 1 g.

100 mg liegen ungefähr in der Größenordnung, die eine Tasse Kaffee je nach Sorte und Zubereitung erreichen kann. Die EFSA weist außerdem darauf hin, dass bereits einzelne Koffeinmengen von 100 mg bei manchen Erwachsenen, insbesondere bei Aufnahme kurz vor dem Schlafengehen, den Schlaf beeinflussen können.

Das zeigt ganz schön, warum man Koffein nicht nur nach dem Motto „Ich trinke doch nur einen Kaffee“ betrachten sollte.

Es kommt darauf an, wie viel Koffein tatsächlich in dieser Tasse steckt und wann man sie trinkt.

200 mg Koffein – wie viel ist das?

200 mg entsprechen:

0,2 g Koffein.

Damit sind wir bei einem Fünftel von 1 g.

Die EFSA bewertet für gesunde Erwachsene einzelne Koffeinmengen bis 200 mg beziehungsweise bis etwa 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht unter bestimmten Bedingungen als unbedenklich.

Das ist eine Sicherheitsbewertung und keine Aufforderung, möglichst genau 200 mg Koffein zu konsumieren.

Und natürlich spielt auch eine Rolle, ob diese Menge auf einmal oder über einen längeren Zeitraum aufgenommen wird.

300 mg Koffein – wie viel ist das?

300 mg Koffein entsprechen:

0,3 g Koffein.

Damit sind wir bereits bei fast einem Drittel von 1 g.

300 mg können je nach Getränken und Portionsgrößen beispielsweise durch mehrere Tassen Kaffee oder eine Kombination verschiedener koffeinhaltiger Getränke erreicht werden.

Genau deshalb ist es sinnvoll, nicht nur einzelne Getränke anzuschauen.

Wenn morgens Kaffee, später ein Espresso, am Nachmittag schwarzer Tee und vielleicht noch ein Energy-Drink dazukommen, kann sich die Tagesmenge schneller summieren, als man zunächst denkt.

Und hier wird die Unterscheidung zwischen einem einzelnen Getränk und der gesamten Koffeinaufnahme wichtig.

400 mg Koffein – und jetzt wird der Vergleich mit 1 g interessant

400 mg Koffein entsprechen:

0,4 g Koffein.

Und jetzt sind wir bei dem Vergleich angekommen, der „1 g Koffein“ wirklich greifbar macht.

1 g Koffein = 1.000 mg

400 mg Koffein = 0,4 g

1 g Koffein ist also 2,5-mal so viel wie 400 mg.

Die EFSA nennt für gesunde Erwachsene bis zu 400 mg Koffein über den gesamten Tag verteilt als Menge, die unter den zugrunde gelegten Bedingungen als unbedenklich gilt.

Damit ist die Größenordnung klar:

1 g Koffein liegt deutlich über dieser Tagesmenge.

Das bedeutet nicht, dass 400 mg für jeden Menschen und in jeder Situation eine persönliche Empfehlung darstellen. Die Aussage bezieht sich auf gesunde Erwachsene unter den von der EFSA bewerteten Bedingungen. Für bestimmte Personengruppen gelten andere Maßstäbe.

Aber als reine Größenordnung ist der Vergleich ausgesprochen hilfreich:

400 mg = 0,4 g.

1.000 mg = 1 g.

Da merkt man plötzlich, dass „nur ein Gramm“ bei Koffein gar nicht mehr so klein klingt.

Koffein pro 100 ml – praktisch für den Vergleich

Eine Angabe wie „Koffein pro 100 ml“ ist besonders praktisch, wenn man unterschiedliche Getränke miteinander vergleichen möchte.

So kann man beispielsweise Kaffee, Cola und Energy-Drinks unabhängig von ihrer Verpackungsgröße betrachten.

Aber auch hier gibt es eine kleine Falle.

Wir trinken schließlich normalerweise keine 100 ml.

Wir trinken eine Tasse Kaffee, einen Espresso, ein Glas Cola oder eine Dose Energy-Drink.

Deshalb sollte man immer zwischen zwei Angaben unterscheiden:

  • Koffein pro 100 ml – gut für den direkten Konzentrationsvergleich.
  • Koffein pro Tasse, Glas oder Dose – besser für die tatsächliche Portion.

Ein Getränk mit einer bestimmten Koffeinkonzentration kann bei einer großen Portion entsprechend mehr Koffein liefern.

Und genau deshalb sind Suchanfragen wie „Koffein pro 100 ml“ und „Koffein pro Tasse“ zwar ähnlich, aber nicht identisch.

Warum schwankt der Koffeingehalt so stark?

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt, wenn man Koffeinangaben miteinander vergleichen möchte.

Bei Kaffee spielen unter anderem folgende Faktoren eine Rolle:

  • Kaffeesorte
  • Arabica oder Robusta
  • Menge des verwendeten Kaffees
  • Mahlgrad
  • Wassermenge
  • Wassertemperatur
  • Kontaktzeit
  • Zubereitungsart
  • Größe der Portion

Bei Tee kommen unter anderem Teesorte, Blattmaterial, Dosierung, Wassertemperatur und Ziehzeit hinzu.

Deshalb sollte man bei Koffeinangaben immer auf die Bezugsgröße achten.

„50 mg Koffein“ sagt allein noch nicht alles.

50 mg pro 100 ml?

50 mg pro Tasse?

50 mg pro Dose?

Das sind drei völlig unterschiedliche Aussagen.

Genau deshalb sind seriöse Vergleichswerte immer mit einer Portion oder einem Volumen verbunden.

Und was ist mit Rooibos Tee?

Jetzt darf natürlich noch der Tee auf die Bühne, bei dem das ganze Koffeinthema plötzlich sehr entspannt wird.

Rooibos Tee enthält von Natur aus kein Koffein.

Rooibos stammt nicht von der klassischen Teepflanze Camellia sinensis, sondern vom südafrikanischen Rooibos-Strauch Aspalathus linearis.

Deshalb muss Rooibos auch nicht erst aufwendig entkoffeiniert werden.

Und das gilt nicht nur für roten Rooibos. Auch grüner Rooibos ist von Natur aus koffeinfrei.

Das macht Rooibos natürlich interessant für Menschen, die gerne Tee trinken, aber auf Koffein verzichten möchten.

Gerade am Abend kann das angenehm sein.

Mehr dazu habe ich übrigens ausführlich in meinem Artikel über Rooibos Tee und Koffein erklärt.

Dort geht es unter anderem darum, warum Rooibos kein Koffein enthält, was es mit grünem Rooibos auf sich hat und warum Rooibos zwar „Tee“ genannt wird, botanisch aber gar kein klassischer Tee ist.

1 g Koffein – eine ziemlich große Menge

Wenn man den ganzen Artikel bis hierher durchgeht, wird die Zahl langsam greifbar.

1 g Koffein sind 1.000 mg.

Eine Tasse Filterkaffee liegt nach dem genannten EFSA-Richtwert bei etwa 90 mg.

Eine Tasse schwarzer Tee liegt nach diesem Richtwert bei etwa 50 mg.

Ein Espresso wird mit etwa 80 mg angesetzt.

Ein Energy-Drink mit 250 ml ebenfalls mit etwa 80 mg.

Damit wird deutlich: Ein Gramm Koffein ist nicht einfach „ein bisschen Koffein“.

Es entspricht einer sehr großen Menge im Vergleich zu den typischen Einzelportionen von Kaffee oder Tee.

Und genau deshalb ist die Umrechnung von Gramm in Milligramm so hilfreich.

1 g klingt klein.

1.000 mg klingt schon ganz anders.

Ab wann wird Koffein gefährlich? Die Sache mit den 5 bis 10 Gramm

Jetzt kommen wir zu einem Punkt, der ziemlich eng mit der Ausgangsfrage dieses Artikels zusammenhängt.

Denn „1 g Koffein“ taucht nicht nur in unseren Vergleichsrechnungen zu Kaffee und Tee auf. Bei hochkonzentriertem Koffein wird diese Mengenangabe plötzlich sehr viel ernster.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt ausdrücklich vor losem, hochkonzentriertem oder reinem Koffeinpulver, wie es als Nahrungsergänzungsmittel angeboten wird. Das Problem ist dabei nicht der normale Kaffee aus der Tasse, sondern die extrem hohe Konzentration des reinen Pulvers.

Das BfR weist darauf hin, dass bereits 0,2 Gramm beziehungsweise 200 mg reines Koffein der für gesunde Erwachsene als gesundheitlich unbedenklich geltenden Einzeldosis entsprechen. Eine normale Küchenwaage, die beispielsweise in 1-Gramm-Schritten wiegt, kann eine solche kleine Menge nicht zuverlässig abmessen.

Und jetzt wird die Rechnung mit unserem einen Gramm interessant:

1 g Koffein = 1.000 mg Koffein.

Das ist also bereits das Fünffache der genannten 200-mg-Einzeldosis. Noch deutlich darüber liegt der Bereich, den das BfR als potenziell lebensgefährlich beschreibt: Bei der Aufnahme von etwa 5 bis 10 Gramm reinem Koffein kann es zu schweren Vergiftungen bis hin zu akutem lebensbedrohlichem Kreislaufversagen kommen.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Diese Warnung bezieht sich auf reines oder hochkonzentriertes Koffeinpulver. Kaffee, Tee und andere normale koffeinhaltige Lebensmittel enthalten Koffein in wesentlich stärker verdünnter Form. Das BfR weist deshalb auch darauf hin, dass solche Mengen über übliche koffeinhaltige Lebensmittel im Allgemeinen nicht erreicht werden.

Genau deshalb ist „1 g Koffein“ als reine Zahl etwas anderes als „1 g Koffein aus Kaffee oder Tee“. Bei einer Tasse Kaffee verteilt sich das Koffein in einer großen Menge Getränk. Bei reinem Koffeinpulver dagegen besteht das Pulver praktisch vollständig aus dem Wirkstoff.

Für die Einordnung von 1 g Koffein bedeutet das:

  • 1 g Koffein entspricht 1.000 mg.
  • 1 g liegt deutlich über der von der EFSA für gesunde Erwachsene genannten Einzeldosis von 200 mg.
  • Bei reinem Koffeinpulver ist eine genaue Dosierung mit einer normalen Küchenwaage problematisch.
  • 5 bis 10 g reines Koffein können laut BfR lebensgefährliche Vergiftungen verursachen.
  • Diese Gefahr ist nicht mit dem normalen Genuss von Kaffee oder Tee gleichzusetzen.

Mein Jensi-Tipp: Bei reinem oder hochkonzentriertem Koffeinpulver sollte man nicht nach Augenmaß oder mit einer normalen Küchenwaage arbeiten, sondern die Hinweise des jeweiligen Produkts ernst nehmen. Für den ganz normalen Kaffee- oder Teegenuss ist diese Größenordnung dagegen vor allem eines: eine interessante Rechnung. ☕

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Fragen und Antworten zu Koffein und koffeinhaltigen Lebensmitteln sowie Mitteilung zu hochkonzentriertem Koffein-Pulver.

Häufige Fragen zu 1 g Koffein

Wie viel sind 1 g Koffein?

1 g Koffein entsprechen genau 1.000 mg Koffein.

Sind 1 g Koffein viel?

Ja. 1 g entspricht 1.000 mg und liegt damit deutlich über den typischen Koffeinmengen einer einzelnen Tasse Kaffee oder Tee. Die EFSA nennt für gesunde Erwachsene bis zu 400 mg Koffein über den Tag verteilt als Menge, die unter den zugrunde gelegten Bedingungen als unbedenklich gilt.

Wie viel Koffein hat eine Tasse Kaffee?

Das hängt von Sorte, Menge und Zubereitung ab. Die EFSA nennt als Richtwert etwa 90 mg Koffein für 200 ml Filterkaffee.

Wie viel Koffein hat ein Espresso?

Die EFSA nennt als Richtwert etwa 80 mg Koffein für einen Espresso mit 60 ml. Der tatsächliche Wert kann je nach Espresso und Zubereitung abweichen.

Wie viel Koffein enthält schwarzer Tee?

Als Richtwert nennt die EFSA etwa 50 mg Koffein für 220 ml schwarzen Tee. Die tatsächliche Menge kann je nach Sorte, Dosierung und Ziehzeit unterschiedlich sein.

Hat grüner Tee Koffein?

Ja. Grüner Tee stammt von der Teepflanze und enthält von Natur aus Koffein. Die Menge hängt unter anderem von Sorte und Zubereitung ab.

Hat Matcha Koffein?

Ja. Matcha wird aus fein gemahlenen Teeblättern hergestellt, die mitgetrunken werden. Deshalb kann Matcha eine relevante Koffeinquelle sein.

Hat Rooibos Tee Koffein?

Nein. Rooibos enthält von Natur aus kein Koffein. Das gilt sowohl für roten als auch für grünen Rooibos.

Wie viel sind 100 mg Koffein in Gramm?

100 mg Koffein entsprechen 0,1 g.

Wie viel sind 200 mg Koffein in Gramm?

200 mg Koffein entsprechen 0,2 g.

Wie viel sind 300 mg Koffein in Gramm?

300 mg Koffein entsprechen 0,3 g.

Wie viel sind 400 mg Koffein in Gramm?

400 mg Koffein entsprechen 0,4 g.

Ist 1 g Koffein mehr als 400 mg?

Ja. 1 g entspricht 1.000 mg und damit dem 2,5-Fachen von 400 mg.

Welche Getränke enthalten Koffein?

Koffein kommt unter anderem in Kaffee, schwarzem Tee, grünem Tee, weißem Tee, Oolong, Matcha, Mate, Guarana, Cola und Energy-Drinks vor. Auch Kakao und Schokolade können Koffein enthalten.

Warum schwankt der Koffeingehalt von Kaffee und Tee?

Der Koffeingehalt hängt unter anderem von Sorte, verwendeter Menge, Zubereitungsart, Wassertemperatur, Zieh- beziehungsweise Kontaktzeit und Portionsgröße ab.

Mein Fazit zu 1 g Koffein

1 g Koffein klingt zunächst nach einer kleinen Menge.

Nach unserer kleinen Reise durch Kaffee, Tee, Espresso, Matcha, Mate, Energy-Drinks, Cola und Schokolade sieht das allerdings ganz anders aus.

1 g Koffein sind 1.000 mg.

Und damit liegt 1 g deutlich über den typischen Koffeinmengen einer einzelnen Portion und auch deutlich über der von der EFSA genannten Tagesmenge von 400 mg für gesunde Erwachsene.

Gleichzeitig zeigt das Thema auch, warum pauschale Aussagen wie „Kaffee hat X mg Koffein“ oder „Tee hat Y mg Koffein“ mit Vorsicht zu genießen sind.

Die Sorte, die Menge und die Zubereitung machen einen Unterschied.

Und dann gibt es eben noch den kleinen Sonderfall Rooibos.

Der darf bei einer Koffeinrunde gemütlich daneben sitzen und sagen:

„Ich bin gar nicht dabei.“ 😉🌿

Mein Jensi-Gedanke zum Schluss:

Beim Thema Koffein merkt man mal wieder, wie schnell eine kleine Zahl täuschen kann. 1 Gramm klingt nach fast nichts. Sobald man daraus 1.000 Milligramm macht und es mit einer Tasse Kaffee oder Tee vergleicht, sieht die Sache plötzlich ganz anders aus.

Ich finde solche Vergleiche deshalb viel hilfreicher als irgendwelche wilden „Kaffee macht wach“-Sprüche. Und Kaffee darf bei mir trotzdem Kaffee bleiben – Genuss zuerst, Taschenrechner danach. 😉

Und wenn abends noch eine große Tasse Tee auf dem Tisch stehen soll, weiß ich inzwischen auch ganz genau, warum Rooibos dafür eine ziemlich entspannte Sache sein kann.

Dein Jensi von TeeBohne Einbeck ☕❤️

⬆️ Zurück zum Anfang

Jens Thume von TeeBohne Einbeck – Autor und Shop-Betreiber

Über den Autor: Jens Thume

Seit 2002 dreht sich bei mir vieles um Tee, Kaffee und die Geschichten dahinter. Durch meine Ausbildung im Hotelbereich und meine frühere Arbeit im Einkauf habe ich schon früh gelernt, Produkte nicht nur nach dem Etikett zu beurteilen, sondern genauer hinzuschauen: Woher kommt etwas? Wie wird es hergestellt? Und was steckt wirklich dahinter?

Heute kümmere ich mich bei TeeBohne um Produkte, Inhalte und unseren Online-Shop. Bei Themen wie Kaffee, Tee und Koffein recherchiere ich deshalb gerne etwas genauer – gerade dann, wenn eine einfache Frage wie „Wie viel Koffein steckt eigentlich in einer Tasse Kaffee?“ plötzlich ziemlich viele interessante Unterschiede zwischen Kaffee, Tee und anderen Getränken aufzeigt.

Mehr über mich und TeeBohne erfahren →

Dein Jensi von TeeBohne Einbeck ☕❤️

Zurück zum Blog-Artikel

Hast du Anmerkungen oder Fragen? zu diesem Artikel

Nachfolgend finden Sie eine kleine Auswahl unserer Produkte !